Günter Hochgürtel: Auch ohne Stehgeiger in Topform

Von: Dirk Müller
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Günter Hochgürtel bei seinem Auftritt in der Stolberger Altstadtkneipe „Piano“.

Stolberg. Gleich mit dem ersten Lied des Abends hat Günter Hochgürtel bei seinem Konzert im „Piano“ einen Publikumswunsch erfüllt. „Nehmt mich mit“, skandierte seine große Fangemeinde, die die Musikkneipe in der Altstadt bevölkerte.

Der Liedermacher nahm sich allerdings noch die Zeit, den „Ersthörern“ zu erklären, dass es sich um ein Stück über einen Jungen handelt, der sich liebend gerne einem Zirkus anschließen möchte: „In einem Eifeldorf gastiert natürlich immer ein kleiner Familienzirkus. So einer, bei dem die Oma mit 80 noch aufs Hochseil muss – nachdem sie die Zebras gestriegelt und die Eintrittskarten abgeknipst hat.“

Die humorvolle Anmoderation des Songs sollte ebenso wie das Mitsingen des Publikums beim Refrain symptomatisch für das stimmungsvolle Konzert sein. Im prall gefüllten „Piano“ überzeugte Hochgürtel, der als Frontmann der Eifel-Rockband „Wibbelstetz“ bekannt ist, auch solistisch mit seiner Stimme, dem Spiel auf Gitarre, Banjo, Kazoo und Mundharmonika.

Stimmige, ehrliche Texte

Besonders mit seinen Eigenkompositionen glänzte der Sänger: Harmonische und eingängige Lieder wie das gefühlvolle „Das Leben ist nicht mehr so einfach“, das witzige „Das kann doch jedem mal passieren“ oder das rhythmisch flotte „So was von gemein“ begeisterten die Zuhörer mit ihren Melodien und den stimmigen, ehrlichen Texten.

Zwischenzeitlich bewies Hochgürtel immer wieder komödiantisches Talent, zum Beispiel als er über die „Verkehrsexpertinnen in Wohnmobilen“ am Rande der Autobahn aufklärte. Sein Lied „Das rote Herz im Wohnmobil“ erzählt die Geschichte von Jaqueline und wartet mit einem besonderen In­strumentalsolo auf – eigentlich. „Heute muss ich ein wenig improvisieren, denn den Stehgeiger habe ich auf der Höhe von Dürwiß leider in einer Schneewehe verloren“, entschuldigte der Lieder- und Scherzmacher sich.

Dann zeigte Hochgürtel sich von seiner romantischen Seite, präsentierte emotional „Nach all den Jahren“. Er erläuterte auch, dass ein Moped in der Eifel „Ribbel“ genannt wird, sofern sein Hubraum größer als 50 Kubikzentimeter sei. Kleinere Maschinen würden folgerichtig „Ribbelche“ heißen. Es fiel Hochgürtel leicht, die Gäste im „Piano“ erneut als Chor zu gewinnen, um bei dem Refrain von „Dat ruede Ribbelche“ leidenschaftlich mitzusingen.

Lied von der Himbeermarmelad

„Ich habe das Lied letzte Woche in einem Taubstummenheim in der Südukraine gesungen. Das war schon nicht schlecht, aber heute hier ist es noch besser“, lobte der Musiker sein Publikum. „Wibbelstetz“-Klassiker wie das Lied von der „Himbeermarmelad“ kamen in der Altstadt sehr gut an, was auch für die in das Programm eingestreuten Coversongs galt. Mit Neil Youngs „Heart of Gold“, „Ma Solitude“ von George Moustaki, „Sunny Afternoon“ der „Kinks“ oder einem Medley aus Johnny Cashs „Ring of Fire“ und „Bobby McGee“ (Kris Kristofferson/Fred Luther Foster) begeisterte Günter Hochgürtel das Publikum.

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