Stolberg - Historisches Rad ist wieder fit

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Historisches Rad ist wieder fit

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Stolberg. Über ein Original-Hochrad aus dem Jahre 1890 verfügt das Museum in der Torburg dank einer vor Jahren erfolgten Schenkung der Inhaber des Hauses Sasella am Steinweg. Leider waren der Sattel und die Vollgummibereifung im Laufe der Jahre gänzlich kaputt gegangen.

Mit Unterstützung des deutschen Fahrradmuseums im Bad Brückenau und dank der fachmännischen Arbeit der Werkstatt von Markus Ganser, Teamchef der Radprofimannschaft Eddy Merckx-Indeland, gelang es, das Hochrad in einen funktionsfähigen Zustand zu versetzen. Nach der erfolgreichen Restaurierung wird das Rad bei der Parade von „Stolberg goes Italy” am Sonntag, 5. Juni, der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Museum in der Torburg ist glücklich, dass die Vorstellung des historischen Rades durch den in Breinig lebenden, international renommierten Radsportler Olaf Ludwig, Weltmeister und Olympiasieger im Straßenradrennen, in historischem Outfit erfolgen wird. Begleitet wird er durch Mitglieder des in der Region gut bekanntem Fahrradclubs RC Dorff, die in ihren Vereinstrikots und modernen Fahrräder dem über 130 Jahre alten Schätzchen aus dem Museum eine respektvolle Referenz erweisen wollen. Nach der Veranstaltung kann das Hochrad jeweils zu den Öffnungszeiten (Wochenenden und an Feiertagen 14 bis 18) im Museum auch aus der Nähe betrachtet werden.

Das erste Hochrad wurde 1870 in England gebaut. Das Charakteristikum eines Hochrades ist sein großes Vorderrad und das nachlaufende kleine Hinterrad. Das Vorderrad hat, abhängig vom Modell, einen Durchmesser von 1,40 m. Beide Räder sind über einen gebogenen Metallrahmen miteinander verbunden. Bei einem Hochrad sind die Pedale ohne Übersetzung starr mit der Achse verbunden. Es gibt keinen Freilauf und keine Rücktrittbremse. Direkt hinter dem Lenker befindet sich der ungefederte Sattel. Gebremst wird mit Hilfe einer Klotzbremse, die sich an der Radgabel befindet und über einen Hebel vom Lenkergriff aus bedient wird. Die Bereifung besteht aus Vollgummi.

Schwierig und gefährlich

Das Fahren mit diesem Rad ist sowohl schwierig als auch gefährlich. Allein das Aufsteigen ist eine akrobatische Übung, die Geschick und Training verlangt. Zum Aufsitzen befindet sich am Rahmen eine Trittstufe, mit deren Hilfe sich der Fahrer in den Sattel schwingen kann. Zum Anhalten stemmt sich der Fahrer in die Pedale und betätigt die Klotzbremse. Bei Gefahr springt der Fahrer vom Rad. Unfälle waren häufig. Besonders gefürchtet waren Kopfverletzungen.

Das erste Radrennen mit einem Hochrad war 1879 in Bosten, USA, mit 40 Teilnehmern. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 13 km/h. Die Blütezeit des Hochrades war 1880-1890. Mit der Erfindung der Luftbereifung durch den schottischen Tierarzt Dunlop und der Patenterteilung im Jahre 1888 fiel der Vorteil der großen Vorderräder weg. Luftbereifte Räder bedeuteten das abrupte Ende des Hochrades. Die letzten Hochräder wurden 1893 gebaut. Die Nachfolgemodelle mit kleineren Rädern wurden Niederräder genannt.
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