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Im Wettbewerb: Stolbergs „Dörfer“ haben eine Zukunft

Von: O. Hansen
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Georg Blatzheim (3. v.l.), Vorsitzender der IG Büsbach, führt die Jury-Mitglieder durch den Ortsteil. Die Damen und Herren machen sich fleißig Notizen. Foto: O. Hansen
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Siegfried Pietz (links) erläutert der Jury und ihren Begleitern den Stand der Arbeiten am Baugebiet Brockenberg. Etliche Grundstücke sind hier bereits vergeben oder auch schon bebaut. Foto: O. Hansen
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Carsten Nellissen (rechts) erläutert der Jury die Vorzüge des Donnerbergs rund um die Kirche. Foto: O. Hansen
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Mit dem Bus erkundet die Wettbewerbs-Jury die schönsten Punkte der Donnerberger Siedlung. Foto: O. Hansen

Stolberg. „Unser Dorf hat Zukunft“ - davon sind die vier Stolberger Ortsteile Donnerberg, Büsbach, Breinig und Vicht felsenfest überzeugt. Jedenfalls beteiligen sie sich in diesem Jahr am gleichnamigen Wettbewerb, beginnend auf Städteregionsebene.

Das Lampenfieber ist spürbar bei den Verantwortlichen der IG Donnerberger Vereine, die vor der Kirche auf die Jury des Wettbewerbes warten. Dann fährt der Bus mit den Jury-Mitgliedern Dr. Sascha Derichs, Professor Dr. Christoph Hebel, Norbert Langohr, Stefan Pauls, Harald Thyssen, Ruth Koelen und Antonia Krousen vor. Die Leitung der Kommission hat Andrea Drossard übernommen. Die Jury kommt aus Linden-Neusen, wo sie sich zuvor die Entwicklung dieses Ortes näher angesehen hat.

Kinderlied zur Begrüßung

Die Donnerberger haben sich ein besonderes Programm einfallen lassen, um den Gästen ihren Stadtteil näher zu bringen. Zuerst geht es in die Kirche. Hier tragen Kinder aus vier Kindergärten mit Begeisterung das Vogelsängerlied vor. Dafür gibt es reichlich Applaus. Kunibert Matheis, Gerd Mertens, Hans-Josef Schneider und Carsten Nellissen stellen die Gründung und Entwicklung des Ortsteils von der Arbeitersiedlung in einen Stadtteil mit viel Grün bei kurzen Vorträgen im Pfarrheim vor. In einer Broschüre hat die IG alles Wissenswerte zusammen gefasst. Auf dem Donnerberg gibt es Kindergärten, Schulen und alles zur Nahversorgung. Wer will, kann die Daten auch auf der neuen Homepage im Internet nachlesen.

Dann geht es auf eine Rundfahrt per Bus durch den Ort. Vorbei an den Bruchsteinhäusern in der Michaelstraße, der Bundeswehrkaserne, Schulen und Kindergärten. Neue Baugebiete werden besichtigt. Und damit thematisiert, wo viele Donnerberger ihre Zukunftsaufgabe sehen: im geplanten Baugebiet Stadtrandsiedlung im Schatten des Sendemastes. Rund 300 Wohneinheiten könnten dort entstehen, wo heute noch Pferde grasen, wie Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt der Gästegruppe erläutert. „Das ist eine der wichtigsten Entwicklungsflächen von Stolberg.“ Die Donnerberger setzen große Hoffnungen auf das Areal. Kunibert Matheis: „Hier könnten unser Dorfplatz und unser Dorfgemeinschaftshaus entstehen.“

Für den Abschluss der Tour haben sich die Donnerberger ebenfalls einen besonderen Programmpunkt einfallen lassen. Der Bus stoppt bei Tabalingo. Der Verein betreibt auf dem Gelände einer ehemaligen Nerzfarm eine Freizeitfläche für Kinder mit und ohne Behinderung. Egal ob bei Graffiti oder Fußball - hier können sich Kinder so richtig austoben.

Zusammen gerückt

„Der Wettbewerb hat im Ort viel bewirkt. Sie sind zusammen gerückt und haben vieles angestoßen“, zeigt sich Jury-Mitglied Professor Hebel angetan vom Gesehenen. „Da geht einem das Herz auf. Ich wünsche mir, dass Sie dabei bleiben“, motiviert Hebel die IG, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

Dann geht es für die Jury-Mitglieder wieder ab in den Bus und auf nach Büsbach. Der zweite Stolberger Stadtteil stellt sich an diesem Tag vor. Hier tragen Georg Blatzheim und Günter Dahmen den Gästen zunächst im Bürgerhaus die geplante Entwicklung des Stadtteils vor. Es geht um den „Brückenschlag von der Tradition zur Moderne“ und die „gelebte Gemeinschaft“ im Ort. Im Jahr 2008 hat Büsbach bereits einmal den 2. Platz im Wettbewerb belegt. Prämie war seinerzeit eine professionelle Planungswerkstatt. Stärken und Schwächen des Ortes wurden analysiert. Alle Teilnehmer der Werkstatt waren sich am Ende einig: Man muss ein Gesamtkonzept entwerfen, um die Lebensqualität Büsbachs zu verbessern. Einzelmaßnahmen bringen nichts.

Das Gesamtkonzept scheiterte allerdings zunächst an den finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Jetzt könnte es aber Wirklichkeit werden. Beim neuerlichen Besuch der Jury trägt die Mitarbeiterin eines Planungsbüros vor, wie der Marktplatz von Büsbach einmal gestaltet werden könnte. Mit viel Aufenthaltsfläche und reichlich Grün, das die Konrad-Adenauer-Allee zu einer tatsächlichen Allee machen könnte.

Auch hier steigen die Jury-Mitglieder und ihre Begleiter in den Bus. Es geht zum Neubaugebiet am Brockenberg. Zahlreiche attraktive Häuser sind hier bereits hoch gezogen worden. Bei der Firma Hoven Hydraulik lernen die Gäste, wie man Regenwasser mittels Rigole umweltfreundlich versickern lassen kann statt es in die Kanalisation zu leiten. Höhepunkt der Rundfahrt ist der Halt in der Hostetstraße. Die Bewohner haben für ihre Gäste rot-schwarze Flaggen heraus gehängt. Der eine oder andere Oldtimer steht vor der Haustüre. Die malerischen Häuser reizen auch Andrea Drossart, so manches Foto zu schießen. Die Jury macht sich unterdessen fleißig Notizen.

Nach dem Besuch des Ateliers von Angelika Kühnen mit dem einzigartigen Blick in die Landschaft rund um Büsbach gibt es einen kleinen Umtrunk, ehe sich die Präsentationsgruppe und die Jury zu einem kurzen Meinungsaustausch treffen. Für die Gäste geht es dann zum letzten Mal an diesem Tag zur Abreise in den Bus.

Am Freitagnachmittag steht der Besuch von Stolberg-Vicht an, am Donnerstag nächster Woche bereist die Kommission Breinig. Die Gewinner des Wettbewerbs werden am 13. September bekannt gegeben. Donnerberg und Büsbach dürften schon einmal keine schlechten Chancen haben.

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