Stolberg - Grundschule und Schützen steuern in eine Sackgasse

Grundschule und Schützen steuern in eine Sackgasse

Von: gro
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Schlechtes Wetter, aber gute Laune beim ersten Spatenstich zum Neubau. Nach dem gescheiterten Gespräch mit den Schützen war die Stimmung am Montag allerdings eher gedrückt. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Suche nach einem Ausweg ist in einer Sackgasse geendet: Ohne Ergebnis musste am Montag das Schlichtungsgespräch zwischen Vertretern der Grundschule Zweifall und der örtlichen Schützen über die weitere Nutzung des Schießstandes im Kellergeschoss der Schule abgebrochen werden.

Auch Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, in dessen Büro die Unterredung stattfand, hatte es zuvor nicht geschafft, die verhärteten Fronten aufzuweichen.

„Enttäuscht über starre Haltung”

„Wir sind enttäuscht über die starre Haltung und das fehlende Entgegenkommen der St. Sebastianus-Bruderschaft”, erklärte Vanessa Genter auf Anfrage unserer Zeitung.

„Wir haben immer für ein Miteinander geworben und uns dafür eingesetzt, dass auch die Schützen aus dieser Angelegenheit als Gewinner hervorgehen. Wir wollen sie nicht heimatlos machen, sondern ihnen zu einer neuen Bleibe verhelfen”, stellte die Elternpflegschaftsvorsitzende fest.

Weil die Grundschule Zweifall ausgebaut wird, hatten Leiterin Monika Braune und die Fördervereinsvorsitzende Andrea Prym-Bruck einen ausschließlichen Eigenbedarf für die Kellerräumlichkeiten ab Mitte August reklamiert.

Die Schützen wiederum verwiesen auch am Montag noch einmal auf einen gültigen Nutzungsvertrag mit der Stadt. Der allerdings, so kündigte Ferdi Gatzweiler an, wird nun vorsorglich zum 31. Dezember gekündigt, „damit der Rat alle Optionen für das weitere Vorgehen haben wird”, so der Bürgermeister, der betonte, dass die Stadt bis Jahresende vertragstreu bleibe.

Der Stadtrat soll am 29. September nicht nur über eine mögliche Verlängerung des Vertrages entscheiden, sondern auch über die Option, der Bruderschaft in den Räumen des VfL Vichttal am Sportplatz Brändchen eine neue Bleibe herzurichten. Zwischen 100.000 und 120.000 Euro würde der Umbau nach städtischen Berechnungen kosten. Hinzu käme noch eine Ausgleichszahlung an den abgebenden Sportverein.

Eine kurzfristige Lösung bietet sich auf dem Sportplatz allerdings nicht, auch weil bis dato nicht klar ist, wann der VfL endgültig seinen Umzug auf den dann mit einem Kunstrasenplatz ausgestatteten Vichter Dörenberg vollziehen kann. Den Vorschlag, die Anlage der Kollegen aus Vicht für eine Übergangszeit mit zu nutzen, haben die St. Sebastianus-Schützen aus Zweifall wiederum abgelehnt.

„Das hat nichts mit Vicht zu tun”, betonte Brudermeister Karl-Erich Krings, der such auf einen Beschluss der Mitglieder stützt. Diese hatten sich demnach mit deutlicher Mehrheit gegen einen vorübergehenden Umzug ausgesprochen und stattdessen dafür plädiert, notfalls eine Pause einzulegen, bis der Raum in der Grundschule nach der Fertigstellung des Anbaus wieder genutzt werden könnte.

„Kinder haben absolute Priorität”

Was allerdings passiert, wenn die jetzt angekündigte Kündigung des Nutzungsvertrages von der Politik im Herbst bestätigt wird, ist dem Beschluss nicht zu entnehmen. „Was wir dann machen werden, weiß ich auch nicht”, räumte Krings ein.

Für die Vertreter der Grundschule steht derweil fest: „Durch die Bautätigkeit entsteht ein Platzproblem. Und in dieser Phase haben die Kinder absolute Priorität”, so Vanessa Genter. Und Andrea Prym-Bruck ergänzt: „Wir werden die Räume, die wir benötigen, für unsere Schüler belegen.”

Fürs Erste herrscht nun Ruhe in der Grundschule, schließlich beginnen am morgigen Mittwoch die Sommerferien. Gut möglich aber, dass dies die Ruhe vor dem Sturm in Zweifall ist.
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