Höhenkreuzweg: Bummelei macht Reparatur 43 Prozent teurer

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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2001 gebaut, 2008 geflickt: Mehr als 40 Prozent teurer als geplant fällt die Sanierung des Höhenkreuzwegs aus. Foto: J. Lange

Stolberg. Die nächste Kostenexplosion bei einer städtischen Baumaßnahme: Um rund 43 Prozent teurer als geplant fällt die Sanierung des Pflasters im Höhenkreuzweg aus. Statt 95.600 wird die Sanierung 137.000 Euro kosten; die Mehrkosten von 41.255 Euro müssen noch durch den Hauptausschuss bereitgestellt werden.

In nicht öffentlicher Sitzung will die Verwaltung dem Bauausschuss am Mittwoch die Hintergründe erläutern.

Ein Grund liegt darin, dass die Stadt selbst jahrelang nicht auf dem Höhenkreuzweg gehandelt und die Reparatur hinausgezögert hat: „Aufgrund des strengen Winters 2008/09 haben sich die schadhaften Flächen ausgeweitet”, heißt es dazu in der Vorlage von Fachbereichsleiter Josef Braun. „Daher mussten 1088 Quadratmeter Pflasterfläche statt der ausgeschriebenen 850 saniert werden - das hat zu Mehrkosten in Höhe von 8000 Euro geführt.”

Dabei hatte im März 2007 Ratsherr Rolf Pompejus bereits mehrfach im Bauausschuss auf das Problem hingewiesen; seinerzeit sicherte der Fachbereichsleiter zu, „die Schadstellen in Kürze” auszubessern, was technisch unproblematisch sei. Offensichtlich doch nicht, denn ein Gutachten zur Ursache der Schäden der erst fünf Jahre alten Fahrbahn dauerten.

Im November 2007 beschloss der Bauausschuss einstimmig die Sanierung: 400 Quadratmeter für 40.000 Euro. Weitere Zeit verging ohne Reperatur. Im April 2008 mussten bereits 820 Quadratmeter Pflaster saniert werden - für kalkulierte 95.000 Euro oder alternativ 100.000 Euro, wenn die Fahrbahn asphaltiert würde.

Die Anlieger entschieden sich deutlich: „Wir haben für Pflaster bezahlt und wollen das auch haben”, sagten sie mit Blick auf ihre noch recht frischen Heranziehungsbescheide. Doch zunächst einmal wurde geflickt. Im Mai wurden die Schadstellen erst einmal mit Apshalt ausgebessert, um weitere Schäden zu begrenzen. Die eigentliche Sanierung erfolgte dann im späten Frühjahr diesen Jahres. Da mussten bereits 1088 Quadratmeter Pflaster erneuert werden.

Die Ausweitung der Schäden war nicht der einzige Grund für Mehrkosten, denn bei der Erneuerung stellte sich heraus, dass nicht nur wie im eigens erstellten Gutachten angegeben die hydraulisch gebundene Tragschicht über eine mangelnde Sickerfähigkeit verfügt, sondern dass auch die darunter liegende Frostschutzschicht das Niederschlagswasser nicht ableiten konnte. „Daher wurde durch den Gutachter vorgeschlagen, eine Drainage mit Anschluss an nahe gelegene Kanalschächte zu legen”, berichtet Braun. Diese wurde aber nur dort angelegt, wo größere Bereiche Pflaster saniert werden mussten. Die Mehrkosten betrugen rund 30000 Euro.

Geringe zusätzliche Kosten verursachten die von den Bürgern gewünschten Zusatzleistungen wie Baumtor und Grünbeet.
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