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Infos aus erster Hand: Azubis erklären Berufe

Von: Dirk Müller
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Azubi Sebastian Baumann führt
Azubi Sebastian Baumann führt die Schüler Sebastian und Florian Nelleßen (v.l.) durch die Ausbildungswerkstatt von Prym. Foto: D. Müller

Stolberg. Voller Interesse bestaunt Kevin Kaptur, wozu das von dem Unternehmen Aurubis erzeugte Kupfer verwendet wird. Nachdem er seinen Blick von den faszinierenden Exponaten abgewendet hat, widmet er sich den nächsten Stationen, denn eigentlich ist er ja im Bereich „Information kaufmännische Ausbildung”.

Die Tombola, bei der als Hauptgewinn ein Netbook winkt, hat er bereits passiert und möchte nun mit Auszubildenden der Betriebe Aurubis, Prym und der Betriebskrankenkasse (BKK) ALP plus ins Gespräch kommen.

Der 16-Jährige ist einer von vielen Schülern, die das Angebot der ersten Stolberger „Nacht der Ausbildung” wahrnehmen, und das Konzept der Veranstaltung überzeugt ihn: „Ich finde es gut, dass wir uns hier frei bewegen und mit Leuten reden können, die schon in der Ausbildung sind. Das ist etwas anderes als mit einem Chef zu sprechen - die Azubis sind ja nicht viel älter als wir Schüler, und man traut sich eher, ihnen Fragen zu stellen”, beschreibt Kevin.

Mit dieser Aussage sieht auch Stephan Rosenkranz, Personalleiter bei Prym, ein wichtiges Merkmal der „Nacht der Ausbildung” bestätigt: „Wir wollen mit der gemeinsamen Aktion unsere Betriebe öffnen und vor allem den Schülern die Möglichkeit bieten, sich mit unseren Azubis auf Augenhöhe über die jeweiligen Ausbildungen auszutauschen.”

Nach Praktika in die Werkstatt

Kevins Schulfreund Marvin Lehmann wird derweil etwas unruhig. Ihn zieht es in die Ausbildungswerkstatt von Prym. „Im kaufmännischen Bereich habe ich schon zwei Praktika gemacht, aber ein Bürojob ist, glaube ich, nicht das Richtige für mich. Ich möchte lieber praktisch arbeiten”, erklärt Marvin, der bald den mittleren Abschluss (Realschulabschluss) an der Hauptschule Kogelshäuserstraße macht.

Auf dem Weg werden drei geführte Rundgänge angeboten, so dass die Azubis von morgen heute schon eine Vorstellung von den Unternehmen bekommen können, die sie vielleicht bald ausbilden, doch Marvin will erst einmal die Werkstatt sehen.

Dort schart sich eine kleine Gruppe Jugendlicher um Peter Regenfuß, der in der die CNC-Maschine vorführt, indem er in ein Werkstück die Silhouette eines Sportwagens fräst. Während die Schüler ihm und der Präzisionsmaschine gebannt zuschauen, geht es im Rest der großen Ausbildungswerkstatt locker zu.

Man unterhält sich ungezwungen, Schüler stellen neugierige Fragen und Azubis berichten von ihren Erfahrungen. „Genauso haben wir uns das vorgestellt. Die Nacht der Ausbildung soll ja nicht nur den Jugendlichen einen authentischen Einblick in die Ausbildung geben, sondern uns am besten auch geeignete Auszubildende bescheren, die wir gerade im gewerblich-technischen Bereich benötigen”, sagt Bernd Böhmer, Ausbildungsleiter bei Prym.

In der Werkstatt herrscht ein betriebsames Gewusel, denn alle vier Ausbilder, die Sekretärin und sämtliche 30 Prym-Azubis stehen den interessierten Jugendlichen Rede und Antwort, erklären Maschinen und Ausbildungsabläufe.

Böhmer hat dennoch jemanden entdeckt, den er unbedingt ausgiebig persönlich begrüßen muss, und sein Stellvertreter René Jungbluth übernimmt für ihn. „Prym ist ein IHK-Prüfungsbetrieb. Wir bilden 30 junge Prymaner aus und 120 Azubis aus 42 externen Unternehmen wie zum Beispiel Aurubis und Kerpen. Außerdem gibt eine Ausbildungs-Kooperation mit den Dalli-Werken. Natürlich werden alle Azubis hier gleich behandelt und bekommen eine hochwertige Ausbildung”, erläutert René Jungbluth.

Böhmer ist noch immer im Gespräch mit dem besonderen Gast. „Das ist Michael Nelleßen. Er hat bis 1991 hier seine Ausbildung gemacht”, stellt er ihn freudig vor. Nelleßen hat seine Söhne Sebastian und Florian mitgebracht, die sich von Sebastian Baumann, Azubi im ersten Ausbildungsjahr, durch die Werkstatt führen lassen.

Vaters alte Ausbildungsstätte

Die 15-jährigen Zwillinge besuchen das neunte Schuljahr und wissen noch nicht genau, was sie nach ihrem Abschluss machen wollen. „Florian hat ein Praktikum im Tierpark gemacht und Sebastian in der Küche eines Hotels, aber beide sind sich nicht sicher, ob sie diese Berufe wirklich ergreifen wollen. Da habe ich mir gedacht, sie können sich doch meine alte Ausbildungsstätte anschauen - und man sieht, sie finden es hier sehr spannend”, meint Vater Nelleßen mit einem zufriedenen Lächeln.

Nacht der Ausbildung in Stolberg

Azubis und Ausbilder der Unternehmen Arubis, BKK ALP plus und Prym haben erstmalig gemeinsam Schüler informiert und Einblicke in die Betriebe gegeben.

Gegenstand der „Nacht der Ausbildung” waren die Ausbildungsberufe Elektroniker für Betriebstechnik, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, Fachlagerist, Industriekaufmann, Industriemechaniker, Oberflächenbeschichter, Sozialversicherungsfachangestellter, Verfahrensmechaniker, Werkstoffprüfer, Werkzeugmechaniker und Zerspannungstechniker.

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