„Gute Perspektive für Zukunft Woolworth”

Von: -jül-
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Woolworth
Ein Werbebanner mit der Aufschrift "Woolworth. Viel mehr als guenstig!" klebt in Bonn im Schaufenster einer Filiale der Kaufhauskette Woolworth (Foto vom 14.04.09). Foto: ddp

Stolberg. Eine „gute Perspektive für die weitere Entwicklung von Woolworth und deren Mitarbeitern”, sieht Pietro Nuvoloni als Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Herrmann durch die bevorstehende Übernahme aller 162 Filialen und der rund 4300 Beschäftigten durch die H. H. Holding, ein in Bönen bei Dortmund beheimatetes Konsortium des Handelskonzern Tengelmann mit seinen Discount-Töchtern Kik und Tedi.

Bis ab 1.Juli der Kaufvertrag vollzogen und Woolworth an die Holding übergehen kann, sind allerdings noch einige kleine Hürden zu überwinden.

Das Votum des Bundeskartellamtes muss abgewartet werden und die Zustimmung der Hauseigentümer, die nicht zum Hauptvermieter Cerberus eingeholt werden. Diese hatten dem Insolvenzverwalter zwar bereits ihr generelles Einverständnis für die im Bieterwettbewerb benannten Investoren gegeben, müssen nun jedoch noch einmal gefragt werden. Die Investoren aus dem Bieterwettbewerb hatte allerdings vor einer Woche noch Cerberus abgelehnt, dem 82 der 162 Filialen - darunter auch die in Stolberg - gehören. Dann ging alles in Windeseile. Cerberus, ein Investmentfond-Managementunternehmen mit Hauptsitz in New York, akzeptierte den neu präsentierten Investor H.H. Holding.

Die hatte sich bereits ab Januar 2010 am Investorenprozess beteiligt, war aber kurz vor Ablauf der Bieterfrist aus dem Rennen ausgestiegen. Nach Ablauf der Bieterfrist hatte der Insolvenzverwalter aus den zwölf Bietern Gespräche mit denjenigen Bietern geführt, die das am meisten Erfolg versprechende Angebot abgegeben hatten. Diese Gespräche und Verhandlungen führten letztlich zum Abschluss von drei separaten Kaufverträgen mit drei Finanzinvestoren, die jeder für sich Woolworth als Ganzes erwerben wollten.

Die unterzeichneten Kaufverträge standen jedoch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Hauptvermieters Cerberus. Der zögerte jedoch, da er einen anderen Favoriten hatte: die H.H. Holding. Diese hatte nach der Unterzeichnung der Kaufverträge der drei Finanzinvestoren dem Insolvenzverwalter ein eigenes Angebot unterbreitet.

Ein Angebot, dass der Insolvenzverwalter aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen abgelehnt hatte. Außerdem konnte aufgrund der bereits vorhandenen vertraglichen Zusagen der Insolvenzverwalter gleichzeitig keine Verhandlungen mit H.H. Holding eingehen.

Als Cerberus alle drei Finanzinvestoren ablehnte, stand Ottmar Hermann am Scheideweg: Entweder er musste die Phase der Liquidation von Woolworth einleiten, bei der alle Arbeitsplätze des Familiendiscounters verloren gegangen wären oder er würde das Rennen noch einmal öffnen und nach einem geeigneten Investor suchen. Das gelang mit einem aktualisierten Angebot der H.H. Holding. Diese gilt als „sehr finanzstark und verfügt über exzellente Lieferantenkontakte auch mit eigenen Büros in den asiatischen Herstellerländern”, so Nuvoloni, „und stellt durch das enorme Einkaufsvolumen eine „Einkaufsmacht” dar.
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