Stolberg - Grüne wollen auf Bürgermeisterkandidaten verzichten

Grüne wollen auf Bürgermeisterkandidaten verzichten

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Hat ihr Interesse an einer Kandidatur auf Listenplatz 1 der Stolberger Grünen bekundet: Anne Schwan-Hardt. Foto: J. Lange

Stolberg. Allmählich kommt Licht in die bisherige Dunkelheit bei den Stolberger Grünen. Zwar ist die für Anfang März angekündigte Mitgliederversammlung der Partei immer noch nicht konkret terminiert worden. Doch das soll sich, so hat es Vorstandssprecherin Dina Graetz am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung angekündigt, spätestens Anfang nächster Woche ändern.

Auch personell scheint sich drei Monate vor der Kommunalwahl hinter den Kulissen (endlich) etwas zu tun. Zwar wird die Basis auf besagter Versammlung das letzte Wort und mit ihrer Mehrheit die Entscheidungsgewalt haben. „Es gibt aber eine klare Tendenz, auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten zu verzichten“, berichtet Graetz. Eine Empfehlung für einen der anderen Anwärter oder für Amtsinhaber Ferdi Gatzweiler soll es ebenfalls nicht geben. „Wir werden offen in diese Wahl gehen.“

Offen ist derweil auch noch, wer die Liste der Grünen in der Kupferstadt anführen wird. Immerhin: Eine erste offizielle Bewerberin gibt es: Anne Schwan-Hardt, erst im vergangenen November von Listenplatz 8 für die in den Nordkreis verzogene Uschi Küpper in den Stadtrat nachgerückt, hat, so bestätigte sie unserer Redaktion, ihren Hut in den Ring geworfen. Die 62-jährige Hausfrau war 2009 für die Grünen im Wahlkreis 10 (Mausbach/Werth) angetreten und hatte dort 4,45 Prozent der Stimmen erhalten.

Konkurrenz im Rennen um den Topplatz könnte Schwan-Hardt von Nina Graetz bekommen. „Ich bin mehrfach gefragt worden, ob ich mir vorstellen kann, als Spitzenkandidatin anzutreten“, erklärte sie am Donnerstag auf Anfrage. „Ich habe mir aber noch etwas Bedenkzeit erbeten, weil es sich um eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe handelt.“

Die Studentin des Bauingenieurwesens an der Fachhochschule Aachen müsste entsprechend der seit 1980 in der Grünen-Satzung festgeschriebenen Trennung von Amt und Mandat den Parteivorsitz abgeben. Mit ihren 21 Jahren würde sie aber bestens zum „Generationswechsel“ passen, für den sich dem Vernehmen nach bei den Stolberger Grünen die Stimmen mehren.

Das gilt auch zwei für „Zugezogene“, die sich laut Dina Graetz verstärkt in der Partei und in der Kommunalpolitik ihrer Wahlheimat einbringen möchten: Frank Thyssen war zunächst Mitglied der Grünen, wechselte dann zur Linken, für die er in Alsdorf als Fraktionsvorsitzender und Landtagskandidat aktiv war, und ist nun zu den Grünen zurückgekehrt. Eckhard Romahn ist schon länger Mitglied in Stolberg und will sich nach Angaben von Graetz in Zukunft stärker engagieren.

Ob sich die Grünen intern auf die Besetzung der Listenplätze einigen werden oder aber für die Mitgliederversammlung eine Kampfabstimmung zu erwarten sein wird, bleibt vorerst abzuwarten. Dina Graetz jedenfalls setzt auf die erste Variante und zeigt sich zuversichtlich, dass ein Konsens hergestellt werden kann. „Wir haben es geschafft, den inneren Frieden bei den Stolberger Grünen wiederherzustellen. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit.“

Diese finde mittlerweile auch wieder in regelmäßigen Fraktionssitzungen statt. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit und dennoch im konkreten Fall lange Zeit nicht existent. Dass sich das negativ auf das politische Wirken und die Außendarstellung der Grünen ausgewirkt hat, räumt Dina Graetz denn auch ein: „Wir haben zwar drei Ratsmandate. Aber eine Oppositionspolitik machen wir derzeit nicht. Das muss man einfach so ehrlich sagen.“

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