Stolberg - Grund für das Hochwasser: Gullys verstopft

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Grund für das Hochwasser: Gullys verstopft

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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Mit einem Wasserschlauch und Hochdruck reinigt Sascha Schmitz die Gullys im Europatunnel, der Dreck wird zugleich über einen dicken Schlauch in das Sammelfahrzeug abgesaugt. Foto: O. Hansen
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Wenn die Gullys so verstopft sind, kann natürlich kein Wasser mehr in den Kanal ablaufen. Foto: O. Hansen
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Mit viel Elektronik werden die Pumpen unter dem Europatunnel gesteuert. Foto: O. Hansen

Stolberg. Der „Jahrhundertregen“ über Pfingsten hat den Europatunnel in der Stolberger City wieder einmal unter Wasser gesetzt. An der Sohle des Tunnels stand das Wasser einen halben Meter hoch. Bei früheren Starkregenereignissen hatte der „See“ im Tunnel sogar eine Tiefe von einem Meter erreicht.

Der Landesbetrieb Straßenbau stellte jetzt fest: An den Pumpen, die das Wasser aus dem Kanal im Tunnel heraus befördern sollen, lag es diesmal nicht. Vielmehr waren alle Gullys im Tunnel verstopft.

Am Donnerstag machte sich eine Reinigungskolonne daran, die Ablaufschächte zu säubern. Mit Spezialgerät. Der Tunnel war entsprechend den ganzen Tag für den Verkehr gesperrt.

Die Fahrbahn im Tunnel ist, von der Shell-Tankstelle aus gesehen, etwas nach rechts geneigt, damit das Wasser in diese Richtung ablaufen kann. Alle zehn Meter ist ein Gully in die Teerdecke eingelassen. Über diese Schächte sollte das Wasser eigentlich in den Kanal und dann mittels starker Pumpen nach draußen weiter geleitet werden. Doch alle Gullys im Tunnel sind auch am Donnerstag noch komplett verstopft. Zigarettenkippen, Zeitungen, Joghurtbecher, Äste, Tannenzapfen und vor allem Lehm lassen kein Wasser mehr hindurch laufen.

Aus den Gullys steigt ein übler Gestank empor, der den ganzen Tunnel durchzieht. „Ich rieche das schon gar nicht mehr“, ist Sascha Schmitz offenbar Schlimmeres gewohnt. Er ist mit einem speziellen Tankfahrzeug in den Tunnel gefahren. Aus einem Behälter spritzt er mit einem Hochdruckschlauch sauberes Wasser in die Schächte, so lange, bis sich der fest sitzende Schmutz löst. Mit einem zweiten, dickeren Schlauch, wird der Unrat gleichzeitig in einen anderen Behälter des Lastwagens gesaugt.

Alle zehn Meter erfolgt die gleiche Prozedur. Sind die Schächte gesäubert, setzt der Kollege die Metalleinsätze ein, bevor die Gitter noch oben drauf als Abschluss platziert werden.

Nachdem der Tunnel Pfingsten wieder einmal unter Wasser stand, war der Ruf nach stärkeren Pumpen laut geworden. Zwischendurch hatte es auch geheißen, der Steuerungsraum der Pumpen sei ebenfalls voll Wasser gelaufen. „Alles Quatsch“, sagt Experte Markus Kratzborn. Der Pumpenraum befindet sich von der Tunnelsohle aus gemessen in mindestens sieben Meter Höhe. Sollte das Wasser jemals so hoch steigen, steht gleichzeitig sicher ganz Stolberg unter Wasser.

„An der Elektronik lag es nicht“, ist sich Kratzborn denn auch sicher, als er am Donnerstag noch einmal einen Blick in den Computerraum wirft, der nur über zahlreiche Treppenstufen hinauf zu erreichen ist. „Auch die Pumpen sind stark genug.“ Die Anlage sei vor kurzer Zeit noch einmal aufgerüstet worden. Bleiben die verstopften Gullys. Sie sollten vielleicht öfter gereinigt werden.

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