Inklusion: Junge Union startet Umfrage unter Betroffenen

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Stolberg. Das Thema Inklusion ist in Stolberg, aber auch vielen anderen Städten und Kommunen, lange Zeit ausgeblendet worden. Es wird Zeit, dass dieses Thema angepackt wird, findet die Stolberger Junge Union und lobt den entsprechenden Antrag der Stolberger CDU. Für alle Beteiligten und besonders für die Betroffenen stelle sich nun die Frage des „Wie“.

Die Mutterpartei gehe im Rahmen der Großen Koalition den ersten wichtigen Schritt und fordere eine Bestandsaufnahme und Planung vonseiten der Verwaltung. Die Verwaltung werde nun versuchen, in möglichst kurzer Zeit Vorschläge und Maßnahmen auszuarbeiten.

Genau an dieser Stelle sieht die Junge Union den Knackpunkt: „Es gibt eine UNO-Behindertenkonvention, es gibt einen Aktionsplan der Bundesregierung, es gibt ein neues Schulrechtänderungsgesetz in NRW und damit alle Vorgaben zur Umsetzung von Inklusion in Schule und im täglichen Leben, aber wer hat denn mal wirklich die Betroffenen befragt? Betroffen sind in erster Linie die Familien, in denen Kinder leben, die besonderer Fürsorge bedürfen, jedoch ebenfalls direkt damit verbunden sind Lehrerinnen und Lehrer an Förderschulen, in Zukunft Lehrerinnen und Lehrer an Regelschulen und die zukünftigen Mitschülerinnen und Mitschüler der Kinder und Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf.“

Die JU hat zu diesem Zweck betroffene Familien, Menschen auf der Straße, Schülerinnen und Schüler und vor allem Lehrer an Regelschulen befragt. Die Jung-Politiker waren bei der dreimonatigen Umfrage völlig überrascht, wie viele Menschen über Inklusion nachdenken und sich auch spontan und teilweise sehr differenziert dazu äußern können.

Bei der Befragung ergab sich ein gewaltiges Spektrum von Meinungen und Ansichten über Inklusion in Schule und die jeweiligen Vor- und Nachteile.

Besonders skeptisch habe sich die Gruppe der Lehrerinnen und Lehrer an den weiterführenden Regelschulen gezeigt. Im Prinzip fänden sie, Inklusion sei eine gute Sache, jedoch sähen sie zurzeit kein einziges Konzept, das in der Praxis dazu führe, dass der Bildungsstandard unserer Schüler steigt und gleichzeitig alle Kinder sinnvoll inklusiv beschult werden könnten. Viele Lehrer sähen sich in einer Zwickmühle und fühlten sich jetzt bereits überfordert. Sie sähen eine gewaltige Aufgabe auf sich zurollen, für die sie nicht ausgebildet wurden.

Die Gruppe von Befragten, die am wenigsten Skepsis im Bezug auf die neuen Mitschüler hatte, war erstaunlicherweise die der Kinder und Jugendlichen von sogenannten Regelschulen.

Hans Bruckschen, der Vorsitzende der Jungen Union, wünscht einen gezielten Leitplan für Schulen. „Wir fordern, dass Lehrkräfte durch Fortbildungen geschult werden, der Personalschlüssel in einem Maße angepasst wird, der es tatsächlich ermöglicht, allen Kindern die Betreuung und Förderung zukommen zu lassen, die sie verdienen. Wir fordern das Land auf, in der universitären Ausbildung der Lehrer dringend nachzubessern und im Sinne der Inklusion Bildungsinhalte zu vermitteln, die die zukünftige Generation von Lehrkräften überhaupt zu inklusivem Unterricht befähigt.“ Sein Fazit: „Inklusion muss ein begleiteter Prozess sein und kein Zustand ab einem Stichdatum.“

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