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IG Metall: Kompetenz in den Betrieben halten

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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„Prekäre Lage der Branche mit Unterauslastung”: Die Weiterbeschäftigung der Arbeitnehmer über die Phasen der Kurzarbeit hinaus ist Ziel der Verhandlungen zwischen IG Metall und Arbeitgebern. Foto: Archiv

Stolberg. Die Wirtschaftskrise zwingt zur Suche nach neuen Wegen. Auch oder erst recht in der Kupferstadt: Bei den anstehenden Tarifverhandlungen verzichtet die IG Metall auf eine Forderungen nach Lohnerhöhung.

Erstmals in ihrer Geschichte - und verfolgt eine Linie, die auch von den Arbeitgebern in der Region gewürdigt wird.

„Unser wichtigstes Thema ist die Sicherung der Beschäftigung”, betont Helmut Wirtz. Den 1.Bevollmächtigten der für Stolberg und Eschweiler zuständigen Verwaltungsstelle am Mühlener Markt setzt Prioritäten. Wirtz blickt mit einer gehörigen Portion Skepsis auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

„Die Krise wird sich auch durch dieses Jahr weiterziehen.” Bislang konnte Entlassungen im großen Stil mit dem Mittel der Kurzarbeit begegnet werden. Der Einsatz dieses arbeitsmarktpolitischen Instruments ist zwar befristet verlängert worden, „aber im Sommer und Herbst läuft bei den ersten Betrieben diese Möglichkeit aus, Beschäftigung in schwieriger wirtschaftlicher Lage zu erhalten”.

Das zwingt die Gewerkschaft nach alternativen Lösungen zu suchen, „die Entlassungen im großen Stil weiter vermeiden zu können”, unterstreicht Wirtz. Viel wichtiger als ein paar Prozente mehr in der Lohntüte sei es da, überhaupt Arbeitsplätze zu sichern und zu erhalten. „Wir müssen befristet Lösungen finden, um Kündigungen zu vermeiden”, sagt der Metaller.

Vor 2011 sieht der Bevollmächtigte keinen Silberstreif am Horizont für die Arbeitsplatzlage in der Metallindustrie. Gefragt sind alternative Beschäftigungsmodelle, die die Zeit überbrücken helfen. „Da müssen individuelle Lösungen gefunden werden für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber der Betriebe in unserer Region”, signalisiert der IGM-Geschäftsführer gewerkschaftliche Flexibilität - fordert aber eben auch diese von der Arbeitgeber-Seite ein.

„Das hat es noch nie gegeben”

Denkbar ist für Helmut Wirtz eine Art tariflich fixierte Kurzarbeitsregelung, in die sich am liebsten auch die Agentur für Arbeit finanziell neben den Arbeitgebern einbringt. „Beispielsweise eine Beschäftigung über 27 mit einer Bezahlung für 32 Stunden für einen befristeten Zeitraum.” Wichtigstes Augenmerk legt der Stolberger IGM-Geschäftsführer dabei auf die Absicherung der Arbeitsplätze über die Zeit der Wirtschaftskrise hinaus.

Den Linie der IG-Metall, vorgezogene Tarifverhandlungen über Beschäftigungssicherung und Entgelte zu führen, begrüßt der Unternehmerverband der Metall- und Elektroindustrie Aachen. „Unser Entgelttarif läuft Ende April aus und folglich ist der Vorschlag der IG Metall nur logisch und vernünftig, diese Themenkomplexe zusammenzuführen”, sagt Hauptgeschäftsführer Hans Mayer-Uellner. „Wir können nicht über Beschäftigungssicherung sprechen, um die prekäre Lage der Branche mit ihren aufgrund der Unterauslastung sprunghaft gestiegenen Lohnstückkosten wissen und dann gleichzeitig mit einem Fuß bremsen sowie mit dem anderen Gas geben.”

Produktion und Absatz der Industrie seien um ein Drittel abgestürzt. Dennoch habe dieses weitestgehend nicht zu Entlassungen geführt. „Dies hat es zuvor noch nie gegeben und widerspricht weltweiten betriebswirtschaftlichen Regeln, nämlich die Kosten möglichst rasch der betrieblichen Auslastung anzupassen”, so Mayer-Uellner

Die Branche stütze sich wesentlich auf Fachkräfte und deren enorme Kompetenz. Mayer-Uellner: „Deshalb gehen wir an die Grenzen unserer finanziellen Möglichkeiten, obwohl wir unsere Produktion mit 20 bis 25 Prozent weniger Mitarbeitern schaffen könnten. Wir haben uns darauf in zahlreichen Sondierungsgesprächen mit der IG Metall verständigt und das war keine Selbstverständlichkeit”, erklärt der Arbeitgeber-Sprecher.

„Jetzt haben wir einen Punkt erreicht, wo wir in offiziellen Verhandlungen konkrete Ergebnisse anstreben sollten. Die Zeit drängt, weil unsere Firmen rasch Planungssicherheit für fällige Entscheidungen brauchen.”
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