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Im Bus wird längst nicht nur gespielt

Von: Philipp Baldia
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Der Bus und die Kinder: Der mo
Der Bus und die Kinder: Der mobile Jugendtreff macht Station in der Atsch. Im und um das Gefährt wurde viel geboten. Foto: P. Baldia

Stolberg-Atsch. Lachende Kinder, lautes Zählen bis 15 und ein anschließendes „Ich komme!” verraten eins: Hier, vor dem mobilen Jugendbus ist immer etwas los. Und das hat meistens mit Spaß zu tun.

Im Inneren des ehemaligen Aseag-Busses finden sich weitere Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren, die bei nicht sehr sonnigem Wetter den geschützten Innenraum des Treffpunkts bevorzugen.

Spielen die Kinder draußen Verstecken, turnen an einem Klettergerüst rum, spielen Hockey auf zwei kleine Hockeytore, oder trippeln über ein zwischen zwei Bäumen gespanntes Balance-Seil, so sind drinnen andere Spiele und Aktivitäten angesagt: An einer Nintendo Wii-Konsole spielen vier Kinder gemeinsam ein Videospiel, wobei nur eines der vier Kinder spielt und die anderen drei Jungen ihm Ratschläge geben, wie er vorgehen soll.

Gespannt starren weitere Kinder auf den kleinen Fernseher im hinteren Teil des Busses und feuern den Spielenden an. Nach einer Weile wechseln die Kinder; oft spielen auch vier Jugendliche gleichzeitig, da der mobile Jungendtreff über vier Controller für die Konsole verfügt.

Gemäß dem Motto Digitalisierung ist sie zwar nicht aufzuhalten, dennoch gemeinschaftlich zu gestalten bietet der Jugendtreff zusätzlich zur Wii noch zwei Laptops und zieht somit viele Kinder nicht zuletzt der technischen Spielgeräte wegen an. „Das ist besser, als die Kinder zu Hause unbeaufsichtigt ins Internet und an unbekannte PC-Spiele zu lassen”, sagt Tamara Königsmann, studierte Sozialarbeiterin, die den Jugendbus und seine jungen Gäste während seines Aufenthaltes in der Atsch zusammen mit einer Honorarkraft, ebenfalls aus dem Feld der Sozialen Arbeit/Pädagogik, betreut.

Doch nicht nur gespielt wird seit einem Jahr unter Königsmann in Atsch: Auch der im Bus eingebaute Herd findet zusammen mit einem Kühlschrank und einer Mikrowelle desöfteren Verwendung beim gemeinschaftlichen Kochen, dem eine gemeinsame Tafelrunde folgt. Vielfach bedanken sich die Jugendlichen dann bei den Betreuern und freuen sich auf das nächste gemeinsame Mahl am Bus.

Besonders wegen seiner Mobilität bietet der Bus eine ökonomische und zukunftssichere Alternative zu festen Jugendtreffs. „Ich bin froh, dass es den Bus gibt. Dann habe ich wenigstens an einem Tag in der Woche keine Langeweile”, so ein Besucher des Treffs zu Königsmann. Das Konzept von Sozialarbeiter Frank Döhla, der ebenfalls für den Umbau und die Gestaltung des Busses verantwortlich ist, geht also auf. Im Schnitt findet man etwa 15 Kinder im Bus.

Doch nicht immer wird gespielt, manchmal kommt es auch zu kleineren Konflikten unter den Kindern, die dann geschlichtet werden von Königsmann und ihren Kollegen. Aber nicht nur über Konflikte wird gesprochen: als Tante, Freundin, Lehrerin und Psychologin erfüllt Königsmann viele Rollen für die jungen Menschen und führt nicht selten mit den Kindern ernste Gespräche über Themen, die wichtig für die pubertierenden Jugendlichen sind. So wird in Einzelgesprächen beispielsweise über Familienprobleme, Sexualität, Rassismus und Intoleranz gesprochen.

Projekt vom Jugendamt finanziert

Finanziert wird das Projekt des mobilen Jugendtreffs vom Stolberger Jugendamt, das auch den größten Teil der Ausstattung bezahlt hat. Doch auch einige freundliche Eltern haben die einen oder anderen Spielsachen gespendet, eine Geste, die Betreuerin Königsmann gerne sieht und über die sie sich immer wieder freut.

Der Bus tourt auch außerhalb der Ferien durch das Stadtgebiet mit Ausnahme einer Winterpause von Dezember bis Februar, wo es zu kalt ist, um sich im offenen Bus zu treffen. Von 15 bis 21 Uhr innerhalb der Ferien ist der Bus an drei verschiedenen Tagen in drei Stolberger Stadtteilen anzutreffen: dienstags in Atsch, mittwochs auf der Liester und donnerstags in Mausbach.

Außerhalb der Ferien findet der Treff ebenfalls wöchentlich statt mit dem Unterschied, dass der Bus erst ab 16 Uhr von den Kindern jeden Alters und aller Schichten und Nationalitäten freudig erwartet wird, um dann gemeinsam die Spielgeräte aufzubauen.

„Nachtangebot” als besonderes Schmankerl

Als Schmankerl gibt es in den Sommerferien vom 23. bis 25. August noch ein besonderes „Nachtangebot”: An diesen Tagen ist der Bus von 18-24 Uhr (für Unter-14-Jährige bis 22 Uhr) im jeweiligen Stadtteil verfügbar und lockt mit dem Motto „Grillen, Chillen, Sterne gucken!”. Wer das Projekt finanziell oder mit Sachspenden unterstützen möchte, kann sich an Josef Offergeld vom Jugendamt (Tel. 13-334) wenden.

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