IG Metall will erstes Ausrufezeichen setzen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
Die ersten Warnstreiks sind in
Die ersten Warnstreiks sind in Sicht: Für den 9. Mai ruft die IG Metall in den Stolberger Betrieben zur Arbeitsniederlegung auf. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Zeichen stehen auf Konfrontation - auch wenn diese zunächst eher gemäßigt ausgetragen wird. Nachdem die IG Metall das Angebot der Arbeitgeber für die laufende Tarifrunde abgelehnt hat, sind am Freitag auch in Stolberg die Vorbereitungen auf einen ersten Warnstreik angelaufen.

Für Mittwoch, 9. Mai, werden die Beschäftigten in den Betrieben der Metall- und Elektroindustrie zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Ab 9 Uhr steht dann für sie wie auch für die Eschweiler Kollegen im dortigen Talbahnhof ein „Warnstreik-Frühstück” auf dem Programm.

„Das Angebot ist in keiner Weise akzeptabel”, kommentiert Georg Moik die offerierte dreiprozentige Entgelterhöhung für 14 Monate. „Das macht aufs Jahr umgerechnet gerade einmal knapp 2,6 Prozent und somit den Ausgleich der Teuerungsrate aus. Und zu den wichtigen Themen wie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden, mehr Mitbestimmung in den Betrieben und gleiche Bezahlung für Leiharbeiter gibt es gar keine Positionierung”, moniert der Gewerkschaftssekretär.

„Wir wollen keine nichtssagenden Worthülsen, sondern klare und verbindliche Regelungen”, betont Moik. Weil sich die Arbeitgeber dazu aber bislang nicht bereiterklärt hätten, müsse der Druck nun an der Basis erhöht werden.

Am 9. Mai werden die Beschäftigten aus Stolberg mit dem Bus in die Nachbarstadt fahren. Den bereits mehrfach organisierten Autocorso soll es zunächst nicht geben. „Den sparen wir uns für später auf”, verrät Georg Moik. In Eschweiler wiederum treffen sich die Metaller bei der Firma Hoffmann und ziehen von dort aus zu Fuß zum Talbahnhof. Hier stehen neben dem Frühstück auch kurze Reden zu den zentralen Forderungen der IG Metall in der laufenden Tarifrunde auf dem Programm.

Gegen Mittag wird diese erste Aktion beendet sein. Anschließend richtet sich der Blick wieder nach Düsseldorf, wo am 11. Mai die nächste Verhandlungsrunde stattfinden wird. „Die Zeit drängt. Wenn nicht bis spätestens Ende Mai ein Ergebnis vorliegt, wird sehr zügig ein Bezirk ausgewählt, in dem es zu unbefristeten Streiks kommen wird”, prognostiziert Moik den weiteren Fortgang des Tarifkonfliktes. Das hat nicht zuletzt auch mit den Sommerferien zu tun, die in Nordrhein-Westfalen am 9. Juli beginnen.

Welche Schärfe die Auseinandersetzung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bekommen könnte, hängt nach Ansicht des Sekretärs auch von der Beteiligung der Beschäftigten in der Warnstreikphase ab. „Wir müssen klarmachen, dass das vorgelegte Angebot weit entfernt ist von dem, was angesichts der guten wirtschaftlichen Lage in der Branche und der hohen Gewinne der Unternehmen angemessen ist.” Für den Fall eines „richtigen” Streiks indes sei klar: „Dann müssen wir wie die Verdi-Kollegen massive Aktionen mit großer Außenwirkung starten.”

Einen verbalen Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Wochen folgen könnte, wird es am 1. Mai geben. Beim „Familienfest” auf dem Kaiserplatz am kommenden Dienstag (Beginn 13 Uhr) werden neben der IGBCE und der Stolberger SPD traditionell auch Vertreter der IG Metall das Wort ergreifen. Das Schwerpunktthema wird dabei durch das aktuelle Geschehen vorgegeben.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert