Stolberg - In der Ferienzeit wird die Vielfalt zum Problemfall

In der Ferienzeit wird die Vielfalt zum Problemfall

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Es ist nicht immer leicht, in der Welt des offenen Ganztages den Überblick zu bewahren. Unterschiedliche Träger sorgen an den insgesamt zehn Stolberger Grundschulen für den Betreuungsbetrieb am Nachmittag und bieten dabei ebenso unterschiedliche Programme und Konzepte an - verbunden mit sehr unterschiedlichen Elternbeiträgen.

So ist es eigentlich kein Wunder, dass der Nachfrage nach einer Ausweitung des Angebotes auf die Ferienzeiten bislang nur sehr unzureichend entsprochen wird.

„Für eine einzelne Schule ist es unmöglich, die gesamten Ferienzeiten abzudecken. Aber es ist auch sehr schwer, die verschiedenen Träger unter einen Hut zu bekommen und sich mit ihnen abzustimmen”, weiß Günther Jansen. Die Arbeiterwohlfahrt wollte als Träger bereits 2009 eine Ferienbetreuung anbieten.

„Wir haben aber die Mindestzahl von 15 Kindern für eine gesicherte Finanzierung nicht erreicht”, blickt der Leiter der Grundschule Prämienstraße zurück. Mit deutlich größerem Vorlauf will Jansen nun gemeinsam mit der AWO für 2011 einen weiteren Anlauf machen.

Dann soll es ein kombiniertes Angebot für insgesamt fünf Wochen in den Oster- und Sommerferien geben - zum Preis von 100 Euro, zuzüglich Essen.

Ob der Alleingang beim nächsten Mal von Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten. Unabhängig davon wird aber der Ruf nach einer Koordination durch die Stadt nicht nur in Münsterbusch lauter. Auch in Breinig würde eine Lösung für ganz Stolberg auf Zustimmung stoßen, versichert Walter Rothkrantz.

Wie in Münsterbusch scheiterte an der Stefanstraße 2009 ein erster Versuch, eine Ferienbetreuung aufzubauen. Für diesen Sommer ist längst noch nicht gewährleistet, dass die zwei angestrebten Betreuungswochen stattfinden werden.

„Wir haben mit sieben anderen Schulen an einem Tisch gesessen. Aber es ist leider nicht zu einer Kooperation gekommen”, könnte sich der Breiniger Fördervereinsvorsitzende das Schulverwaltungsamt in der Moderatorenrolle vorstellen. Günther Jansen verweist in diesem Zusammenhang auf Nachbarkommunen wie Aachen: „Da plant Schulträgers für die ganze Stadt.”

Mit einem konzertierten Angebot könnten nicht zuletzt die Kosten gesenkt und so mehr Eltern angesprochen werden. Das hält Margit Schmitt für sinnvoll. Die Geschäftsführerin ist mit dem Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) für die Trägerschaft des offenen Ganztages in den Grundschulen Atsch und Donnerberg verantwortlich.

Im Sommer und Herbst 2009 sowie in den Osterferien 2010 wurde jeweils eine Betreuungswoche angeboten, in diesem Juli sollen es erstmals zwei Wochen sein. 30 Euro pro Woche und Kind sind zu zahlen. „Das macht einen Elternbeitrag von rund einem Euro pro Stunde. Im Vergleich zu anderen Kinderbetreuung ist das extrem günstig.”

Dennoch könnte die Summe immer noch zu hoch sein, schätzt Schmitt, zumal in den Grundschulen durchweg Beiträge für zwölf Monate erhoben werden, Ferienzeiten somit also nicht ausgespart sind. 15 Kinder haben sich bislang beim SkF für die Sommerferien angemeldet. Das ist überschaubar, hält den Träger aber nicht davon ab, das Angebot aufrecht zu erhalten, denn: „Die 15 Kinder brauchen die Betreuung wirklich.”

Sorg- und problemlos scheint die Organisation alleine in Gressenich zu sein. Stolbergs erste Ganztagsgrundschule war auch beim Ferienangebot Vorreiter und bietet dieses mittlerweile schon im vierten Jahr an. 100 Euro inklusive Frühstück, Mittagessen und Aktivitäten sind laut Hildegard Lüttecke für die ersten beiden Ferienwochen zu zahlen.

„Die Resonanz ist enorm. Da wir nur 40 Kinder aufnehmen können, mussten wir eine Warteliste einrichten”, berichtet die Schulleiterin. Es bleibt der Ruf nach Koordination.
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