Hahnenkirmes: Franzl und Sissi lassen es richtig „krachen”

Von: Heike Eisenmenger
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Der Franzl und seine Sissi aus Breinig: Peter Frösch und Ehefrau Gisela bewiesen, dass man es auch auf einer „kleinen” Hahnenkirmes wunderbar Spaß haben kann. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg-Breinig. Mit dem höfischen Zeremoniell haben Franzl und Sissi wenig am Hut. Sie feiern lieber frisch und frei - das sollte nach Ansicht des Kaiserpaares so sein bei einer Dorfkirmes. Franzl und Sissi, wie Peter Frösch, und seine Gisela von den Breinigern liebevoll gerufen werden, sind das erste Kaiserpaar des Hahnenvereins von Breinig.

Doch nicht nur die Tatsache, dass Peter Frösch der erste Hahnenkaiser in der Geschichte des Breiniger Brauchtums ist, machte die Kirmes am Wochenende zu etwas Besonderem: Mit einer Kirmes in deutlich abgespeckter Form beschritt die Hahnenriege nämlich einen neuen Weg.

Statt des großen Festzeltes vor der Turnhalle entschied man sich für ein kleines, das auf dem Parkplatz der Gaststätte „Kohlens Pitt” aufgebaut wurde. „Es ist ein richtiges Festzelt mit Bretterboden und allem drum und dran, nur eben mit kleineren Ausmaßen. Dass der Saal nicht so groß ist, sorgt irgendwie für eine urigere Atmosphäre”, beschrieb der Vorsitzender Ralf Sauer den Vorteil der Neuerung.

Die Hahnenkirmes 2010 wird Sauer übrigens noch aus einem ganz anderen Grund ganz bestimmt in bester Gedächtnis bleiben: „Wir haben am Freitag geheiratet”, verriet der Vorsitzende und drückte seine frisch angetraute Ehefrau, Birgit Kohlen, die jetzt Sauer mit Nachnamen heißt, an sich.

„Wir sind sicher, dass wir mit dem neuen Konzept, die Kirmes abzuspecken, auf dem richtigen Weg sind”, bilanzierte Sauer. In Zeiten, in denen Preiserhöhungen an der Tagesordnung sind, sei der kostenlose Eintritt wichtiger denn je. Das sieht auch Kaiser Peter Frösch so. „Für uns zählt nur, dass die Leute mitfeiern können. Es soll niemand zu Hause bleiben müssen, nur weil er sich den Eintritt nicht leisten kann. Die Leute hier zu haben, ist doch wichtiger als ein großes Festzelt.”

Abgespeckt wurde aber nicht nur, was die Ausmaße des Zeltes angeht. „Wir haben bewusst auf Gefolge verzichtet, damit wird es natürlich auch keinen Festzug mehr geben”, stellte der 60-jährige Hahnenkaiser klar. „Die Festkleider, Schuhe und was sonst noch dazu gehört, all das kostet eine Stange Geld”, so Frösch, um dessen Hals eine Messingkette hing.

Auslöser für die neue Ausrichtung war der vorhergegangene gerichtliche Streit mit der Tiroler Band „Die Zillertaler”. Bei ihrem Auftritt im Rahmen des Hahnenballs 2007 war einer der Musiker gestürzt und hatte die Breiniger Riege auf Schadenersatz verklagt.

Bei einem Schuldspruch - den es dann aber letztlich nicht gab - wäre die Hahnengemeinschaft ruiniert gewesen, was nachträglich zu dem Entschluss führte, die Kosten generell zu reduzieren. Auf Bands von einer Größenordnung der „Zillertaler” wird deshalb in Zukunft verzichtet.

Stattdessen sorgte am Wochenende ein Alleinunterhalter aus Würselen für gute Stimmung im Festzelt von Franzl und Sissi. Und nicht nur ihnen hat die Premiere im kleinen Rahmen sehr gut gefallen.
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