Stolberg - IG Metall in Stolberg liefert Musterbeispiel

IG Metall in Stolberg liefert Musterbeispiel

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
igm-eichler
Hoher Besuch aus Frankfurt: Auch Finanzvorstand Bertin Eichler erwies Helmut Wirtz (vorne) im Zinkhütter Hof die Ehre. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Es hatte sich viel Prominenz eingefunden an diesem Vormittag im Museum Zinkhütter Hof. Finanzvorstand Bertin Eichler war aus Frankfurt gekommen, Bezirksleiter Oliver Burkhard aus Düsseldorf, und der frühere Verwaltungsstellenleiter Rudi Heuer hatte sogar den Weg aus dem bayrischen Tutzing angetreten.

Gemeinsam mit zahlreichen Vertretern benachbarter und befreundeter Verwaltungsstellen hatten sie alle ein gemeinsames Anliegen: Sie wollten Helmut Wirtz zu seinem 60. Geburtstag die Ehre erweisen. Und da sich der ursprünglich auch für diesen Tag geplante bundesweite Auftakt der Tarifrunde 2010 in Stolberg erübrigt hatte, weil sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer schon im Februar im Eilverfahren einig geworden waren, standen die schönen Dinge im Vordergrund.

Ein bisschen Politik gab es aber doch. Vor allem Bertin Eichler ließ es sich nicht nehmen, in seiner Rede auf die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise einzugehen, die er für noch nicht überwunden hält. „Es geht jetzt um die zentrale Auseinandersetzung, ob die Krise solidarisch bewältigt wird oder aber Regierung und wirtschaftlich Mächtige diese verhängnisvolle Politik einfach fortsetzen, so als sei nie etwas gewesen”, erklärte das geschäftsführende Vorstandsmitglied.

Oberstes Ziel der IG Metall sei es nach wie vor, die Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen zu sichern. „Keine Entlassungen in der Krise”, forderte Eichler - wohl wissend, dass sich dies in der rauen Wirklichkeit nicht immer gänzlich umsetzen lässt. Die Verwaltungsstelle Stolberg-Eschweiler liefert dafür ein konkretes Beispiel: Dort gingen trotz etlicher Gespräche und Verhandlungen der Gewerkschaft mit den Unternehmensführungen im Jahr 2009 insgesamt rund 700 Jobs verloren.

Erfolgreiche Schadensbegrenzung

Dass dennoch in vielen Fällen erfolgreich Schadensbegrenzung betrieben werden konnte, führte Bertin Eichler in wesentlichem Maße auch auf die Errungenschaften der IG Metall zurück. Die Verlängerung der Kurzarbeiter-Regelung, die Abwrackprämie und der Tarifvertrag, der bis Frühjahr 2012 Gültigkeit besitzt, hätten es erst ermöglicht, „dass hunderttausende Arbeitsplätze gerettet und viele Kollegen vor der Kündigung geschützt werden konnten”. Ausdrücklich lobte Eichler die Rolle der Verwaltungsstellen. „Hier wird seit vielen Jahren eine überaus engagierte Arbeit geleistet. Und Stolberg ist dafür ein mustergültiges Beispiel.”

Dem Geburtstagskind, dessen Ortsvorstand den Empfang im Zinkhütter Hof (vor-) bereitet hatte, attestierte Bertin Eichler Begeisterungs- und Durchsetzungsvermögen. Und nicht nur das: „Helmut Wirtz versucht, menschlich mit jedem in Kontakt zu treten.” In seiner Funktion als Finanzvorstand stellte Eichler fest, „dass die wichtigsten Ressourcen im Einsatz für gesellschaftliche Belange viele Mitglieder und gesunde Finanzen” seien. „Finanzkraft ist eben auch Kampfkraft.” Das konnte Oliver Burkhard nur bestätigen. Er lobte zudem die „Umsicht und Überlegtheit”, mit der Helmut Wirtz nicht nur in der Tarifpolitik agiere, sondern auch die Verwaltungsstelle führe.

Der so viel und oft Gelobte geriet angesichts der zahlreichen Lobeshymnen tatsächlich etwas in Verlegenheit - was wahrlich selten vorkommt. Den Erfolg seiner Arbeit aber teilte er auch an diesem Tag mit seinen Kollegen aus Verwaltungsstelle und Ortsvorstand. „Was wir in Stolberg und Eschweiler leisten, geht nur im Team.”

Wirtz bezeichnete sich als „sehr zufriedenes, glückliches und stolzes Geburtstagskind” und bestätigte unter dem Applaus der Gäste, was er zuvor in Anlehnung an Giovanni Trapattoni bereits im Interview mit unserer Zeitung angekündigt hatte. „Ich habe noch nicht fertig. 2012 stehe ich für eine Wiederwahl als Geschäftsführer noch einmal zur Verfügung.”

Mit diesem finalen Kernsatz war es dann vorbei mit den Reden und Dankesworten. Es wurde gefeiert, und viele Anwesende sahen gleich zwei Anlässe dazu gegeben - den 60. Geburtstag von Helmut Wirtz und die nun explizit bestätigte Zusage, dass die IG Metall in Stolberg und Eschweiler weiter auf ihre Galionsfigur setzen kann.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert