Stolberg - IG Metall setzt auf neue Jobs in Stolberg

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IG Metall setzt auf neue Jobs in Stolberg

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Bei diesem Tempo geraten selbst „alte Hasen” schon mal ins Schwitzen. „Niemand hätte damit gerechnet, dass es einen derartigen Umschwung geben würde”, gibt Helmut Wirtz zu und schließt seine Person in den Kreis der Überraschten ein.

Rasant hatte die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise die Metall- und Elektroindustrie erwischt, fast ebenso schnell hat sich jetzt der neue Aufschwung eingestellt.

„Die Auftragslage hat sich enorm verbessert”, weiß der Geschäftsführer der IG Metall Stolberg, versieht diese Feststellung aber zugleich mit einer Einschränkung. „Auf die personelle Situation hat sich das bislang leider nicht positiv ausgewirkt.”

Neueinstellungen sind demnach bis dato Fehlanzeige, stattdessen nutzen die Stolberger Unternehmen die flexiblen Möglichkeiten und versuchen, das erhöhte Arbeitsaufkommen durch Mehrarbeit und das Auffüllen der in der Krise ins Minus abgerutschten Stundenkonten der Mitarbeiter aufzufangen.

Das ist für den Augenblick auch aus Sicht der Gewerkschaft in Ordnung, auf Dauer setzt die IG Metall aber auf eine Aufstockung des Personals. „Alle Prognosen sagen einen stabilen, langfristigen Aufschwung voraus. Spätestens im Frühjahr müssen wir deshalb über die Schaffung neuer Jobs reden”, erklärt Helmut Wirtz.

Vehement will er sich dabei gegen Versuche zur Wehr setzen, die Leiharbeit in den Betrieben (wieder) auszudehnen. „Das wird einen Schwerpunkt unserer Arbeit in den kommenden Monaten bilden”, kündigt der Geschäftsführer an.

Dabei will Wirtz nicht nur den für die Stahlindustrie im September sogar tariflich festgeschrieben Grundsatz der gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit auf seine Branche übertragen wissen.

Vielmehr ist es erklärtes Ziel, zusätzliche Stellen einzurichten, auch wenn diese in vielen Fällen zunächst mit einer zeitlichen Befristung versehen sein dürften. „Ich halte Leiharbeit für eine moderne Form der Sklaverei”, wird der IGM-Geschäftsführer deutlich.

Klare Worte wählt er auch zum Thema Ausbildung. „Angesichts des Facharbeitermangels und der demografischen Entwicklung muss die Ausbildungsquote erhöht werden.”

Immerhin: Viele Unternehmen in Stolberg hätten mittlerweile die Zeichen der Zeit erkannt und würden - auch dank der Intervention der IG Metall - junge Menschen ausbilden und an sich binden.

Für Helmut Wirtz ist das auch absolut notwendig: „In zehn Jahren wird rund ein Drittel der Belegschaft altersbedingt ausscheiden, bis 2025 werden es zum Teil sogar 50 Prozent sein.” Der Metall- und Elektroindustrie stehen als bewegte Zeiten bevor - auch, aber nicht nur wegen des rasanten Aufschwungs.
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