Stolberg/Roetgen - Hochwasserschutz für Stolberg in Roetgen

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Hochwasserschutz für Stolberg in Roetgen

Von: olk
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Die bisherigen Schutzmaßnahmen an der Vicht wie hier unterhalb von Rott reichen nicht aus, um die Stolberger Altstadt wirkungsvoll vor Hochwasser zu schützen. Daher sollen zwei große Rückhaltebecken neu errichtet werden. Foto: Simon Olk
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Die bisherigen Schutzmaßnahmen an der Vicht wie hier unterhalb von Rott reichen nicht aus, um die Stolberger Altstadt wirkungsvoll vor Hochwasser zu schützen. Daher sollen zwei große Rückhaltebecken neu errichtet Foto: Simon Olk

Stolberg/Roetgen. Die Stolberger Innenstadt muss vor Hochwasser geschützt werden. Die bisherigen Maßnahmen reichen dafür aber nicht aus. Daher sollen zwei Hochwasser-Rückhaltebecken an der Vicht auf Roetgener Gemeindegebiet gebaut werden.

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER), der verantwortlich für den Hochwasserschutz ist, plant derzeit die beiden Bauwerke in Rott und Mulartshütte. Sie sollen mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Millionen Kubikmeter ausreichend Platz für die Wassermassen bieten. Kostenpunkt: etwa 12 Millionen Euro.

Planfeststellungsverfahren läuft

Ein Ausbau der natürlichen Aueflächen könne derzeit lediglich ein Volumen von geschätzt 240.000 Kubikmeter fassen – viel zu wenig, um einem 100-jährigen Hochwasser standzuhalten. „Wir brauchen die Becken, denn auch durch Ausbaumaßnahmen innerhalb der Stadt Stolberg wären lediglich Hochwasser mit 20-jährlicher Wahrscheinlichkeit ohne Schäden zu bewältigen. Der Verband hat aber die Auflage, mit einem Jahrhunderthochwasser zu kalkulieren“, sagt Thomas Meurer vom WVER.

Daher wurde bereits 2007 ein Hochwasseraktionsplan von der Bezirksregierung für das Gewässer erstellt, in dem untersucht wurde, welche möglichen Gefahrenpunkte sich bei Hochwasser ergeben. Unter der Web-Adresse www.bezreg-koeln.nrw.de kann man beispielsweise aufrufen, wie weit die Vicht über die Ufer treten würde bei einem Hochwasser, wie es statistisch alle 50 Jahre vorkommt. Die Schäden würden rund 16 Millionen Euro betragen.

15 Meter hoher Damm

Bei einem Jahrhundert-Hochwasser rechnet der WVER gar mit Schäden in Höhe von fast 50 Millionen Euro. Als Sofortmaßnahme wird daher die Vicht regelmäßiger von Strauch- und Baumbewuchs befreit, um einen reibungslosen Wasserfluss zu gewährleisten. Darüber hinaus müssten aber oberhalb des bebauten Stadtgebiets die beiden Rückhaltebecken entstehen, so Projektleiter Meurer – entsprechende Machbarkeitsstudien liegen nun vor, ein Planfeststellungsverfahren läuft bereits. Derzeit werden die Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt.

Einige Standorte fielen bereits während der ersten Planungsphase durch. Direkt unterhalb der Dreilägerbachtalsperre waren Umweltgesichtspunkte ausschlaggebend, am Hasselbach war ein Bau technisch nicht umsetzbar. Als geeignetste Standorte kristallisierten sich Rott und Mulartshütte heraus. Die Dämme werden enorme Ausmaße haben: Der Damm bei Rott hat eine geplante Länge von 170 bis 200 Metern und eine Höhe von 15 Metern. Es wird 820.000 Kubikmeter fassen.

Talsperre als Hochwasserschutz?

Das Bauwerk bei Mulartshütte wird etwa 130 bis 150 Meter lang bei einer Höhe von zehn bis zwölf Metern und wird 400 000 Kubikmeter aufnehmen können. Die benötigten Flächen müsste der Verband der Gemeinde den Privateigentümern abkaufen. Unter anderem wäre die Familien- und Jugendbildungsstätte Auenland betroffen.

Die Roetgener Gemeindevertreter ließen sich die geplanten Maßnahmen in der letzten Bauausschusssitzung vorstellen und mahnten eine eingehende Prüfung an, gleichzeitig wurden auch Alternativen vorgeschlagen. Eine könnte sein, die Dreilägerbachtalsperre als Rückhaltebecken zu nutzen. Hier sträube sich aber der Betreiber, die Wassergewinnungs- und -aufbereitungsgesellschaft Nordeifel (WAG), eine Tochtergesellschaft der Stawag, erläuterte Meurer.

Die Ausschussmitglieder forderten den Wasserverband daher auf, erneut zu prüfen, ob die WAG nicht auch einen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten könne – in der Hoffnung, dass so die geplanten Becken etwas kleiner dimensioniert oder sich ganz gespart werden können. „Mit dieser Maßnahme könnte tatsächlich das kleinere Becken unnötig werden. Daher werden wir erneut das Gespräch mit der WAG suchen“, sagte Meurer.

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