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Im Museumssägewerk dem Drechsler über die Schulter gucken

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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So wird aus Holz eine Schale: Manfred Bayer (links) und Wolfgang Schmitz vom „Drechsler-Stammtisch Dreiländereck“ machten beim Adventssägen in Zweifall die Besucher mit ihrem Kunsthandwerk bekannt. Foto: C. Hahn

Stolberg-Zweifall. Kurz bevor die Winterruhe einkehrt, erwacht beim traditionellen Adventssägen das Museumssägewerk Zweifall zu vollem, prallen Leben. Dann quillt der Parkplatz am Eingang zum Solchbachtal vor Autos über, und die Menschen drängen sich in Scharen auf dem Terrain – so auch am vergangenen Wochenende.

Über einen Mangel an Zuspruch konnten sich der Vorsitzende des Museumsvereins, Robert Jansen, und seine zahlreichen Mitstreiter auch dieses Mal nicht beklagen. Der Verkauf von hölzernen Christsternen und anderen Gegenständen aus eigener Produktion frischte die Kasse der Träger auf und sorgte dafür, dass den Machern das Geld für ihre Arbeit nicht ausgeht.

So hatte das Damen-Team des Hauses ein improvisiertes Café eingerichtet, das mit frischen, selbst gebackenen Waffeln und anderen süßen Leckereien das Interesse der Besucher auf sich zog. Mag das Einwerben auch noch so lebenswichtig für das Museum gewesen sein – mindestens ebenso bedeutsam war das Vorführen von allerlei Fertigkeiten rund ums im Wald ringsum geschlagene Holz, das zeigte, wie sehr diese Art des Handwerks im Leben von Zweifall und seiner Umgebung verwurzelt ist.

So ratterte nicht nur das Gatter im Hauptgebäude: In einem Nebengebäude des Forsthauses gab es eine Neuheit, die das Programm des Adventssägens um eine weitere Facette bereicherte. Nach einem Besuch im Sägewerk hatten sich nämlich die Aktiven des „Drechsler-Stammtisches Dreiländereck“ entschlossen, mitzumachen. Zu diesem Zweck hatten die Drechsler einen Teil ihrer Maschinen aufgebaut und zeigten, wie mit den richtigen Drehbewegungen aus Holz etwa eine Schüssel entsteht.

Gottfried Koll, der ansonsten in Zweifall den Nachwuchs des Forstbetriebs ausbildet, machte derweil lautstark (will sagen: mit röhrender Kettensäge) auf sein Tun aufmerksam. Geradezu virtuos im Handhaben seines Arbeitsinstruments, verwandelte der Wald-Experte mit immer nezem Ansetzen des Geräts lebloses Holz in Wichtel oder andere drollige Objekte.

Hier galt‘s der Kunst, und so mancher Besucher zückte nur zu gerne seine Portemonnaie, um eine von Kolls Schöpfungen mit nach Hause nehmen zu können. Robert Jansen, als Förster sowieso von Natur aus nahe dran am Thema des Museums (und selbst Hobby-Drechsler), freut sich derweil noch über ganz andere Dinge. Erstens haben die Zweifaller vom Landschaftsverband Rheinland einen Zuschuss für die Dokumentation der historischen Holzernte in der Ausstellung bekommen.

Dieser Zuschuss fällt offenbar ganz erklecklich aus, denn zum Zwecke dieser Dokumentation soll unter anderem ein Filmemacher mit seiner ganzen Ausrüstung ins Museum kommen, so Jansen im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bereits „zu 90 Prozent abgeschlossen“ sind die Arbeiten am Schaugatter, das wetterfest am Waldweg zum Museum aufgestellt worden ist – die restlichen zehn Prozent sollen folgen, sobald der Winter vorbei ist. Die ständige Ausstellung soll im Übrigen auch noch demnächst um eine umfassende Darstellung der Geschichte örtlicher Sägewerke erweitert werden.

Währenddessen bereiten sich Robert Jansen und seine Getreuen so langsam schon mal darauf vor, dass das Museumssägewerk im September 2018 sein zehnjähriges Bestehen feiert. Die Mitgliederzahl jedenfalls beweist, dass dessen Arbeit auf einer soliden Basis fußt. Zum Zeitpunkt der Gründung gehörten dem Trägerverein noch 25 Mitglieder an. Jetzt sind es immerhin schon derer 90. Mehr zum Museum im Internet: www.museumssägewerk-zweifall.de.

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