Im „Realschul-Zoo” macht das Lernen noch viel mehr Spaß

Von: ng
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Die Sechstklässler können sich im Sprachdorf ohne Noten- und Prüfungsstress auf die mündliche Prüfung einstellen. Auch die „Prüfer” aus dem 8. Schuljahr profitieren von der Aktion. Foto: N. Gottfroh

Stolberg. Die Schüler der Jahrgangsstufe 6 der Realschule staunten nicht schlecht, als sie die Türe zu einem ihrer Klassenräume öffneten. Im Klassenraum erwartete sie die ganze Welt des Londoner Zoos. Nun ja, vielleicht nicht die ganze Bandbreite, die der Tierpark der Metropole zu bieten hat, sicher aber einige Stationen.

Und weil die Schüler sich plötzlich mitten in London befanden, mussten sie auch ihre Sprache den Gegebenheiten anpassen - nun wurde englisch gesprochen.

Das Lehrerteam der Fachkonferenz Englisch der Realschule hatte ganze Arbeit geleistet, ein Sprachendorf aufzubauen, in dem die Schüler in realistischen Alltagssituationen die Fremdsprache anwenden konnten. Das hat einen besonderen Grund. Denn im kommenden Schuljahr werden die Sechstklässler eine ihrer Klassenarbeiten im Fach Englisch durch eine mündliche ersetzen müssen.

„Im Sprachendorf sollen die Kinder schon einmal ein wenig Routine beim Sprechen bekommen und dem Dialog mit anderen bekommen - auf spielerische Weise”, sagt Lehrerin Ulla Franke. „Auf diese Art werden die in den Kernlehrplänen geförderten Kompetenzen im Sprachunterricht wie zum Hörverstehen und Sprechen authentisch angewandt”, sagt Schulleiter Ferdinand Küpper-Jacobs.

Spielerisch und voller Spaß geht es tatsächlich im „Schul-Zoo” zu. Die verschiedenen Stationen des „Zoos” werden abgelaufen, für jede bestandene Station erhalten die Schüler von den Prüfern einen Stempel auf ihrem Laufzettel. Scheu vor den „Prüfern” haben die Schüler in diesem Fall aber nicht, denn die Achtklässler, die den Ablauf von mündlichen Prüfungen schon kennen, bewerten im Sprachendorf die Leistungen der Kinder.

Und ohne Druck und den kritischen Blick der Lehrer macht es den Kindern gleich doppelt Spaß, spielerisch zu lernen, und am Ticketschalter in englischer Spache ein Zooticket zu kaufen und dabei mit den Prüferinnen am Ticketschalter noch „small talk” zu halten, sich von den „Tierpflegern” die Besonderheiten bei der Pflege von Affen erklären zu lassen oder sich im Souvenirshop beraten zu lassen, welches Andenken man den Klassenkameraden aus London mitbringen kann. „Für die Schüler ist es besonders reizvoll, mit authentischen Materialien zu arbeiten, etwa mit echtem Geld”, sagt Küpper-Jacobs.

An der Realschule werden seit diesem Schuljahr mündliche Fremdsprachenprüfungen in den Stufen fünf bis acht abgehalten.

Die mündlichen Prüfungen erlaubt die neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung für NRW.
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