Ja-Wort in Stolberg: „Auf dem besten Weg zur Hochzeitsstadt“

Von: Dirk Müller
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Immer mehr glückliche Paare wissen: Heiraten ist in Stolberg an verschiedenen Orten und oftmals zum Wunschtermin möglich. Foto: D. Müller

Stolberg. Wo geben sich Paare aus dem bayrischen Geltendorf, dem niedersächsischen Rotenburg Wümme oder den hessischen Städten Rodgau und Frankfurt am Main das Ja-Wort? Dort wo auch Heiratswillige aus Dortmund, Leverkusen und den Kommunen der Städteregion den Bund fürs Leben eingehen: in Stolberg.

 „Die Kupferstadt wird immer mehr zur Hochzeitsstadt“, freut sich Bürgermeister Ferdi Gatzweiler: „Bei allem, was am Image unserer Stadt noch zu verbessern ist, in puncto Trauungen ist Stolberg in der gesamten Region wirklich einzigartig.“

Die Statistik des Standesamts belegt den positiven Trend. Auf 230 Eheschließungen in 2010 folgten 250 im letzten Jahr. 2012 sagten sogar 300 Paare „ja“ – zur Ehe und zur Kupferstadt. Rund 20 Prozent davon heiraten nicht in ihren Heimatkommunen, sondern in Stolberg. Roland Gillessen und Stefan Babic vom Standesamt sind sich einig: „Wir sind einfach flexibler als andere Städte und können den Paaren oft ihre Wunschtermine ermöglichen“, sagt Gillessen.

Tatsächlich macht, wer bei Arbeitszeiten vom Beamten an frühen Feierabend und freie Wochenenden denkt, die Rechnung ohne die Stolberger Standesbeamten. Auch außerhalb der üblichen Amtszeiten und an den Wochenenden wird in der Kupferstadt getraut. „Und das an mehreren möglichen und malerischen Orten“, ergänzt Babic.

Später Heiraten ist preiswerter

Neben dem historischen Stolberger Rathaus stehen der Kupferhof Rosental, das Museum Zinkhütter Hof und verschieden große Räumlichkeiten im Wahrzeichen der Stadt, der Stolberger Burg, ebenso für die Eheschließungen zur Verfügung wie alle städtischen Bürgerhäuser.

Besonders in Burg und Kupferhof würden Paare den „Rundum-Service“ genießen, meint Betreiberin Monika Lück und führt auch die „Kostenfrage“ ins Feld: „Für viele ist es wichtig, dass Trauung, Fototermin und Feier an einem Ort stattfinden können. Wenn man den Standesbeamten dann noch um 15 statt um 11 Uhr bestellen kann, hat man das Mittagessen für die Hochzeitsgesellschaft gespart – bei 100 Gästen kann das Budget dann enorm geschont werden.“

Andererseits hätten die vielen Trauungen auch positive wirtschaftliche Auswirkungen, da der Bedarf an Catering, Floristik, Fotografen, Discjockeys und Bands gestiegen sei. Die auswärtigen Hochzeitspaare würden oft in der Kupferstadt übernachten und auch an Stadtführungen teilnehmen, erklärt Barbara Breuer von der Stolberg-Touristik. „Das Thema ,Heiraten in Stolberg‘ wird in dem Image-Film, der im nächsten Jahr fertig wird, eine große Rolle spielen“, erklärt sie mit Blick auf den vorhandenen Werbeeffekt.

Um den „Trauungs-Boom“ weiter zu fördern, habe das Standesamt seinen Service sukzessive verbessert, beschreibt Gillessen: „Ein persönlicher Fragebogen, den die Paare vorab ausfüllen können, ermöglicht es unseren Standesbeamten, sehr individuelle Eheschließungen vollziehen zu können.

Auf der Stolberg-Internetseite erhalten auch auswärtige Interessenten ganz bequem alle notwendigen Informationen rund ums Heiraten in Stolberg.“ Die Flexibilität des Kupferstädter Standesamts beschränke sich indes nicht nur auf Zeit und Ort der Hochzeit. „Ob festliche Zeremonien mit Priester, alternative Trauungen oder auch das Eingehen einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft – fast alles ist möglich“, sagt Gillessen.

Bürgermeister Gatzweiler, der auch selbst als Standesbeamter fungiert und Paare vermählt, sowie Babic liefern die Beispiele. In diesem Jahr habe es in Stolberg die erste „Halloween-Hochzeit“ von einem Paar, das die Subkultur „Gothic“ auslebt, gegeben.

„Die Beiden waren aber sehr nett“, schmunzelt Babic. Ein Ritter-Paar habe sich in mittelalterlicher Gesellschaft die Treue bei Minnesang versprochen, und Motorrad-Hochzeiten seien inzwischen schon Standard in Stolberg.

In einem besonderen Fall musste sich der Standesbeamte auch „ganz schön was trauen“, um die Trauung abzuhalten, erinnert sich Gatzweiler: „Das Paar war aktiv in einem Polizeihundsportverein, und so zählten auf Wunsch der Heiratenden zu der Hochzeitsgesellschaft in der Burgkemenate auch 25 Schäferhunde.“

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