Grundschule Breinig: Junge Schauspielerinnen fiebern Premiere entgegen

Von: Jule Klieser
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Zwölf Mädchen der Grundschule Breinig haben viel Spaß beim Einstudieren eines selbst geschriebenen Stücks. Es sprechen, spielen, tanzen und singen (ohne Reihenfolge auf dem Bild) Zoé Hähn, Marie Umbach, Annika Schulte, Rrezarta Gecaij, Anna Lüth, Giolina Fuß, Christina Gielchen, Lilly Bülles, Solveig Schulze, Johanna Maus, Paulina Schmitt, Maureen Gruner. Spaß haben auch Schulleiterin Marie-Theres Schmitz (hinten links) und Kulturpädagogin Ingrid Peinhardt-Franke (hinten rechts). Foto J. Klieser Foto: Klieser

Stolberg-Breinig. Ein zotteliger Eisbär, ein schwarz gewandeter Vampir, ein seltsamer Geist, ein selbstbewusster Gauner namens Rocco, Musik und Tanz – das sind einige der Zutaten, aus denen in der Grundschule Breinig derzeit zwölf Mädchen ein spannendes Theaterstück mixen.

Die Proben in der Mensa laufen auf Hochtouren, und die Darstellerinnen fiebern ihrem großen Tag entgegen. Schon am Donnerstag stehen sie beim 8. Eifeler Krimiabend in Aachen im Blickpunkt. Und auch in der Schule wird es im Juni eine Aufführung geben.

Handlung, Kostüme und Liedertexte – alles haben sich die Dritt- und Viertklässlerinnen selbst ausgedacht, unterstützt von Kulturpädagogin Ingrid Peinhardt-Franke, die das Projekt der Literatur-AG an der Grundschule leitet. Die Gruppe wollte sich zu dem Eifelkrimi-Abend etwas „krimimäßiges“ ausdenken. Es sollte ohne Gewalt sein und ohne Mord, aber trotzdem aufregend. Grusel und Spannung werden deshalb vom Horror-Personal transportiert.

Zum Glück sind diese Monster hilfreich – doch von Anfang an. Zoé weint. Ihre Oma ist gestorben, und sie liest deren letzten Brief. Der Brief enthält eine Warnung vor dem Gangster Rocco, der die Großmutter schon einmal bestohlen hat. Im Haus der Oma kommt es zu unheimlichen Geschehnissen und einer gefährlichen Begegnung. Mit ihrem Spuk können ein tanzender ausgestopfter Eisbär und die Monster Rocco erschrecken und vertreiben. Zwei Jungs, die ursprünglich ebenfalls hinter Omas Geld her waren, werden schließlich zu Rettern in der Not.

„Von Idee zu Idee haben die Mädchen das Stück entwickelt“, erläuterte Peinhardt-Franke die Entstehung dieses Feuerwerks der Fantasie. Ein Eisbären-Karnevalskostüm diente zur Inspiration, James-Bond-Melodien wurden frisch betextet. „Mädchen-Power“ kommt in geballter Ladung getanzt und gesungen auf die Zuschauer. Das Thema „Jungs“ hat die Mädels bewegt und zu mancher Wendung im Stück geführt. Einige Schülerinnen hatten sich über ihre – meist jüngeren – Brüder beschwert. Über ihre Streiche, „dass sie einfach den Fernseher ausschalten“ oder das Mädchenzimmer belagern. So kriegen die Jungs im Stück, gespielt von den Mädchen, ihr Fett ab.

Die Körpersprache der frechen Jungs können die Darstellerinnen prima nachahmen. Das Gute: Wenn es ernst wird, kann man auf die Jungen bauen, dann sind sie stark und zuverlässig. Das alles nicht ohne Humor. Schon mit dem Titel „Schreie und Lachen – Geheimnisse in der Dunkelheit“ und mit dem Radau am Anfang des Stücks zeigen die Schülerinnen, dass sie nicht alles ernst nehmen.

Die Literatur-AG der Schule wollte einmal ein reines Mädchen-Projekt machen. In der Schule seien die Jungen in der Überzahl. Tatsächlich besuchen 133 Schüler und 110 Schülerinnen die Breiniger Schule. „In den AGs sind meistens nur Jungs“, sagt ein Mädchen. „Ich war einmal das einzige Mädchen“, ergänzt ein anderes. Das gefällt ihnen nicht so gut.

Beim Eifeler Krimiabend in Aachen ist es schon Usus, dass zu Beginn Ingrid Peinhardt-Franke ein Stück mit Schulkindern aufführt. Ermöglicht wird das Projekt vom NRW-Förderprogramm „Kultur und Schule“.

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