Heim für demente Senioren auf Süssendell

Von: Jürgen Lange
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Süssendell bietet auf 75 000
Süssendell bietet auf 75 000 Quadratmeter reichlich Platz, an Demenz erkrankten Senioren ein würdiges Leben nahe dem gewohnten Alltag zu ermöglichen. Die AWO Mittelrhein möchte hier eine Einrichtung für 80 Senioren errichten. Foto: J. Lange

Stolberg-Mausbach. Fünf Jahre, nachdem die Stadt das ehemalige Ausflugslokal im Gressenicher Wald an einen Aachener Investor verkauft hat, gibt es neue Pläne für Süssendell. Anstelle einer gastronomischen Nutzung soll eine moderne Einrichtung für altersdemente Menschen entstehen, bestätigte am Mittwoch der Bürgermeister gegenüber unserer Zeitung.

„Ich bin froh, dass das Objekt mit so einer zukunftsträchtigen Lösung wieder einer Nutzung zugeführt werden soll”, freute sich Ferdi Gatz­weiler mit dem Bezirksverband Mittelrhein der Arbeiterwohlfahrt einen renommierten Betreiber präsentieren zu können.

Im April 2007 hatte der Aachener Immobilienmakler Hans Bischof das Ensemble auf 75.000 Quadratmeter Land nebst zwei Einfamilienhäusern und Stallungen erworben, nachdem sich die Stadt vom früheren Betreiber der auf Erbpacht vergebenen Lokalität gelöst und sie Anfang 2006 zum Verkauf ausgeschreiben hatte.

Der passionierte Pferdefreund plante auf Süssendell zu wohnen und die Gastronomie zu reaktivieren. Doch unterschiedliche Nutzungskonzepte als Hotel oder als Restaurationsbetrieb ließen sich nicht wirtschaftlich rechnen, sagt Hans Bischof, der den gastronomischen Part verpachten wollte. Im Sommer 2009 beschied die Stadt zwar eine Bauvoranfrage positiv, aber bereits ein Jahr zuvor begann Bischof, Süssendell im Internet alternativ zum Verkauf anzubieten.

Dort wurde ein von der AWO Mittelrhein beauftragter Projektentwickler auch fündig. Sie hat jetzt mit Hans Bischof „einen bis zum 31. Dezember 2013 befristeten Optionsvertrag abgeschlossen”, erklärt Peter Barbeln, Geschäftsführer der AWO Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen mbH, die unter anderem auch in Herzogenrath und Düren mit Senioreneinrichtungen vertreten ist. In insgesamt elf Einrichtungen werden rund 1600 Plätze für Senioren von der AWO Mittelrhein betreut, die sich seit fast 40 Jahren auf dem Feld der Altenhilfeeinrichtungen engagiert.

„Süssendell ist ideal für unser Projekt”, sagt Barbeln, „weil das Gelände so groß ist und so viele Wiesenflächen zu bieten hat”. Denn nach dem Alltagsprinzip sollen die dort betreuten Senioren einem möglichst normalen Lebensablauf nachgehen können. Seit etwa einem halben Jahr laufen die Vorbereitung zur Projektierung der Einrichtung, die jetzt mit der Unterschrift unter dem Optionsvertrag konkretisiert werden können.

Vorgesehen ist der komplette Abriss der bisherigen Bebauung. In mehreren Bungalows sollen nicht nur Wohngruppen für 80 Senioren entstehen, sondern um einen kleinen Dorfplatz sollen Gemeinschaftseinrichtungen, ein Backhaus und eine öffentliche Cafeteria entstehen. Auch Werkstätten sind angedacht, um den Senioren vielfältige Möglichkeiten zu bieten, aktiv ihren Alltag gestalten zu können. Wer dieses Angebot aufgrund des Fortschritts seiner Demenz nicht mehr so aktiv wahrnehmen kann, dem sollen entsprechende Pflegeplätze in Süssendell angeboten werden können. „Wir werden jetzt sehr zügig das Konzept fertigstellen können”, zeigt sich Peter Barbeln zuversichtlich, auch die noch erforderlichen behördlichen Hürden zu nehmen.

Gespräche mit der Unteren Landschaftsbehörde bei der Städteregion laufen bereits. „Ein Eingriff in den Waldbestand ist nicht erforderlich”, betont Barbeln. Angepasst werden muss allerdings noch der Flächennutzungsplan, der Süssendell als „Sonderbaufläche Freizeit” ausweist.

Bereits bei der Vermarktung der Immobilie vor sechs Jahren hatte sich die Stadt eine soziale Einrichtung auf Süssendell gut vorstellen können und ihre Unterstützung bei einer Entwicklung des Areals zugesichert. „Das gilt heute erst recht”, betont Ferdi Gatzweiler, der der geplanten Einrichtung auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine große Bedeutung zumisst. Ihre Entwicklung gilt auch als einer der Schwerpunkte im Stadtentwicklungsprogramm, das die Ratskoalition aus SPD und CDU jüngst vorgestellt hat. „In Kürze soll ein städtebaulicher Vertrag mit der AWO beschlossen und die Bauleitplanung auf den Weg gebracht werden”, so der Bürgermeister weiter.

Er kennt den Geschäftsführer der AWO Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen mbH bereits von einem anderen Projekt in Stolberg: Sie war zeitweise auch als Investor für das Seniorenzentrum auf der Liester im Gespräch. Aber ebenso wie alle anderen Interessenten hat letztlich auch Hans-Peter Barbeln abgewunken angesichts der finanziellen Vorstellungen der LEG, die Eigentümerin des Gebäudes ist.
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