Hermann Koch: Kunstmaler, Grafiker und Art-Direktor

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Stolberg. Der Stolberger Kunstmaler, Grafiker und Art-Direktor Hermann Koch (1920-97) ist den meisten Stolbergern bewusst oder unbewusst als Gestalter bekannt. Schließlich hat er als Leiter der Grafik-Abteilung bei der Firma Mäurer & Wirtz das Erscheinungsbild und die Werbung für Dalli und Weltmarken wie Tabac Original oder Nonchalance geprägt.

Um diesen und andere Erfolge zu würdigen, widmet das Museum Zinkhütter Hof Koch eine Ausstellung. Sie ist noch bis zum 5. Januar in der Villa des Industriemuseums zu sehen.

Kurz nach dem Krieg gewann Hermann Koch ein Preisausschreiben für das bis heute genutzte Firmenlogo MW und wurde daraufhin vom damaligen Generaldirektor angeworben, um am Anfang seiner langen Tätigkeit die Verpackung der über Apotheken vertriebenen Hustelinchen zeitgemäß zu gestalten. Über seine Ausbildung als Lithograph bei der Hausdruckerei der Firma Prym und dann an der Kunstgewerbeschule in Aachen nach dem Krieg war seine künstlerische Ader verfeinert worden.

Durch die Seherfahrungen in damaligen Ausstellungen und Publikationen geprägt, malte er zunächst in einem Stil der 40er Jahre. Ungewöhnlich stechen die lokalen Schmuggelkinder als Bildthema heraus. Die Aktbilder bekommen eine gewisse erotische Süffigkeit, zeigen aber auch selbstbewusste Frauen, die, wie alle anderen Figuren, in sich ruhen oder sinnend blicken.

Die Stillleben und weitere Bilder zeigen eine Orientierung an der französischen Moderne der École de Paris, teils an expressionistischen Bildern im Umfeld Kirchners, teils Degas, teils Dufys. Ihm ging es um lyrische Atmosphäre, um sinnliche Exotik, die von einer generations- und marinebedingten weltmännischen Sehnsucht und Fernweh geprägt war. Selbst seine Reisemotive sind nicht dokumentarisch, sondern exemplarisch idealisiert.

Lokalhistorisch interessant ist die Darstellung des Sohnes des Clown Charly Rivel, den er kennenlernte und porträtierte, als der Zirkus Althoff in Breinig sein Winterlager hatte. Auch der Zirkus ist wieder eine Gegenwelt der Sehnsüchte und Freiheiten, die er symbolisch überhöht und empfindsam vereinfacht hat, um zum Wesentlichen durchzudringen.

Bis 1985 leitete Koch die Werbeabteilung, das grafische und Foto-Atelier sowie den Bereich Formengestaltung der Firma Mäurer & Wirtz. Seinen letzten Wohnsitz hatte er in Breinig; Der Eifel- und Heimatverein Breinig stellte in der Ortsmitte eine Plastik nach dem Entwurf von Hermann Koch auf. Die Skulptur vereint die Elemente des Breiniger Heimatbodens Stein, Blaustein, Erze, Galmei sowie die Symbole für Musik und Wilderei.

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