Grundschule Zweifall meldet erhöhten Raumbedarf an

Von: kol
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Stolberg-Zweifall. Nein, um einen Kampf Schule gegen Schützen sei es nie gegangen. Das versicherten zumindest Vertreter der Grundschule Zweifall, die am Montagabend bei den Ratsfraktionen von SPD, CDU, FDP und Grünen vorgesprochen haben. Und dabei ging es vor allem um eines: den eigenen Raumbedarf der Schule zu erläutern.

Der sei nämlich, anders als von der SPD dargestellt, ganz massiv - und genau deshalb brauche die Schule auch die Räume in ihrem Untergeschoss, in denen bis 2009 die Schützen geschossen haben und nach Auffassung der SPD auch wieder schießen sollen.

Zur Erinnerung: Laut Ratsbeschluss vom 27. Oktober 2009 soll der Nutzungsvertrag mit den Zweifaller Schützen für zwei Räume in der Grundschule zum Jahresende 2010 gekündigt werden. Wie berichtet, will die SPD diesen Beschluss wieder aufheben, ein entsprechender Antrag wird am kommenden Dienstag im Hauptausschuss diskutiert.

„Wir haben aber seit dem 27. Oktober 2009 mit diesen Räumen geplant”, sagt Elternvertreterin Vanessa Genter mit Blick auf den Schulentwicklungsplan mit neuem Raumkonzept, den die Schule nun den Fraktionen vorgestellt hat.

Im Gepäck hatten die kommissarische Schulleiterin Ute Esser, Genter und die Referendarin Julia Creutz dabei eine aus ihrer Sicht erfreuliche Nachricht: Zweifall ist als dritte Stolberger Grundschule angenommen worden für die Teilnahme am Aachener Modell. „Das ist eine ganz tolle Chance für unsere Schule”, schwärmt Genter.

Ab diesem Schuljahr werden in Zweifall, unterstützt von der RWTH und dem Ludwig Forum, begabte Kinder in Naturwissenschaften und Kunst gefördert. Das geschieht in drei Zusatzkursen: je einer in einer extra eingerichteten Experimentierwerkstatt für Schüler des 1. und 2. beziehungsweise 3. und 4. Schuljahrs sowie einer für künstlerisch begabte Kinder des 2. bis 4. Schuljahrs.

Daraus ergebe sich natürlich ein zusätzlicher Raumbedarf, erklären Esser und Genter, hinzu komme die Tatsache, dass der Englischunterricht (bisher ab Klasse 3) ausgeweitet wird und bereits mit dem 1. Schuljahr beginnt. Dafür sei die Einrichtung eines extra Fachraums unvermeidlich gewesen.

„Das sind neue Erkenntnisse”, freut sich Uschi Küpper. Durch das Aachener Modell zeige die Schule, dass die zusätzlich zur Verfügung stehenden Räume auch tatsächlich genutzt würden, sagt die neue Grünen-Fraktionschefin. Bestätigt würde sie dadurch in ihrer Haltung gegen eine Rückkehr der Schützen in die Schule.

Auch die SPD verstehe das Raumprogramm der Schule und halte das Aachener Modell grundsätzlich für begrüßenswert, sagt der Fraktionsvorsitzende Dieter Wolf. Die Sozialdemokraten bleiben jedoch bei ihrem Antrag, den sie am Dienstag an die Verwaltung verweisen wollen. Darin steht unter anderem, von zusätzlichem Raumbedarf könne angesichts des Neubaus und zurückgehender Schülerzahlen „keine Rede sein”.

Positiv aufgenommen wurden die Informationen der Schule von der CDU. „Wichtig ist, dass klar wurde, dass der Neubau nicht für den Unterricht, sondern nur für die Ganztagsbetreuung ist”, sagt Tim Grüttemeier, denn auch darauf hatten die Schulvertreter verwiesen. Die Christdemokraten wollen nun wissen, warum die Schützen nicht auf dem Dachboden der Turnhalle schießen können.

Entsprechende Ausführungen der Verwaltung liegen zwar vor, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden reichen diese aber nicht aus. Auch wolle die Union wissen, ob der Nutzungsvertrag bereits gekündigt sei, denn dies müsse fristgerecht bis Ende September geschehen. Zumindest diese Frage kann beantwortet werden: Noch sei der Vertrag nicht gekündigt, erklärte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler auf Anfrage. Man wolle die Entwicklung bis zum letzten Tag abwarten.

Förderung der Kinder mit Hilfe von Partnern wie RWTH und Ludwig Forum

Das Aachener Modell wurde 2003 als landesweit einzigartiges Projekt zur Begabtenförderung an Grundschulen gegründet. Partner sind neben Stadt Aachen und Städteregion die RWTH Aachen sowie das Ludwig Forum, Museum für moderne Kunst, und die Stiftungen der Sparkasse Aachen. 28 Grundschule aus der Städteregion nehmen am Projekt teil, darunter neben den Grundschulen Donnerberg und Breinig seit diesem Schuljahr auch die Grundschule Zweifall.

Die Förderung durch die Teilnahme am Aachener Modell gibt den Grundschulen die Möglichkeit, den normalen Unterricht auszuweiten und zu vertiefen. Das Lernen soll anspruchsvoll sein, gefördert werden analysierendes und reflektierendes, flexibles und kreatives, strategisches und bewertendes Denken.

Identifiziert werden die zu fördernden Kinder über Lernstandsanalysen und Lernstilbeobachtung, Unterrichtsspiel, Gespräche und umfangreiche Fragebögen. Kriterien für die Auswahl sind unter anderem das Sprachverhalten der Kinder, logisch-mathematisches Denken, Interesse an naturwissenschaftlichen Themen, künstlerische Fähigkeiten, aber auch Einfühlungsvermögen, Beobachtungsgenauigkeit, Neugier oder die Auseinandersetzung mit Frustration und Konflikten.

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