Stolberg - Jäger schießen jetzt als Unternehmer

Jäger schießen jetzt als Unternehmer

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
5071754.jpg
Derzeit läuft im Hammerwald das Training der Bewerber für den Jagdschein, wie hier auf dem Tontaubenstand. Der Schießstand in Stolberg ist neben Bedburg die einzige linksrheinische Anlage ihrer Art im Regierungsbezirk Köln. Endsprechend groß ist die Nachfrage der Jäger, ihre Treffsicherheit dort zu trainieren. Foto: J. Lange
5072559.jpg
Peter Nürenberg führt als Geschäftsführer die Schießstand Hammerwald GmbH. Foto: (ds)

Stolberg. 25.000 Euro nahmen die Mitglieder des Kreisjagdverbandes in die Hand, um eine Gesellschaft zu gründen: Das Stammkapital für die neue „Schießstand Hammerwald GmbH“, die jetzt unter dem Aktenzeichen HRB 18050 ins Handelsregister beim Aachener Amtsgericht eingetragen wurde, ist eingezahlt.

Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb einer Schießanlage, insbesondere für das jagdliche Übungsschießen in Stolberg.

Seit den 1950er Jahren besteht der Schießstand im Hammerwald, der früher dem Eschweiler Bergwerksverein (EBV) gehörte und mit der Auflösung in das Eigentum der Essener Evonik AG überging. „Kürzlich wurde aber der Schießstand an eine Privatperson veräußert“, klärt Günther Plum auf. Um eine nachhaltige Nutzung für die jagdliche Aus- und Weiterbildung zu gewährleisten, so der Vorsitzende der Kreisjägerschaft in der Städteregion, sei zum Abschluss eines langfristigen Pachtvertrages die GmbH gegründet worden. Als erste bauten die Aachener Karlsschützen, die immer noch donnerstags in Stolberg auf Tontauben schießen, die Anlage auf. In den 1970er Jahren ging der Besitz auf die Kreisjägerschaft über.

Immerhin ist der Schießstand im Hammerwald ein Eckpfeiler für das Training der Waidleute weit über die Grenzen der Kupferstadt hinaus. Neben den rund 1300 Mitgliedern alleine im Verband aus der Städteregion pflegen auch die Mitglieder der Kreisverbände Düren und Euskirchen ihre Zielsicherheit in der Kupferstadt. Weitere Schützen kommen aus dem Kreis Heinsberg. „Rund 3500 Jäger nutzen so die Anlage in Stolberg“, sagt Plum. Der Schießstand ist die einzige Anlage dieser Art in der Region. „Die nächsten liegen in Bedburg und Bad Neuenahr“, erklärt Peter Nürenberg.

Der Geschäftsführer der GmbH ist bei der Kreisjägerschaft zugleich als Obmann für das jagdliche Schießen zuständig. Auf diese Art der Ausübung des Schießens soll die Nutzung im Hammerwald beschränkt bleiben. „Hier geht es nicht darum herumzuballern“, grenzt Nürenberg ab, „sondern nur um die Vermittlung jagdlicher Fähigkeiten“. Wer Interesse an der Hege und Pflege habe, sei für einen Schnupperkurs auf der Anlage an der Kreisstraße 6 willkommen.

Dort kann gegen ein Nutzungsentgelt mit Flinte und Büchse trainiert werden: Mit Schrot auf Tontaube und Rollhase sowie mit Kugel auf den laufenden Keiler und auf einer der drei 100-Meter-Bahnen sowie mit Kurzwaffen auf der 25-Meter. Bahn. Geschossen werden kann in der Regel mittwochs drei Stunden, samstags je drei Stunden vor- und nachmittags sowie sonntags vormittags. „Allerdings wird an Sonntagen nicht auf Tontauben geschossen“, betont Nürenberg – aus Gründen des Lärmschutzes für Anlieger insbesondere auf dem Donnerberg.

Geschossen wird derzeit allerdings besonders intensiv im Hammerwald. Dort läuft der schießpraktische Teil der Jungjägerausbildung und -prüfung. 70 Frauen und Männer aus der Region stellen sich der Herausforderung, die Bedingungen der Jägerprüfung in Theorie und Praxis inklusive Nachweis von Schießfertigkeit und Treffsicherheit zu erfüllen. Ende April sind die Prüfungen.

Die Gründung einer GmbH bietet der Kreisjägerschaft auch finanzielle Vorteile. Der Betrieb der Anlage, Abgabe von Munition, laufende Kosten haben mittlerweile eine Dimension erreicht, die ein Verein nicht mehr schultern kann, ohne Gefahr zu laufen, seine Gemeinnützigkeit zu verlieren, erläutert Peter Nürenberg.

Pachtvertrag bis 2043

Die Ausgliederung des Schießstandes aus der Kreisjägerschaft als eigenständige und wirtschaftlich geführte Gesellschaft soll auch die Möglichkeit bieten, Rücklagen für Investitionen in späteren Zeiten zu bilden. Doch erst einmal werden Auslagen die Bilanz belasten. „Die GmbH übernimmt die bestehende Infrastruktur von der Kreisjägerschaft“, schmunzelt der Geschäftsführer. „Später werden wir dann auch Gewerbesteuer an die Stadt zahlen dürfen.“ Der Pachtvertrag mit dem Eigentümer ist erst einmal bis ins Jahr 2043 geschlossen“, sagt Nürenberg. Zwei Jahre vor Auslaufen besteht eine Option, das Vertragsverhältnis weitere zehn Jahre zu verlängern.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert