Stolberg - Immer Schwarz-Gelb: Egal wo, egal wann

Immer Schwarz-Gelb: Egal wo, egal wann

Von: Robert Flader
Letzte Aktualisierung:
Fanclub Stolberg
„Die Mannschaft braucht Unterstützung”: Lou Suiker, Dieter „Didi” Lübbers, Arne Fischer-Wilhelm und Simone Schumacher (v.l.) vom Fanclub „Stolberger Tivoli Jonge” begleiten die Alemannia überall hin. Foto: R. Flader

Stolberg. Angefangen hatte alles im Mai 2000. Aus Sicht von Alemannia Aachen war es ein schönes Frühjahr, der Aufsteiger hatte bis kurz vor Saisonende realistische Chancen auf den Durchmarsch in die 1. Bundesliga.

Die Begeisterung rund um die in den bezahlten Fußball zurückgekehrten Schwarz-Gelben war riesig, der altehrwürdige Tivoli mit rund 18.000 Zuschauern durchweg gut besucht. Es war die Zeit, in der Hans-Peter Offermann den Fanclub „Stolberger Tivoli Jonge” aus der Taufe hob. „Damals waren es vielleicht fünf, sechs Leute”, erinnert sich Dieter Lübbers. In diesem Fall ließe sich durchaus behaupten: die gute alte Zeit.

Heute ist die Begeisterung rund um die Alemannia zwar merklich abgekühlt, die Mitgliederzahlen beim Stolberger Fanclub gingen dafür stetig nach oben. Und Lübbers, mittlerweile 1. Vorsitzender der „Stolberger Tivoli Jonge”, sagt ganz deutlich: „Alemannia war immer schon Herzblut.” Über den Fanclub hinaus, „zum Tivoli gehe ich schon seit Jahrzehnten.”

Die Heimat der STJ, man müsste eigentlich von „neuer Umgebung” sprechen, ist der Block S5, „manche von uns zieht es mittlerwiele aber auch in S1, zu den Sitzplätzen in der Kurve”, sagt Lou Suiker, 2. STJ-Vorsitzender und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Von da aus pöbeln wir die gegnerischen Spieler immer ordentlich an, das macht richtig Spaß.” Im alten Tivoli trieben sie vom P-Block aus die Mannschaft an, „da gab es Sternstunden, aber auch böse Enttäuschungen.”

Die aktuelle Entwicklung lässt sich auch am Stadion festmachen, wenn Dieter Lübbers sagt: „Es gibt keinen neuen Tivoli, nur ein neues Stadion.” Es sei immer noch schwierig, sich „zuhause” zu fühlen, auch wenn die neue Spielstätte immer vertrauter werde.

Zu beinahe allen Auswärtspielen reist der Fanclub mit eigenen Bussen, „die ganze Organisation, das ganze Drumherum kostet dich schon viel Zeit”, sagt Lou Suiker, der die Fanclub-Fahnen selbst näht. Und: „Alemannia organisiert ja fast nichts mehr selber.” Noch zu Aufstiegs- und Bundesligazeiten seien von Stolberg im Schnitt zwei Busse mitgefahren. Auch hier ließe das Interesse - außerhalb des Fanclubs - mehr und mehr nach.

Die „Stolberger Tivoli Jonge”, die mittlerweile 38 Mitglieder zählen, sind aber keineswegs ewig Gestrige, nur weil sie den alten Tivoli besser fanden. Sie tragen auch nicht alles mit, nur weil sie bedingungslos hinter der Mannschaft stehen. Die aktuelle Saison, auch für die Stolberger Fans ist sie unbefriedigend: „Es geht nur noch gegen den Abstieg. Aber gerade in dieser Situation braucht die Mannschaft Unterstützung”, so Dieter Lübbers, 49, der sich als kaufmännischer Leiter in einem Maschinenbaubetrieb ähnlich wie Lou Suiker (Techniker) auch im Beruf die ein oder andere kleine Freiheit nimmt, um die Alemannia nicht zu kurz kommen zu lassen.

Dennoch: Redebedarf ist ausreichend da und deshalb organisieren die Stolberger Fans in der übernächsten Woche eine Talkrunde mit Alemannia-Vertretern im Zinkhütter Hof (siehe Box). Lübbers: „Stolberg wird bei solchen Veranstaltungen, die ja meistens in Aachen oder im Nordkreis stattfinden, wie ein Stiefkind behandelt. Aber hier gibt es auch viele Alemannia-Fans.”

Doch vorher wird der TSV die STJ noch nach Westfalen führen: In Paderborn wollen sie ihren Teil dazu beitragen, dass die ersten drei Punkte auf einmal eingefahren werden. „Die Mannschaft braucht jetzt Unterstützung”, sagt Dieter Lübbers. An der STJ wird es ganz sicher nicht liegen, sollte auch im siebten Anlauf kein Sieg gelingen.

Hyballa, Meijer und Spieler nehmen Stellung

Die Talkrunde der Stolberger Tivoli Jonge findet am Mittwoch, 14. September, im Zinkhütter Hof statt. Beginn ist um 19 Uhr, eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

In insgesamt drei Gesprächsrunden werden Alemannias Sportdirektor Erik Meijer, Trainer Peter Hyballa sowie die Spieler Kevin Kratz, Thomas Stehle und Manuel Junglas Stellung zur aktuellen Situation des Zweitliga-Schlusslichts nehmen.

Nach kurzer Einführung soll der Schwerpunkt vor allem auf Fragen aus dem Publikum liegen, kündigt Dieter Lübbers an.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert