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Hubert vom Venn verrät das Geheimnis des Döppekuchen

Von: dö
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Comedy angesagt: Hubert vom Ve
Comedy angesagt: Hubert vom Venn stellte im „The Savoy” sein komödiantenhaftes Talent als Solist unter Beweis. Foto: Dörflinger

Stolberg. Dinge und Situationen im komödiantenhaften Stil zu verzerren und zu überzeichnen, ist eines der Talente von Hubert vom Venn. Und wenn er dabei dem Eifeler Menschen den Spiegel vorhält, ist das Gelächter gleichsam vorprogrammiert.

So und nicht anders waren die Umstände jetzt in der Altstadtkneipe „The Savoy”, als der Kabarettist mit seinem neuen Soloprogramm „Eifel, Herd & O Venn” auftrat. Als Einstieg in seinen Vortrag, der mit entsprechender Gestik und Mimik ergänzt wurde, hatte der Künstler Benimmregeln und Begrüßungsformeln ausgewählt, die seiner Meinung immer dann zum Tragen kommen, wenn der Eifeler Besuch erwartet oder für eine Mahlzeit das Hotel in Anspruch nimmt. Ebenso karg wie die Landschaft, die den Eifeler Menschen umgibt, seien seine Gesprächsthemen, behauptete der Kabarettist.

Als Beweis dafür bezeichnete Hubert vom Venn die Themen Essen und Sterben, die in der Eifel die zwischenmenschliche Kommunikation ausschließlich prägen würden. Ansonsten zeichne sich das Eifeler Gespräch durch gegenseitiges Anschweigen aus. „Man hat sich nur wenig zu sagen und ist Nichteinheimischen gegenüber äußerst misstrauisch veranlagt”, so Hubert von Venn, der seine Behauptung dadurch untermauerte, dass man in der Eifel von Touristen in Anspruch genommene Privatquartiere früher als Fremdenzimmer bezeichnet habe. Den zweiten Teil seines Vortrages hatte der Künstler den Eifeler Kochrezepten wie Trevvel, Rotkohlsuppe oder Döppekuchen gewidmet.

So bezeichnete er den Döppekuchen als eine Erfindung der Eifeltouristik, der in Wirklichkeit nur aus einem Stapel Reibekuchen und einer dazwischen gelegten Mettwurst bestehe. Seine Kochrezepte untermauerte er, indem er eine Kochmütze aufsetzte und die imaginären Zutaten an einem ebenso imaginären Herd zu einem komödiantenhaften Mix vereinigte. Ergänzt wurden die nicht ganz ernst zu nehmenden Kochrezepte durch eine Lesung, bei der Hubert vom Venn einige kurze Kapitel aus seinem neuen Buch „Eifel - In Wanderschuhen über brodelnde Erde, aber niemals mit roten Socken. Ein Heimatbuch” vortrug.

Und als er dann zum Schluss Erlebnisse aus seiner eigenen Messdienerzeit zum Besten gab, raste das zahlenmäßig hoch vertretene Publikum schier vor Begeisterung. So war es nachvollziehbar, dass der „echt Eifeler Jong” ohne eine Zugabe nicht von der Bühne kam. Als Zugabe hatte Hubert von Venn eine Geschichte ausgewählt, die eine Wallfahrt zur Muttergottes nach Banneux (Belgien) darstellen sollte. „Ohne Bus läuft gar nichts. Und hat man dann im Bus Platz genommen, wird der heimlich mitgebrachte Alkohol hervorgekramt”, versicherte der Künstler, der mit diesen humorvollen Äußerungen ein wenig die Eifeler Gemütlichkeit und Bequemlichkeit durch den Kakao zog.
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