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Ist Stolberg wirklich so verschmutzt wie behauptet?

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Brot für Tauben im Plastikbeutel oder wilder Müll am Bastinsweiher? Viele Stolberger klagen immer wieder über eine Verschmutzung ihrer Foto: J. Lange

Stolberg. Fast wie geleckt sieht die Innenstadt an diesem Morgen in der Karwoche aus. Kein Abfall schwappt aus überfüllten Papierkörben heraus, wilder Müll am Straßenrand oder auf Plätzen ist kaum zu entdecken.

Stolberg scheint sauber zu sein, wirkt aber dennoch nicht sonderlich gepflegt. Zumindest beklagen die Bürger das immer wieder. Denn zum Abend oder übers Wochenende ändert sich das Bild recht häufig. Dann sieht die Kupferstadt – der Vichtbach in besonderem Maße – oft aus wie eine Abfallhalde.

Zerdepperte Flaschen, weg geworfene Verpackungen von Fast-Food und anderem, Blechdosen, Papier, Schuhe und vieles mehr stören dann das Erscheinungsbild der touristisch ambitionierten Stadt. Daran stören auch die unzählbaren Kippen in Gossen und auf Gehwegen. Seit dem Siegeszug des Nichtraucherschutzes an Arbeitsplätzen und nun auch in Kneipen hat sich das Bild dramatisch verschärft, so die Klagen aus der Bevölkerung. Viele Gaststätten beiten ihren Gästen Aschenbecher vor den Türen an. Aber was macht der Raucher unterwegs? Wohin mit seinem Zigarettenstummel, wenn nicht in die Gosse? Aschenbecher fehlen entlang der Einkaufsachse.

Auch öffentliche Abfalleimer sind eine Seltenheit. Unter dem Eindruck der Debatte über die Einführung der Mindestmüllmenge und dem Kampf gegen den wilden Müll hatte Anfang dieses Jahrtausends der damalige Technische Beigeordnete Claus Müller angeordnet, die Papierkörbe zu entfernen. Getrau dem Motto, wo kein Abfalleimer hängt, kommt auch kein illegaler Müll hinzu. Diese Gleichung ist nicht aufgegangen.

Im Laufe der Zeit hängt die Stadt wieder einige Papierkörbe an den Straßenrand. Ganze drei sind es im oberen Steinweg, ein einzelner auf dem Jordanplatz. Aber wo sollen die Passenten hin mit ihren Eisbechern, Getränkedosen, Einkaufsbelegen oder „Knöllchen“-Karten? Hängen ausreichend Mülleimer im Stadtgebiet oder müssten es nicht viel mehr sein, um der Verschmutzung begegnen zu können? Oder ist Stolberg gar nicht so verschmutzt, wie behauptet wird?

Der Verschmutzung wollte die Stadt mit einer jährlichen „Kehraus“-Aktion inklusive großem bürgerschaftlichen Engagement begegnen. Drei Mal bis ins Jahr 2004 fand die Veranstaltung positive Resonanz, dann hatte es sich ausgekehrt. Nun gibt es einen „Frühjahrsputz“ . Marita Matousék hatte die Idee, die Touristik-Chefin Barbara Breuer aufgriff und nun von Stadt und Stadtmarketing mitgetragen wird. Am 3. Mai soll in ganz Stolberg wieder gekehrt werden.

Mit Fragen zu Verschmutzung, Aschenbechern und Papierkörben konfrontierte unsere Redaktion die fünf demokratischen Bürgermeister-Kandidaten. Ihre Antworten können Sie in unserer Dienstagsausgabe lesen.

Aber auch Sie, liebe Leserinnen und Leser sind aufgefordert, Stellung zu beziehen und uns sowie den Politiker Ihre Meinung zu sagen. In unserem Leserforum im Internet, per Email lokales-stolberg@zeitungsverlag-aachen.de, per Fax unter 12600-49 oder auch ganz konventionell per Brief an die Redaktionsadresse Rathausstraße 66, 52222 Stolberg.

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