Stolberg - IG Metall zieht ein neues Ass aus dem Ärmel

IG Metall zieht ein neues Ass aus dem Ärmel

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Mittwoch trifft man ihn in Düren an, Donnerstag wird er in Stolberg sein. Und im nächsten Monat steht das Volkswagenwerk in Emden auf dem Programm. Hinzu kommen diverse Fachseminare an unterschiedlichen Orten. Kurzum: Martin Peters ist derzeit viel unterwegs.

„Trainee” nennt sich der 27-Jährige im neudeutschen Sprachgebrauch. In der Praxis bedeutet dies, dass er während einer einjährigen Qualifizierungsphase verschiedene Stationen durchläuft, um dann bestens für die Zukunft vorbereitet zu sein. Die Zukunft, das ist für Peters mittlerweile klar, liegt bei der IG Metall.

In der Verwaltungsstelle Stolberg, die ihm ab nächsten Mai mit Zustimmung des Ortsvorstandes eine Stelle anbieten könnte, hört man das gerne. Denn nicht nur Geschäftsführer Helmut Wirtz weiß, dass er mit dem Stolberger gerade für seine Heimatstadt ein (neues) Ass im Ärmel hat. Gemeinsam mit seinem Dürener Kollegen Paul Zimmermann hat Wirtz „seinen” Zögling bei der Chefetage der IG Metall empfohlen.

Den Zuschlag für eine der begehrten, bundesweit 30 Stellen erhielt Martin Peters allerdings erst am Ende eines aufwändigen Bewerbungsverfahrens. So hat sich - für den Außenstehenden relativ überraschend - die Lebensplanung des angehenden Geschichts- und Deutschlehrers und ehemaligen Bundestagskandidaten der SPD geändert.

Politik oder Gewerkschaft - diese Frage stellt sich für Peters indes nur bedingt. „Die IG Metall ist ja nicht trotz der Politik, sondern gerade wegen der Politik auf mich aufmerksam geworden”, gibt der 27-Jährige zu bedenken. Allerdings setzt er für seine berufliche Zukunft klare Prioritäten: „Der Ehrgeiz, noch mal bei einer Bundestagswahl anzutreten, ist natürlich vorhanden. Die berufliche Entwicklung und damit die IG Metall stehen aber absolut im Vordergrund.”

Das schließt nicht aus, dass er seine (partei-)politischen Ämter und Mandate vorerst behält. Als Mitglied der SPD-Fraktion im Städteregionstag und Stadtverbandsvorsitzender der Stolberger SPD will Martin Peters auch in Zukunft tätig sein - mit Unterstützung seines Arbeitgebers: „Natürlich ist die IG Metall vorbildlich, was die Einstellung zum politischen Engagement angeht. Das wird sehr wohlwollend behandelt”, berichtet der Stolberger. Dennoch steht für ihn aber auch fest: „Die IG Metall ist keine auf die SPD fixierte Organisation.”

Das Thema Schule hat Peters trotz des ersten Staatsexamens abgehakt. „Vom Lehrerberuf habe ich mich verabschiedet. Prinzipiell wäre eine solche Laufbahn interessant gewesen. Die Arbeit bei der IG Metall reizt mich aber deutlich mehr.” Gänzlich verloren gehen müsse die Pädagogik jedoch nicht: „Wir machen ja auch sehr viel gewerkschaftliche Bildungsarbeit.”

Am 30. April 2011 endet sein Jahr als Trainee und damit auch das Beschäftigungsverhältnis mit dem Hauptvorstand der IG Metall in Frankfurt. Dann könnte die regionale Laufbahn von Martin Peters beginnen. Im Januar 2011 wollen die Ortsvorstände in Stolberg und Düren über eine Anstellung des 27-Jährigen beraten. Gut möglich, dass sich am Ende beide Verwaltungsstellen für Martin Peters entscheiden und ihr neues Ass gemeinsam ausspielen werden.
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