Stolberg - In Stolberg ist Fotograf Alfred Paulus in Vergessenheit geraten

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In Stolberg ist Fotograf Alfred Paulus in Vergessenheit geraten

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Das Bundesarchiv in Koblenz hat unserer Zeitung interessante Dokumente über Alfred Paulus zur Verfügung gestellt.

Stolberg. Der Werbe- und Industriefotograf Alfred Paulus (1917 bis 1988), der von 1949 bis 1974 an der Salmstraße im „Haus Union” ein Fotoatelier unterhielt und seinerzeit ein überregional angesehener Künstler und Fotograf war, ist heute in der Kupferstadt weitgehend vergessen.

Nicht so beim Bundesarchiv. Denn in Koblenz, wo sich einer der acht Standorte des Archivs befindet, besitzen die Arbeiten von Alfred Paulus, der nach der 1974 erfolgten Geschäftsaufgabe wechselweise in Erwitte und in Palamos (Spanien) lebte, einen hohen Stellenwert.

Erstmals mit den Paulus-Arbeiten in Berührung gekommen ist das Bundesarchiv Mitte der 1980er Jahre. Damals wurden dem Archiv Werkstatttagebücher, Positive und Negative sowie Prospekte des renommierten Stolberger Fotografen übergeben. Das Nutzungsrecht über diese Dokumente erhielt das Bundesarchiv im Oktober 2002.

Die Sichtung, Archivierung und Aufarbeitung dieser Sammlung hat das von Dr. Oliver Sander geleitete Referat „Bilder, Karten, Töne” übernommen. Da die Paulus-Biografie aber Lücken aufweist, hat Sander kürzlich den Leiter des hiesigen Stadtarchivs, Wolfgang Machhof, um Mithilfe gebeten. Machhof nutzte die Anfrage, um weitere Paulus-Daten zu sammeln und dem Bundesarchiv ein 1970 von Franz Kutsch herausgegebenes Werk zu übergeben, das sich „Stolberg Rhld.” nennt und zahlreiche Paulus-Aufnahmen enthält.

Das Ergebnis der Recherchen über das Leben und Wirken des Fotografen Alfred Paulus stellte das Bundesarchiv jetzt unserer Zeitung zur Verfügung: Demnach wurde Alfred Paulus im Juni 1917 als Sohn des Kaufmanns Ferdinand Joseph Hubert Paulus und seiner Ehefrau Henriette Eleonore Paulus, geborene Hulverscheidt, in Aachen geboren. Von 1935 bis 1937 besuchte Alfred Paulus in der Kaiserstadt die von Josef Matarés geleitete Malschule. Anschließend absolvierte er in Aachen eine Fotografenlehre. Sein erstes eigenes Studio richtete Paulus 1945 in Aachen-Brand ein. Die 1949 bestandene Meisterprüfung nutzte Paulus, um sein Fotoatelier nach Stolberg zu verlegen. Dort schuf er sich als Industriefotograf einen Namen.

Mit Auszeichnungen wurden seine Werke 1961 in Stuttgart (Goldmedaille) und 1970 in Budapest bedacht. 1974 gab Paulus sein Stolberger Atelier auf und widmete sich danach in Erwitte und Palamos der Malerei. 1988 starb er in seiner Wahlheimat Palamos und wurde in Erwitte begraben. Nur wenige Ausstellungen haben bisher die breite Palette seines künstlerischen Schaffens gewürdigt. So fanden Ausstellungen 1982 in Lippstadt und 1989 in Aachen statt.
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