Stolberg - Hochwasser soll keine Chance mehr haben

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Hochwasser soll keine Chance mehr haben

Von: Sarah Sillius
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Wartet auf Umgestaltung: Das W
Wartet auf Umgestaltung: Das Wehr am Münsterbach soll geschliffen und das Wasser auf die Indearme neu verteilt werden. Auch eine Blocksteinrampe ist als Sicherungsmaßnahme geplant. Foto: J. Lange

Stolberg. Ein Szenario wie zuletzt im Januar 2011 soll es möglichst nie wieder geben: Nachdem die Schneemassen des strengen Winters geschmolzen waren, sprudelte es in den Armen der Inde nur so. Schließlich konnten die Arme das Wasser nicht mehr tragen. Es überschwemmte die benachbarten Häuser in der Atscher Spinnereistraße.

Nicht nur an der Inde in Stolberg kann ein Hochwasser gefährlich sein: Die Kölner Bezirksregierung hat jetzt auch für Einzugsbereiche von Rur und Wurm neue Überschwemmungsgebiete festgesetzt. Ab kommenden Dienstag sind sie rechtskräftig.

Für gefährdete Gebiete in Stolberg arbeitet der Wasserverband Eifel-Rur bereits Schutzmaßnahmen aus. Die vorübergehende Entfernung der Brücke Spinnereistraße (wir berichteten) war nur ein erster Schritt zur Verbesserung der dortigen Hochwassersituation. Die Brücke wird schon bald durch eine neue ersetzt.

Oberhalb des dortigen Wehres, an der Verzweigung der beiden Indearme, wird ein neues Bett gegraben und das Naturschutzgebiet als Überschwemmungsfläche neu gestaltet.

Ein künstlicher Arm

„Die Wassermenge soll in den beiden Bachläufen, dem nördlichen, natürlichen Indearm und dem südlichen, künstlich angelegten Arm, neu verteilt werden”, erklärt Thomas Meurer vom zuständigen Wasserverband Eifel-Rur.

Dazu soll dem nördlichen Arm ein neues, längeres Bett gegraben werden, mit Überflutungsflächen, die bei Hochwasser wie eine Wanne volllaufen können. Experten wie Meurer nennen das „Retentionsraum”. Der südliche Arm wird dadurch entlastet. Durch ihn sollen nur noch maximal 15 Kubikmeter Wasser fließen.

Eine Blocksteinrampe soll die Oberbegrenzung sicherstellen. Die vorhandenen Wehranlagen, die dazu dienen, den Abfluss des Wassers entsprechend den damaligen Anforderungen und Wasserrechten zu verteilen, werden zum Teil geschliffen und umgebaut, um die ökologische Durchgängigkeit herzustellen.

Zudem müssen Bäume im Bereich des nördlichen Indearms gefällt werden. So soll die notwendige Leistungsfähigkeit im Falle eines Hochwassers erreicht werden.

Noch haben die Arbeiten nicht begonnen. „Im Dezember ist der Förderantrag des Wasserverbands Eifel-Rur positiv beschieden worden”, erklärt Meurer.

Nun werden die Ausführungsarbeiten vergeben. Im Sommer soll es dann idealerweise mit der Umgestaltung des Gebiets losgehen. Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich nach Angaben des Wasserverbands Eifel auf 800 000 Euro.

Schutz für die Altstadt

Während die Umgestaltung an der Inde näher rückt, schmiedet der Wasserverband schon weitere Pläne. Auch die Altstadt soll vor Hochwasser besser geschützt werden. Welche konkreten Maßnahmen an der Vicht ergriffen werden, gibt der Wasserverband Eifel-Rur erst im Sommer bekannt.

Bis dahin können Nachbarn von Inde und Vicht nur hoffen, dass die Kupferstadt von Schnee und lang anhaltenden Regenfällen weitestgehend verschont bleibt.
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