Stolberg - Hinter dem Sportpark stehen Fragezeichen

Hinter dem Sportpark stehen Fragezeichen

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
Nach dem Willen von FC Stolber
Nach dem Willen von FC Stolberg und SC Münsterbusch soll das Stadion Glashütter Weiher in einen modernen Sportpark umgewandelt werden. Finanzielle Grundlage soll die Vermarktung anderer Sportplatzflächen sein. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Idee ist gut, daran gibt es auch im Rathaus keine Zweifel. Die Euphorie, die der FC Stolberg und der SC Münsterbusch beim Gedanken an einen modernen Sportpark in Münsterbusch entwickeln, mag die Verwaltung allerdings offenbar nicht uneingeschränkt teilen.

Das liegt weniger daran, dass die Ziele beider Seiten unterschiedlich wären. Vielmehr sind die Verantwortlichen im Rathaus der Meinung, dass der Weg dorthin weitaus steiniger sein könnte als von den Vereinen angenommen.

„Der Grundgedanke ist ja, dass die Mittel zum Bau des Sportzentrums aus den Erlösen der Grundstücksvermarktung anderer Sportflächen fließt”, stellte Ferdi Gatzweiler am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung und im Anschluss an eine Unterredung mit Klubvertretern fest. Dies sei grundsätzlich zu befürworten, im Einzelnen aber auf seine Machbarkeit zu überprüfen, so der Bürgermeister, der ein konkretes Beispiel nannte: „Probebohrungen auf der Rotsch haben vor zwei Jahren ergeben, dass wir dort zwar keine Bergbauschäden zu befürchten haben, das Gelände des heutigen Sportplatzes aber aufgeschüttet worden ist.”

Erschwerend komme hinzu, dass die Grundstücksdichte sehr unterschiedlich sei. „Das muss nun ganz genau untersucht werden, um feststellen zu können, wie viele und bis in welche Tiefe Pfeiler in die Erde gesetzt werden müssen”, betont Gatzweiler. Das Ergebnis dieser Untersuchungen wiederum wird maßgebend sein für das weitere Vorgehen, denn: „Das Modell kann nur greifen, wenn sich die Grundstücke auch wirtschaftlich vermarkten lassen.”

Die Rotsch alleine, das steht für Ferdi Gatzweiler fest, wird nicht ausreichen, um die finanzielle Grundlage für den angestrebten Sportpark zu schaffen. Auch die Plätze auf der anderen Seite des Tals müssten in Betracht gezogen werden - vielleicht noch mehr, als es der FC Stolberg und der SC Münsterbusch bislang getan haben.

Sie hatten neben der Rotsch den Platz der mit dem Stolberger SV zum FC Stolberg fusionierten DJK Frisch-Froh in die Waagschale geworfen und anhand der geschätzten Grundstückserlöse auf Quadratmeterbasis sowie der einzusparenden Unterhaltskosten konstatiert, dass die Schaffung von Wohnbebauung auf den beiden Fußballanlagen mehr als ausreiche, um die geschätzten 2,5 Millionen Euro für den Um- und Ausbau des Stadions Glashütter Weiher zu finanzieren.

Besser Krakau 1 und 2

Das will der Bürgermeister zwar nicht grundsätzlich in Frage stellen, er gibt aber zu bedenken: „Wenn es an der Stadtrandsiedlung keinen Sportplatz mehr geben würde, wäre die Vermarktung deutlich leichter als wenn ein Sportplatz bleibt. Denn im letztgenannten Fall würden erhebliche Sicherungsmaßnahmen erforderlich, die eine Nutzbarkeit von benachbarten Flächen als Wohngebiet deutlich einschränken könnten.” Will heißen: Wesentlich besser ständen die Chancen für eine Vermarktung aus Sicht der Verwaltung, wenn die benachbarten Plätze Krakau I und Krakau 2 aufgegeben würden. Dafür aber müsste der FC Columbia mit ins Boot genommen werden.

Ohnehin stehen die Gedankenspiele und Pläne derzeit allesamt noch unter einem Vorbehalt. „Das Prinzip ist das gleiche wie in Breinig. Und damit befasst sich im Moment die Bezirksregierung”, sieht Gatzweiler in der Beurteilung des Breiniger Projektes durch die Aufsichtsbehörde eine Grundsatzentscheidung für ganz Stolberg. „Es geht darum, was wir als Nothaushaltskommune dürfen und was nicht”, betont der Bürgermeister. Und deshalb stehe für ihn fest: „Wenn uns das vorgesehene Modell für die Finanzierung des Sportplatzes in Breinig als Stadt untersagt werden sollte, wird auch die Realisierung eines Sportparks in Münsterbusch kaum eine Chance haben.”
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