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Infektionsschutz: Hohen Standards schon lange üblich

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Christa Thielen (r.), Fachschwester für Krankenhaushygiene, beim desinfizieren ihrer Hände. Der Spender im Foyer des Bethlehem-Gesundheitszentrums ist einer von rund 1000 in der Stolberger Klinik. Foto: D. Müller

Stolberg. Etwa 500.000 Menschen in Deutschland erkranken jährlich an Infektionen, die im Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme auftreten. Zwischen 7500 und 15000 sterben sogar daran.

Grundsätzlich ist nicht vermeidbar, dass insbesondere bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem Infektionen auftreten, aber geeignete Hygienemaßnahmen in medizinischen Einrichtungen und die Einhaltung dieser Regeln im Klinik- oder Praxisalltag durch das medizinische Personal helfen, die Infektionsgefahr zu verringern.

Viel ändert sich eigentlich nicht

Deshalb hat das Kabinett in Berlin nun einen Entwurf des „Gesetzes zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes” auf den Weg gebracht, mit dem das Bundesministerium für Gesundheit die Hygienequalität in Krankenhäusern und bei medizinischen Behandlungen verbessern will.

Dies sei ganz in ihrem Sinne, obwohl sich in ihrem Berufsalltag dadurch nicht viel ändern werde, meint Christa Thielen. Die examinierte Krankenschwester wurde durch eine zweijährige Zusatzausbildung zur „Fachschwester für Krankenhaushygiene” fortgebildet und ist seit zehn Jahren für Hygiene und Infektionsschutz im Bethlehem-Gesundheitszentrum zuständig. „Ich bin fach- und abteilungsübergreifend tätig. Die mikrobiologische Untersuchung technischer Geräte wie Endoskope, Sterilisatoren oder auch der Klimaanlage gehört ebenso in meinen Aufgabenbereich wie die Überprüfung der Küche und die Festlegung relevanter Verfahren im Hygienehandbuch. Ich halte die Klinik-Leitung über neue Entwicklungen auf dem Laufenden, berate sämtliche Angestellte des Gesundheitszentrums und führe regelmäßig Hygienevisiten durch”, beschreibt Thielen ihren Beruf.

Dass der Expertenrat „ART” (Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie) des Robert Koch-Instituts künftig den Ärzten Empfehlungen für die sachgerechte Antibiotika-Therapie von Infektionen mit resistenten Krankheitserregern erstellen soll, befürwortet Thielen. Diese Empfehlungen sollen ebenso rechtsverbindlichen Charakter erhalten wie die der „Krinko” (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention). Desweiteren sieht der Gesetzentwurf vor, dass alle Bundesländer verpflichtet werden, Verordnungen zur Infektionshygiene in medizinischen Einrichtungen zu erlassen.

„In Nordrhein-Westfalen gibt es eine solche Verordnung schon lange, sie wurde im Januar 2010 erst novelliert. Daher sind für uns im Bethlehem-Gesundheitszentrum auch die „Krinko”-Empfehlungen längst verbindlich”, erklärt Thielen, bereits mit den kommenden Standards zu arbeiten. Zudem nehme die Klinik seit geraumer Zeit am Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) teil, bei dem Infektionsdaten von deutschen Krankenhäusern freiwillig systematisch erfasst, analysiert und bewertet werden.

Der neue Gesetzentwurf beinhaltet ebenfalls den Punkt „Mehr Transparenz, Qualität und Wettbewerb bei Hygiene und Versorgung”: Kriterien zur Messung der Hygienequalität sollen festgelegt werden, und die Krankenhäuser sollen die Ergebnisse in ihre Qualitätsberichte aufnehmen, um Bewertung und Vergleichbarkeit zu ermöglichen. Wieder sieht Thielen Stolberg der Zeit voraus. „Schon seit 2006 ist die Hygiene ein fester Bestandteil der Qualitätsberichte des Bethlehem-Gesundheitszentrums, die auch im Internet einsehbar sind”, sagt die Fachschwester für Krankenhaushygiene.
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