Stolberg - Hohe Musikqualität bei „Juks-Open-Air”

Hohe Musikqualität bei „Juks-Open-Air”

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
Die „Crashing Satellites” au
Die „Crashing Satellites” aus Österreich begeistern mit ihremn starken Eigenkompositionen beim „Juks-Open-Air”. Foto: D. Müller

Stolberg. Eine lockere, freundschaftliche Atmosphäre, gute Stimmung und vor allem hervorragende Livemusik haben das „Juks-Open-Air” auf dem Kaiserplatz ausgezeichnet.

Schon die erste der fünf auftretenden Bands setzte Maßstäbe: Die „Crashing Satellites” aus der österreichischen Steiermark beeindruckten durch melodische Eigenkompositionen aus ihrem Album „Made out of green and blue Palm Trees”. Die junge, aufstrebende Formation kleidete Rockmusik in ansprechenden Sound mit „Grunge”-Einflüssen und überzeugte durch Spielvermögen und stimmige Arrangements.

Deutschlandpremiere

Das Konzert der „Crashing Satellites” war nicht nur ein musikalischer Leckerbissen, sondern zugleich eine Deutschlandpremiere, denn die Band aus Österreich spielte beim Stolberger „Juks” erstmals in der Bundesrepublik.

Mit „The Tideline” folgte ein Sextett aus der Region, das es ebenfalls in sich hatte. Zwei Sängerinnen mit authentischen Rockstimmen, ein Geiger, Gitarrist, Bassist und Schlagzeuger präsentierten Stücke aus ihrem Album „Oceanic Rock”. Harmonisch arrangiert begeisterten die Kompositionen von „The Tideline”, in denen Elemente von Folk und Blues zu einem stimmigen, eigenständigen Rocksound verschmolzen.

Schon bei diesem Programmpunkt war klar: Die musikalische Qualität des „Jugend- und Kulturevents Stolberg” (Juks) war bei dieser Auflage höher denn je. Einziger Wehmutstropfen: Die beiden Bands spielten vor nur kleinem Publikum, das sich zudem noch auf dem weitläufigen Terrain des Kaiserplatzes regelrecht verlor.

Für das Jugendparlament, das das Open Air organisiert hatte, kein Grund, die Köpfe hängenzulassen: „Es ist wichtig, dass so etwas wie das Juks in Stolberg veranstaltet wird. Es ist ein Beitrag dazu, die Kupferstadt für Musikfreunde und für Musiker attraktiver zu machen”, sagte Jugendparlamentarier Tim Wengler. Sehr positiv sei auch das Engagement der Gruppe „Rise”, die mit Band-Contest und eigenem Festival in einem knappen Jahr schon viel erreicht habe. „Rise” zeichnete sich auch für die Auswahl der diesjährigen „Juks”-Bands verantwortlich.

„Bei einem Open Air mit fünf Bands muss die Veranstaltung schon früh beginnen, damit es für die Anwohner nicht zu später Stunde noch sehr laut ist. Dass die Bands aber von 17 bis 20 Uhr vor so wenig Publikum auftreten mussten, ist schade”, sagte André Schröder von „Rise”.

Gesamtkonzept überdenken

Ein späterer Beginn würde also die Reduzierung der Konzerte zur Folge haben. „Aber drei Bands bei freiem Eintritt wären ja auch nicht schlecht. Vielleicht sollten wir gemeinsam mit dem Jugendparlament das Gesamtkonzept vom Juks überdenken.”

Tatsächlich füllte sich der Bereich vor der Bühne erst während des Konzerts von „Alvida”. Die Sieger des „Stawag Music Awards” 2010 mischten verträumte Keyboardsounds mit verzerrter Gitarre und eingängigen Melodien zu einem stark atmosphärischen Sound.

Anschließend sagten Wengler und Michelle Schäfer, die den Abend moderierten, den Stimmungshöhepunkt des Juks an: „The Coconut Butts” ließen die inzwischen gut 150 Musikfans tanzen und ausgelassen feiern. Der flotte, gut gelaunte Ska-Sound der kultigen Band aus der Eifel kam hervorragend in Stolberg an. Natürlich wurde der Auftritt anschließend mit tosendem Applaus belohnt.

Das große Open Air auf musikalischem Topniveau beendete „Camarel” mit kraftvollem Rock, dem sowohl die Einschläge von Alternative-Rock und Metal als auch die Stimme der Sängerin einen eigenen Stil verlieh.

Der Auftritt von „Ben Fortune” musste aufgrund einer Verletzung des Gitarristen kurzfristig abgesagt werden, doch mit der Aldenhovener Band „Camarel”, Sieger des fünften Baesweiler „CAP Music Contest”, hatten die „Juks”-Organisatoren für einen Ersatz von Format gesorgt.

Unterm Strich lieferten alle fünf Bands sehr gute handgemachte Musik, die auch viele nicht-jugendliche Zuhörer hätte begeistern können. Doch zu einem wirklichen Miteinander der Generationen kam es auf dem Kaiserplatz nicht, da kaum Publikum jenseits der 20 der rundum gelungenen Veranstaltung beiwohnte.
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