Grundschule Zweifall erhält das Zertifikat zur „Nationalpark-Schule“

Von: Michael Grobusch
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Im Frühjahr setzten die Grundschüler im Rahmen des Projektes mit Theo Rüttgers vom Forsthaus Zweifall 140 Bäume im Solchbachtal. Foto: Grobusch

Stolberg-Zweifall. Der Aufwand hat sich gelohnt. Daran besteht für Ute Esser kein Zweifel. Doch es ist nicht nur die morgen bevorstehende offizielle Zertifizierung als „Nationalpark-Schule“, die die Leiterin der Grundschule Zweifall in ihrer Überzeugung bestätigt. Vielmehr sind es auch und vor allem die positiven Erfahrungen, die Schüler und Lehrerinnen gemacht haben, seitdem sie das neue Projekt angestoßen haben und „der Natur auf der Spur“ sind.

Der Name ist Programm und mittlerweile fester Bestandteil des Schullebens. Mindestens sieben Mal pro Schuljahr gehen die Klassen in den Wald und machen diesen zum außerschulischen Lernort. Dann geht es um einen von insgesamt sieben Schwerpunkten, zu denen beispielsweise die Themen „Tiere“, „Sinne“ und „Experimentieren“ gehören.

Das Angebot kommt an, weiß Ute Esser: „Die Kinder sind immer wieder ganz begeistert, wenn es raus geht. Schließlich handelt es sich nicht nur um einen Spaziergang, sondern um richtigen Unterricht unter freiem Himmel“. Der ist ein wesentlicher Bestandteil des Kriterienkatalogs, den der Förderkreis des Nationalparks mit Blick auf die Bewerber für die Zertifizierung erstellt hat.

Das gilt auch für das Waldlerntagebuch, das die Zweifaller Grundschüler vom ersten bis zum vierten Schuljahr führen und darin die regelmäßige Arbeit dokumentieren. Dass die Schule im Stolberger Süden nicht direkt am und erst recht nicht im Nationalpark Eifel liegt, ist laut Ute Esser unerheblich. „Es geht vielmehr darum, den Nationalpark-Gedanken auf das Schulleben zu übertragen.“ Und das liegt in Zweifall im buchstäblichen Sinn nahe, ist die Schule doch an der Kornbendstraße zu Hause, gelegen am idyllischen Hasselbach und umgeben von intakter Natur.

Das haben die Mädchen und Jungen im Rahmen des Projektes nicht nur vielfach erfahren, sie haben es auch festgehalten in der großen Waldkartei, auf die Schüler wie Lehrerinnen jetzt und auch in Zukunft zurückgreifen können. Zu den greifbaren Ergebnissen der naturorientierten Arbeit zählt zudem die Nationalpark-Ecke, die in der Eingangshalle der Schule ihren Platz gefunden hat.

Den Förderkreis des Nationalparks haben die vielfältigen Aktivitäten an der Grundschule Zweifall überzeugt. In Schleiden wird er einer kleinen Delegation aus Stolberg im Rahmen einer großen Feierstunde die zunächst für zwei Jahre gültige Zertifizierungsurkunde samt schmucker Plakette überreichen. Angekündigt hat sich auch Landes-Schulministerin Sylvia Löhrmann, die gemeinsam mit Umweltminister Johannes Remmel die Schirmherrschaft übernommen hat.

Die Auszeichnung ist für Ute Esser lediglich eine Zwischenstation. Frei nach dem Motto „Nach der Zertifizierung ist vor der Zertifizierung“ wird das Projekt fortgeführt – mit einem neuen Schwerpunkt. „Das Thema ist in der Vorbereitung“, will die Schulleiterin derzeit noch keine Details verraten.

Man darf also gespannt sein, wie es weitergeht an der (zukünftigen) Nationalpark-Schule in Zweifall. Eins ist unterdessen deutlich spürbar und deshalb schon jetzt klar: Die Vorfreude auf die Fortführung des Projektes ist mindestens genauso groß wie die Freude über das Zertifikat.

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