Stolberg-Münsterbusch - IG Metall: Mindestlöhne gegen „staatlich subventioniertes Lohndumping”

IG Metall: Mindestlöhne gegen „staatlich subventioniertes Lohndumping”

Von: dim
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Stolberg-Münsterbusch. „Bei dem Thema Mindestlohn ziehen die SPD und die Gewerkschaften seit Langem an einem Strang”, erklärte Rolf Engels bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Stolberg Nord-Süd.

Der OV-Vorsitzende freute sich, auch Betriebsräte der Firmen Berzelius, Pelzer und Prym begrüßen zu können und nannte die derzeitige Situation der immer mehr werdenden prekären Arbeitsverhältnisse eine „grundlegende Fehlentwicklung”. „Es bedarf starker Gewerkschaften und einer starken SPD, um die Lage für die Arbeitnehmer in Deutschland zu verbessern”, sagte Engels und erteilte darauf Robert Fuß von der IG Metall Bezirksleitung Nordrhein-Westfalen das Wort, der zum Thema „Mindestlohn” referierte.

Fuß prangerte in seinem Vortrag die derzeitigen Verhältnisse in der Bundesrepublik an: „Leiharbeit und sogenannte Werksverträge, die vor allem Absolventen von Hochschulen in die Scheinselbstständigkeit drängen, lösen sukzessive sichere Arbeitsverhältnisse ab. Gleichzeitig klagen die Arbeitgeber über Fachkräftemangel.”

Hälfte der Azubis wird nicht übernommen

Rund die Hälfte der Auszubildenden würden heute nicht übernommen werden, und insbesondere junge Menschen hätten derzeit keine Chance auf eine sichere persönliche Lebensplanung. „Deutschland braucht einen Mindestlohn - auch für Leiharbeit”, forderte Fuß und untermauerte dies mit Zahlen.

Elf Milliarden Euro gebe der Staat jährlich für die Aufstockung von Löhnen und Gehältern aus, die nicht zum Leben reichen. Dies treffe momentan auf etwa jeden achten Leiharbeiter zu.

„Das ist staatlich subventioniertes Lohndumping und eine der fatalen Folgen falscher Politik”, wetterte der Gewerkschaftler. Menschen in Vollzeitbeschäftigung müssten mit Steuergeldern unterstützt werden, um überleben zu können, da ihre Arbeitgeber sie nicht menschenwürdig bezahlen. Ein gesetzlicher Mindestlohn würde dagegen auch die finanziell schwachen Kommunen entlasten. Beispiel Stolberg: 232 Kupferstädter Arbeitnehmer beziehen zurzeit Leistungen aus dem Arbeitslosengeld II (Hartz IV), obwohl sie voll beschäftigt sind.

Die verschuldete Kommune Stolberg müsse somit das aufstocken, was die Arbeitgeber nicht zu zahlen bereit seien.
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