Im Museum kreischt die Bandsäge wieder

Von: dö
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Spannendes Exponat: Jörg, Gab
Spannendes Exponat: Jörg, Gabi, Ina und Philipp Meyreis lassen sich von Willi Baumsteiger (v.l.) das Schärfen einer Säge erklären. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Zweifall. Im Museumssägewerk hat die Saison begonnen. Nach einer fünfmonatigen Winterpause war am Wochenende erstmals wieder der Ausstellungsraum geöffnet. Der zweite Schritt folgt am Samstag, 21. April.

Dann wird beim Schausägen auch das alte Sägegatter wieder in Betrieb genommen. Doch soweit ist es noch nicht. Vorerst müssen sich die Besucher damit begnügen, „nur” die im Ausstellungsraum platzierten Exponate zu Gesicht zu bekommen.

Und dieses Angebot wurde am Wochenende zahlreich in Anspruch genommen. Sogar aus Königswinter kamen Interessenten. Das belegt der Besuch der vierköpfigen Familie Meyreis, die in der Kupferstadt bei Verwandten zu Gast, sich von Willi Baumsteiger das Schärfen eines Sägeblattes erklären ließen.

Baumsteiger, ein früherer Controller und langjähriges Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Zweifaller Waldlehrpfad, gehört seit mehr als zwei Jahren der Mannschaft an, die im Ausstellungsraum des im März 2009 entstandenen Museums für die Aufsicht und die Vermittlung des Hintergrundwissens zuständig ist.

Aus Nideggen sind Detlef und Beate Schiffmann nach Zweifall gekommen. „Holzverarbeitung interessiert mich, besonders der historische Ablauf”, sagt Schiffmann, der eingehend die ausgelegten Broschüren studiert und nach eigenen Worten sich ab und zu als Waldarbeiter betätigt, um Holz für den häuslichen Kamin zu schneiden. Einen Spaziergang über den nah gelegenen Waldlehrpfad hat Rainer Waas aus Kelmis (Belgien) unternommen.

Ins Museum gelockt hat ihn die offene Tür. „Ich bin rein zufällig auf das Museum gestoßen. Toll, was es hier alles zu sehen gibt”, erläutert Waas seine Beweggründe, um in der bislang für ihn unbekannten Einrichtung, die an Wand und Decke befestigten historischen Motorsägen zu inspizieren.

Neben Sägen aller Art und Verwendungsmöglichkeiten sind auf den Wandflächen auch Bilder zu sehen, die die örtliche Holzindustrie von ihrer Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts dokumentieren.

Bilder, die auch das Interesse einer sechsköpfigen Besuchergruppe aus Eschweiler-Dürwiss finden, die nach eigenen Bekunden, sich zuletzt beim „Weihnachtssägen” in der im Solchbachtal liegenden Einrichtung aufgehalten haben.

Als der 78-jährige Baumsteiger am Spätnachmittag die Tür des in einer Senke liegenden Holzbaues schließt, hat er immerhin 40 Striche in seiner Liste gemacht.

„Für den ersten Öffnungstag in diesem Jahr ist das ein gutes Ergebnis”, versichert Willi Baumsteiger, der sich darüber freut, dass jeder der Striche auf seiner Liste stellvertretend für einen der Besucher an diesem Tag steht.

Angeboten werden bis zum 31. Oktober folgende Öffnungszeiten: Ausstellungsraum, samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Vorführungen von Sägegatter und Bandsäge sind an jedem dritten Samstag im Monat um 16 Uhr, also am 21. April, 19. Mai, 16. Juni, 21. Juli, 18. August, 15. September und 20. Oktober. Weitere Vorführungen nach vorheriger Terminabsprache unter rureifel-juelicher- boerde@wald-und-holz.nrw.de oder Telefon 02409/94000.

Im Ausstellungsraum erhält man einen Überblick über die Bedeutung der heimischen Forst- und Holzwirtschaft. Ausgestellt ist historisches Werkzeug zur Holzernte, der Holzvermessung und -kennzeichnung. Aber auch die Entwicklung des Transportes ist dokumentiert.

Das Museum befindet sich am Forsthaus Zweifall, Jägerhausstraße 148, und liegt direkt am Waldlehrpfad Solchbachtal.

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