Stolberg-Breinig - Hommage an alte Gesichter: Siebte Auflage von „Kunst und Breinig”

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Hommage an alte Gesichter: Siebte Auflage von „Kunst und Breinig”

Von: Jürgen Lange
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Alt Breinig wird am letzten Au
Alt Breinig wird am letzten August-Wochenende zum Museum: Win Braun (l.) und André Hennecken - hier mit einer Plastik von Pater Laurentius im Kreuzgarten- organisieren nach zehnjähriger Pause zum siebten Mal das kulturelle Ereignis „Kunst und Breinig”. Foto: J. Lange

Stolberg-Breinig. Sie wird eine Hommage sein: Die überraschende neue Auflage von „Kunst und Breinig” erinnert an die Künstler, die bei den sechs bisherigen Veranstaltungen dieses hochkarätigen Kulturspektakels beteiligt waren.

„Insbesondere an die, die nicht mehr unter uns weilen”, sagt Win Braun, der gemeinsam mit André Hennecken diese siebte Ausstellung der offenen Türen organisiert.

„Die Zeit war jetzt reif dafür”, erzählt der Steinmetz und freut sich auf den 23. bis 26. August. Immerhin liegt die letzte Auflage von „Kunst und Breinig” zehn Jahre zurück. Immer wieder wurden seitdem die beiden Künstler angesprochen, wann der historische Straßenzug von Alt Breinig wieder zu einem einzigartigen lebendigen Museum wird, in dem die Besucher hinter den geöffneten Türen und Hofeinfahrten an insgesamt 25 Stationen Werke von 28 wohl ausgewählten Künstlern finden werden.

„Es ist wie bei ,Chambres dAmis von Jan Hoet”, verweist Braun auf den belgischen Kunsthistoriker und späteren documenta-Leiter, der sich 1986 mit der Ausstellung einen Namen machte, bei der künstlerische Installationen in 70 Genter Privatwohnungen die Grenze zwischen Kunst und Alltag aufhoben. „Chambres dAmis” wird zum Vorbild, und 1993 öffnen sich erstmals die Türen in Breinig für die Freunde der Kunst. Ab 1994 folgen die Ausstellungen im Zweijahresrhythmus und sorgten für Furore in der Kunstszene.

Einer, der von Anfang an als Mentor und Mitinitiator dabei war, war Uwe Krüger. Vor zehn Jahren schied der Gastronom aus dem Leben. Ihm und den Künstlern, die das Comeback von Kunst und Breinig nicht mehr erleben können, ist „Teil VII” besonders gewidmet. Dazu zählen Lisa Balou, der Eifelprinz Tom Thiele, Fritz Martin, Matthias Peters und Randolf Soumagne - ihr Wirken wird mit Exponaten an den vier Ausstellungstagen mehr als lebendig gehalten.

Mit dabei sind auch eine Reihe von Schülern des Joseph Beuys: Anatol, Pater Laurentius (Ulrich Englisch), Hartmut „Hacky” Ritzerfeld und Michael Rutkowsky. Und nicht vergessen werden dürfen die Künstler, die aus Breinig stammen oder ganz besonders mit diesem Künstler(h)ort der Eifel verbunden sind und sich alle längst einen Namen gemacht haben. Jim Batmann, Heinz Busch, Walter Tacoma, Emil Sorge und Karl von Monschau, Birgit Engelen, Heike Ludwig und Jutta Meessen, die Ungar László Fe Lugossy und István ef Zámbó sowie der Kubaner Jorge Luis Monero Segura, aber auch Kai Savelsberg, Lothar Scheffler, Andreas Schiemann, Derryk Schiffer, Elke und Winterscheidt sowie natürlich Win Braun und André Hennecken selber versprechen nicht nur künstlerische Vielfalt, sondern garantieren Qualität, Anspruch und Genuss - ein Kunstvergnügen, das wieder zahlreiche Besucher an vier Tagen nach Breinig locken wird, wo die Präsentation zwangsläufig zu einem Erlebnis wird.

Und dieses Erleben der Kunst startet ganz selbstverständlich mit einem Gottesdienst als Vernissage: Die Eröffnung beginnt am Donnerstag, 23. August, um 19 Uhr in St. Barbara, wo ebenso selbstverständlich auch Kunstwerke zu sehen sind. Im Gotteshaus wird neben Pastor Ulrich Lühring und Bürgermeister Ferdi Gatzweiler der langjährige Leiter des Aachener Ludwig-Forums, natürlich Dr. Wolfgang Becker, „Kunst und Breinig” eröffnen.

Der Kunstprofessor ist nicht nur ein guter Freund und Weggefährte von Win Braun, sondern er weiß Ort und Zeitpunkt der Ausstellung weltgeschichtlich einzuordnen: „Es könnte überall in der Welt sein, aber es ist in Breinig, weil Win Braun in Breinig lebt und arbeitet”, sagt Becker in seinem Grußwort, und Ferdi Gatzweiler stellt das private Engagement dieser kulturellen Initiative heraus.

Denn in der Tat haben Braun und Hennecken nur durch Sponsoring und Spenden realisiert - und suchen noch händeringend nach 2000 Euro. Diese überschaubare Summe fehlt, um ein Happening der besonderen Art Realität werden zu lassen: „De Plaat”, Jürgen Zeltinger, legendärer Rockmusiker aus Köln mit ebenso legendärem Konzert im dortigen Nachtclub Roxy, würde dann den Samstag in eine Breiniger Clubmeile verwandeln...

Für kulturelle Abwechslung am Freitagabend ist bereits gesorgt: Der renommierte Breiniger Schriftsteller Ulrich Sous liest aus aktuellen Werken ab 19 Uhr in der „Stillen Liebe” an der Entengasse.

Nicht vergessen werden darf das Rahmenprogramm des Sonntages, das für sich allein genommen schon zahlreiche Zuschauer nach Breinig und damit zur Kunst locken dürfte: Im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntages veranstaltet der RSC Stolberg die Breiniger Radsporttage mit dem Profi-Rennen um den BSR-Cup als sportlichen Höhepunkt sowie dem 2. Breiniger BKK Alp plus Duathlon.

Doch für wahre Freunde der Kunst noch interessanter ist eine weitere Ausflugs-Kombination: „Kunst auf dem Weg” in der Stolberger Altstadt sowie „Kunst und Breinig” bieten an diesem 26. August in der Tat einen kulturell geballten Genuss, der einzigartig ist - ganz im Sinne der „Chambres damis”, der Kammern für Freunde.
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