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Internet soll im nächsten Jahr schneller werden

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Schnelles Internet kommt nächstes Jahr: Auf VDSL-Standard und mit Vectoring-Verfahren ausbauen möchte die Telekom ihr Leitungsangebot in den unterversorgten Stolberger Stadtteilen. Foto: imago

Stolberg. Schneller als erwartet können die Stolberger in unterversorgten Stadtteilen auf eine schnelle Internet-Anbindung hoffen. Die Telekom plant einen weitreichenden Netzausbau nach dem VDSL-Standard (Glasfaser) für Breinig, Breinigerberg, Büsbach, Dorff, Gressenich, Mausbach, Münsterbusch, Schevenhütte, Venwegen, Vicht und Zweifall.

Das ist das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zur Verbesserung der Breitband-Versorgung in der Kupferstadt, die der Tim Grüttemeier am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Arbeitsmarktpolitik präsentieren wird.

„Die intensive Debatte in unserer Stadt und die überdurchschnittliche Beteiligung der Stolberger an der Bedarfsabfrage haben offensichtlich ihre Wirkung auf die Netzbetreiber nicht verfehlt“, sagt Tim Grüttemeier. So hat die Telekom zusätzlich ein so genanntes Vectoring-Verfahren für nahezu alle unterversorgten Stadtteile in Stolberg bei der Bundesnetzagentur beantragt. Dies sei grundsätzlich genehmigt; mit einem Abschluss des Regulierungsprozesses durch die Bundesnetzagentur werde für Anfang nächsten Jahres gerechnet. Dann könne die Telekom mit dem Ausbau beginnen und müsse innerhalb eines Jahres die Maßnahmen feststellen. Sobald die Telekom von der Bundesnetzagentur grünes Licht erhalte, werde ein Vertreter des Unternehmens die Vorhaben detailliert im Ausschuss vorstellen.

Bis zu 100 Mbit/s

Durch das Vectoring-Verfahren, das ein unerwünschte Übersprechen zwischen benachbarten Teilnehmeranschlussleitungen verringern soll, kann die Übertragungsrate teils deutlich gesteigert werden, erläutert Frank Gilles vom Wirtschaftsförderungsamt. VDSL-Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s im Download sollen möglich werden. „Durch die Umsetzung dieser Ausbauabsichten ist von einer markanten Verbesserung der Telekommunikationsinfrastruktur auszugehen“, so Gilles. Der Vorlage liegt bereits eine detaillierte Liste der Telekom für die Ertüchtigung von 101 Kabelverzeigern in den unterversorgten Stadtteilen bei.

Förderantrag für Werth

Bleibt der Stadtteil Werth auf der Sorgenliste. Da das Genehmigungsverfahren bei der Bundesnetzagentur nahezu zeitgleich mit der Markterkundung durch die Verwaltung erfolgte, mag es zu zeitlichen Überschneidungen gekommen sein, so dass noch einmal die unterschiedlichen Netzbetreiber zu Ausbauabsichten für Werth befragt werden. Sollten keine Absichten bestehen, solle für Werth ein Förderantrag gestellt werden, da gemäß der Richtlinien eine Unterversorgung mit einem Down­stream von weniger als zwei Mbit/s erfüllt werden. Die Stadt könne sich Chancen auf eine Berücksichtigung machen, zumal laut Breitband Consulting NRW Hinweise vorlägen, dass im nächsten Jahr mit neuen Programmen und Richtlinien zu rechnen sei.

Im Haushaltsentwurf der Verwaltung für 2015 sind 500 000 Euro zur Verbesserung der Breitbandversorgung berücksichtigt mit einer gleichzeitig erwarteten Förderung in Höhe von 180 000 Euro. Angesichts der Ausbauabsichten der Telekom bestehe laut Richtlinien keine Möglichkeiten, eine Förderung für die übrigen Stadtteile zu erhalten, erläutert die Verwaltung.

Bei den Gewerbestandorten sticht die Steinfurt mit einer hohen Beteiligung (über 50 Prozent) bei der Markterkundung und mit einer Unterversorgung von 53 Prozent hervor. „Die Verwaltung plant im Rahmen einer Tiefbaumaßnahme gleichzeitig ein Leerrohr zu verlegen, das durch Telekommunikationsanbieter angemietet werden kann, so dass deren Ausbaukosten reduziert werden“, kündigt Frank Gilles weitere Gespräche zur Verbesserung der Breitbandanbindung mit den Anbietern an. Gleiches gelte auch für die übrigen Gewerbestandorte, wobei Camp Astrid aufgrund seiner geringen Auslastung eine Sonderrolle spiele. „Aber wir arbeiten mit zwei Netzanbietern an einem Konzept“, so Gilles. Eine Variante sehe dabei eine Nutzung vorhandener, fremder Leerrohre vor, die es ermöglichen würden, einen Großteil der erforderlichen Tiefbaumaßnahmen einzusparen. Geprüft werden aber auch noch andere technische Möglichkeiten.

Klarheit Anfang 2015

„Fakt ist, dass wir die Breitbandversorgung verbessern müssen, um das Gewerbegebiet Camp Astrid besser vermarkten zu können“, unterstreicht Frank Gilles. Konkrete Ergebnisse zu den machbaren Wegen sollen bereits Anfang nächsten Jahres vorliegen. In wie weit für dieses Vorhaben Zuschüsse beantragt werden können, ist dementsprechend noch unklar.

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