Hans-Josef Mertes sieht gute Perspektiven für die Peltzer Werke

Von: Michael Grobusch
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Traditionsunternehmen an der Prattelsackstraße: Die Peltzer Werke haben dort seit Mitte der 1880er Jahre ihren Sitz. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Man kann wahrlich nicht behaupten, dass Hans-Josef Mertes gerne im Fokus der Öffentlichkeit steht. Fotos sind tabu, Stellungnahmen selten. Dabei gibt es eigentlich genügend Gesprächsstoff in einem Unternehmen wie den Peltzer Werken, die der Unternehmensberater im Sommer 2005 aus der Insolvenz übernommen und seitdem mit Erfolg weitergeführt hat.

„Die Standortsicherung war immer mein Ziel“, betont Mertes, und dafür habe er Peltzer zunächst einmal anders aufgestellt: „Der Mitarbeiterstamm ist neu aufgebaut worden.“ Darin sieht der geschäftsführende Gesellschafter rückblickend eine wichtige Voraussetzung für den Erhalt der Firma.

Gut 100 Mitarbeiter – und damit doppelt so viele wie im Jahr 2005 – sind heute an der Prattelsackstraße beschäftigt, darunter sieben Auszubildende. Dazu gibt es eine Kooperation mit der RWTH Aachen, in deren Rahmen nicht nur Praktikumsplätze, sondern auch Stipendien vergeben werden. Das hat einen guten Grund, wie Hans-Josef Mertes erklärt: „Die Qualität muss stimmen, um auf dem Markt bestehen zu können.“ Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine hohe Lieferzuverlässigkeit nennt er als weitere Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg.

Für diesen habe Peltzer auch seine Angebotspalette verändert. Zwar bestehe das Kerngeschäft immer noch aus der Be- und Verarbeitung von Blechmetallwaren, insbesondere Edelmetallen. „Wir haben uns aber mehr auf den Bedarf und auf die Nachfrage eingestellt und deshalb eine eigene Montageabteilung aufgebaut.“ Die Peltzer Werke liefern heute „mehr als nur die Hülle“. Das gelte vor allem für Tresore, Geldwechsel- und Parkautomaten, die mittlerweile auch mit „Innenleben“ verkauft werden.

Das kommt offenbar gut an, Mertes berichtet von einem „sehr guten Jahr 2011“. Dann allerdings folgte ein Rückschlag, im vergangenen Jahr bekamen die Peltzer Werke die Krise bei einem Großkunden zu spüren und mussten zudem die verzögerte Bezahlung bereits gelieferter Ware bei einem weiterer Abnehmer kompensieren. „Wir haben einige Zeitverträge nicht verlängert, aber niemanden entlassen, weil wir die Erwartung hatten, dass Umsatz und Absatz wieder steigen werden“, betont der Geschäftsführer.

Gleichwohl leistete die Belegschaft ihren Anteil, indem sie sich zu einer hälftigen und somit teilweise verzögerten Auszahlung der Januar-Löhne bereit erklärte. „Das ist in Abstimmung mit dem Betriebsrat geschehen und zeigt die Solidarität in der Gemeinschaft, die es bei Peltzer gibt“, so Hans-Josef Mertes. Der erhoffte Aufschwung habe unterdessen eingesetzt, „im Januar 2013 sind in der Summe mehr Aufträge eingegangen als zu Beginn des Hochjahres 2011.“

Das führt Mertes auch auf das neue „Kompetenzteam“ zurück, das als Reaktion auf die Schwierigkeiten im vergangenen Jahr gebildet worden ist. Außerdem ist der Vertrieb weiter gestärkt worden – nach Aussage des Geschäftsführers mit dem gewünschten Effekt: „Frühere Kunden sind heute froh, wenn sie wieder zu Peltzer kommen können.“

Und dann hat Hans-Josef Mertes noch neue Aufträge im Visier: Als Generalmanager der zuvor insolventen Firma Luxpanel International, die von einem Geschäftspartner übernommen worden ist, erhofft er sich zusätzliche Geschäftsfelder für die Peltzer Werke.

Luxpanel fertigt in Bitburg Aluminium-Wabenpaneels, die sogenannten Luxboards, die vornehmlich beim Schiffsbau und der Ausstattung von Fahrzeugen verwendet werden. Dazu soll ein größerer Markt erschlossen werden. „Und da gibt es in den Bereichen Randverschluss, Kant- und Fräsbereich Möglichkeiten für Peltzer“, so Mertes.

Überlegungen, den zu erwartenden höheren Bedarf an Lagerkapazitäten durch den Bau einer neuen Halle zu decken, hat der Geschäftsführer allerdings vorerst zurückgestellt. Nicht nur, aber auch wegen der erhöhten Hebesätze in Stolberg, wie er klarstellt. „Das macht die Stadt für Unternehmen nicht gerade attraktiver.“

Investiert werden soll aber dennoch, nun vornehmlich in die Modernisierung der Maschinen und somit auch in eine höhere Energieeffizienz. „Denn die großen Kostensteigerung in diesem Bereich nimmt uns der Kunde leider nicht ab.“

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