Stolberg - Initiative gegen Rauchverbot: Demo für die „persönliche Freiheit“

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Initiative gegen Rauchverbot: Demo für die „persönliche Freiheit“

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Rauchdemo

Stolberg. Tabakqualm hängt keiner in der Luft, stattdessen der Hauch von Revolution. Spätestens als Manfred Engelhardt sagt, „wer kämpft, kann verlieren. Wer aber nicht kämpft, hat schon verloren“, und die Menge zu skandieren beginnt: „Wir sind das Volk!“ Gut 85 Gegner des absoluten Rauchverbots in den Gaststätten Nordrhein-Westfalens sind in der Büsbacher Eckkneipe „Kiek in“ zusammengekommen.

„So viele Gäste hatten wir hier seit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Mai nicht mehr“, hadert Betreiber Gerd Bougé, der mit Engelhardt die Initiative gegen das Rauchverbot in der Städteregion koordiniert. Engelhardt stellt den Plan für eine große Demons­tration vor, den die Versammlung einstimmig beschließt.

Die Initiative meldet beim Aachener Polizeipräsidenten Klaus Oelze eine „Zentraldemo“ für Freitag, 19. Juli, an. Um 16 Uhr soll die Auftaktkundgebung vor dem SPD-Büro, Heinrichsallee 52, in Aachen beginnen. Von dort aus soll die Demonstration durch die Innenstadt ziehen, um mit einer Abschlusskundgebung vor dem Büro von Bündnis 90/Die Grünen an der Franzstraße 34 zu enden. „Gäste, Wirte, Schützen-, Karnevals- und sonstige Vereine sind aufgerufen, mit uns für die persönliche Freiheit der Bürger zu demonstrieren“, erklärt Engelhardt. „Die rot-grüne Regierung in NRW hat mit dem totalen Rauchverbot in der Gastronomie eine Bombe gezündet, die zu einem Flächenbrand führen wird.“

Tosender Applaus brandet in der Eckkneipe auf, die Anwesenden geben sich entschlossen. Unter ihnen ist auch Christoph Lövenich von der Vereinigung „NRW genießt“, die die städteregionale Initiative unterstützt. „Wir haben am vergangenen Wochenende mit einer Unterschriftensammlung für ein Volksbegehren begonnen. Unser Ziel ist es, das absolute Rauchverbot in der nordrhein-westfälischen Gastronomie, in Vereinsheimen und Festzelten durch die Aufhebung des letzten Änderungsgesetzes wieder rückgängig zu machen“, sprach Lövenich zur Versammlung.

Zudem habe „NRW genießt“ ebenso wie die hiesige Initiative bereits Demonstrationen in Köln und Münster unterstützt und werde auch den Gleichgesinnten in Düsseldorf und Düren bei ihren Demos beistehen. Und natürlich bei der „Zentraldemo“ für die Städteregion, die in Aachen stattfinden soll.

5000 Handzettel habe Engelhardt schon verteilt, und weitere Flyer und Plakate sollen folgen. Schnell sind 550 Euro im Topf, mit denen die Anwesenden das Material finanzieren wollen – und das Banner, das bei der Demo vorweg getragen werden soll. „Stoppt das Rauchverbot in NRW, stoppt die Grünen und die SPD, denn die Bevormundung tut weh“, ist als Schriftzug geplant. Passend, wie Bambi-Preisträger Leines Gaworski findet: „Es geht doch nicht ums Rauchen oder Nichtrauchen, sondern um Selbstbestimmung und freie Entfaltung der Persönlichkeit, in die die Bevormundung der Politik eingreift.“

So sieht es auch Robert Schmitz aus Mausbach, der nicht als Wirt sondern als Gast an dem Vorbereitungstreffen teilnimmt. An seiner Brust heftet ein gelber Davidstern mit der Aufschrift „Raucher“. „Ich fühle mich wie ein Ausgestoßener, wenn ich rauchend vor der Kneipe stehen muss. In Form einer Demo Stellung zu beziehen, finde ich richtig“, sagt Schmitz. Die Anmeldung der Demo ist indes nicht das einzige Schriftstück, das die städteregionale Initiative von Stolberg aus auf den Weg bringt: Gastwirt Bougé versendet Einschreiben an die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die Landes-Gesundheitsministerin und weitere Landtagsabgeordnete der rot-grünen Regierung.

In den Briefen erteilt Bougé den Politikern „striktes Hausverbot in Bezug auf seine Gaststätte“. Der Wirt beklagt in seiner Begründung hohe Umsatzverluste. „Meine Existenz als Gastwirt ist durch diesen massiven Eingriff in die persönliche Freiheit im höchsten Maße gefährdet“, heißt es in den Schreiben. „Hierfür mache ich Sie absolut mitverantwortlich. Ich bitte Sie um künftige Beachtung dieses Hausverbotes“, richtet Bougé das Wort an die Politiker.

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