Stolberg - In der Begegnung Gemeinsames entdecken

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In der Begegnung Gemeinsames entdecken

Von: Johannes Mohren
Letzte Aktualisierung:
Kleine Schauspieler kommen gan
Kleine Schauspieler kommen ganz groß raus: Die strahlenden Kinder der Kita Gressenich begeistern auf der Bühne die zahlreichen Zuschauer im Saal. Die Tiere, die sie darstellen, finden trotz ihrer offensichtlichen Andersartigkeit zusammen.

Stolberg. Es ist ein Lied, das einem, einmal gehört, nicht mehr aus dem Kopf geht. Eine eingängige Melodie, ein gereimter Text - insgesamt ein echter „Ohrwurm”. Ein optimaler Übermittler für eine Botschaft, die nicht oft genug auf der „inneren Kassette” abgespult werden kann.

„Ich bin Ich und Du bist Du und das kann auch so bleiben, denn ganz genau so wie wir sind, mögen wir uns leiden”, lauten die Textzeilen.

Aufeinander zugehen

Das Lied bildet den krönenden Abschluss des Theaterstücks „Leopold und der Fremde”, das die Kinder der Kita Gressenich im Kulturzentrum Frankental auf die Bühne bringen. Ein Stück aus der Tierwelt, über ein kleines Krokodil und einen kleinen Leoparden. Tiere, die trotz ihrer ganz offensichtlichen Andersartigkeit und anfänglichen Berührungsängsten aufeinander zugehen und in der Begegnung Gemeinsamkeiten entdecken, einander kennen und schätzen lernen.

„Die Kinder sollen kindgerecht und spielerisch mit dem Themen ?Anders-Sein und ?Umgang mit Unterschieden vertraut gemacht werden”, berichtet Silke Peters über das Ziel des Modellprojekts, das sie gemeinsam mit Timor Bozkir von Seiten des Integrationsbüros der Städteregion betreut.

Die beiden Projektpartner genießen den halbstündigen Theaterauftritt der kleinen Schauspieler unter den vielen Kindern, Eltern und Verwandten im Publikum. Ganz schön laut ist es hier vor Aufführungsbeginn, ähnlich wie hinter dem Vorhang. Immer wieder öffnet sich dieser einen Spalt, Aufregung und Vorfreude lassen sich in den Gesichtern erkennen, die vorsichtig hervorlugen, manch einer wagt gar ein verstecktes Winken in den großen Saal. Auf der Bühne haben die Mini-Schauspieler dann sichtlich viel Spaß. Freude, die sich direkt von den strahlenden Kindergesichtern ins Publikum überträgt, das Stimmengewirr macht Platz für rhythmisches Klatschen, andächtiges Staunen und ausgelassenes Lachen.

Höhepunkt und Abschluss

Die Theateraufführung ist ein Höhepunkt und gleichzeitig der Abschluss des Projekts, das im November vergangenen Jahres anlief. Mit ausgewählten Büchern habe man sich mit dem Thema ?Umgang mit dem Anders-Sein beschäftigt, berichtet Kita-Leiterin Vicky Rogas, aber auch gestalterische Aktionen wie nun das Theaterstück habe es gegeben.

Die von den Kindern bemalten, hölzernen Miniaturmenschen, um die sich im Foyer eine interessierte Menschentraube gebildet hat, veranschaulichen diese Arbeit. An ihnen wird auch die Mitarbeit der Eltern deutlich. „Die Figuren stehen auf Puzzleteilen, die von Eltern gestaltet wurden. Es ist wichtig, die Eltern mit in den Prozess zu integrieren, sie sind nämlich die Grundlage, auf der die Kinder stehen. Die Botschaft, die wir den Kindern mit dem Projekt vermitteln wollen, soll auch ins Elternhaus getragen werden”, erklärt Bozkir.

Vorurteilsfreie Brückenbauer

Doch vor allem die begeisterten Nachwuchsschauspieler haben in dem halben Jahr viel gelernt. Sie wissen nun, dass Andersartigkeit nichts Ungewöhnliches ist, dass durch Toleranz und in der Begegnung Gemeinsamkeiten sichtbar werden und Freundschaften entstehen.

Ohne Frage eine gute Basis, damit die Kindergartenkinder heute und in Zukunft zu kleinen und großen, vorurteilsfreien Brückenbauern zwischen Menschen und Kulturen werden können.
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