Stolberg - Grünenthal kehrt zurück zu den Anfängen

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Grünenthal kehrt zurück zu den Anfängen

Von: Jürgen Lange und Doris Kinkel-Schlachter
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Stolberg. 3100 Quadratmeter Nutzfläche mit 100 lichtdurchfluteten Büros für 80 Mitarbeiter. So viel zu den Fakten. Dass in der 20-monatigen Umbauphase des Kupferhofes an der Steinfeldstraße circa 1300 Tonnen Bauschutt angefallen, gut 47.000 Meter EDV-Kabel verlegt worden sind und die normale Verkabelung mit rund 50 Kilometern hinzukommt, wissen die wenigsten, wenn sie am Kupferhof Grünenthal vorbeikommen.

Sie sehen nur, dass hier in gut anderthalb Jahren viel geschaffen wurde. Richtfest war im Dezember 2012, und davor war es gar nicht so einfach, mit vorsichtiger Hand den Gebäudetrakt zu entkernen und den Mittelteil herauszuschneiden, um Platz zu schaffen für Licht und neuen Glanz. Nachdem dort ursprünglich eine Fassade aus Kupfer vorgesehen war, gefiel dezenter Kalksandstein für das neue Entree dann doch besser. Und nachdem die ersten Überraschungen und Hürden zu Beginn des Umbaus umschifft waren, lief alles reibungslos und im Zeitplan.

Der „neue Kupferhof“ trägt die Handschrift des Stolberger Architekten Michael Dahmen, der mit zwei Kollegen das Düsseldorfer Büro ddj an der Hansaallee leitet und in der Kupferstadt bereits den Umbau der einst kaiserlichen Post in das Medizinische Zentrum betreut hat.

Die Investition des Hauses Grünenthal an historischer Stätte im Steinfeld ist auch ein klares Bekenntnis zum Standort Kupferstadt. Das untermauerte zum Richtfest schon Grünenthal-Gesellschafter Michael Wirtz mit den Worten: „Eigentum bedeutet eine Verpflichtung.“ Gefeiert wird das im Kreise geladener Gäste am Dienstag, 3. Dezember.

Jetzt ist der Geschäftsbereich Deutschland (GD), der vorher in Oberforstbach ansässig war, also wieder in die Heimat zurückgekehrt. Der GD ist die operative Einheit von Grünenthal - und ähnlich strukturiert wie eine Landesorganisation. Er übernimmt alle Aufgaben in Marketing, Medizin, Vertrieb, Market Access und Service in Deutschland. Oder anders ausgedrückt ist es die „Einheit , die sich um die Vermarktung unserer Produkte in Deutschland kümmert“, erklärt Grünenthal-Sprecher Frank Schönrock.

Der Geschäftsbereich Deutschland beschäftigt 280 Mitarbeiter. Davon sind 200 im Außen- sowie 80 im Innendienst tätig. Letztere sitzen in den neuen Stolberger Büros. „Sie stehen in Kontakt mit Ärzten und Kunden, und der Außendienst informiert über die neuesten Produkte in der Schmerzbehandlung.“

„Es ist soweit“, schreibt Kai Martens ins Vorwort einer Info-Broschüre, die Grünenthal anlässlich des Umzugs für seine Mitarbeiter herausgebracht hat. „Nach Monaten der Vorbereitungen“, so der Leiter des Geschäftsbereichs Deutschland weiter, „des Umbaus und nicht zuletzt des Umziehens ‚mit Sack und Pack‘ sind wir endlich in unseren neuen Räumlichkeiten angekommen: dem traditionsreichen Kupferhof Grünenthal in Stolberg.“ Das Weltunternehmen ist zu seinen Ursprüngen zurückgekehrt.

Als erstes Unternehmen im Westen Deutschlands war es Grünenthal, das nach dem Krieg Penicillin produzierte, erinnert sich Michael Wirtz stolz: „Es war unser kleines Familienunternehmen und kein großer Konzern.“ Später errichtete Grünenthal ein Gebäude für Herstellung und Forschung an der Zweifaller Straße. Seit 2012 wird dort nicht mehr produziert. Eine Zeit lang hat das Schwesterunternehmen Dalli Räume genutzt, derzeit stehen die umfangreichen Flächen leer. „Wir prüfen, wie es mit dem früheren Werksteil II weitergehen soll“, sagt Frank Schönrock. Es gebe unterschiedliche Optionen. Aber die Überlegungen hätten noch nicht zu einem Ergebnis geführt.

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