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Großer Beratungsbedarf bei vielen Stolberger Senioren

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:
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Ansprechpartner für alle Stolberger Senioren: Paul Schäfermeier, hier in seinem Büro im Infozentrum. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Er ist noch längst nicht bei allen Stolbergern angekommen, das räumt Paul Schäfermeier ein. Doch wirklich verwundern kann das nicht, schließlich hat er erst am 1. Dezember 2008 seinen Dienst angetreten und blickt gerade mal auf vier Monate zurück, in denen das Senioren-Infozentrum im Erdgeschoss des Rathauses geöffnet ist.

Gleichwohl fällt das erste Zwischenfazit des städtischen Seniorenbeauftragten positiv aus: „Es gibt einen großen Beratungsbedarf. Es war eine gute und richtige Entscheidung, einen eigene Anlaufstelle für ältere Menschen in Stolberg einzurichten.”

Über eine mangelhafte Nachfrage bei den Einzelgesprächen kann sich Schäfermeier wahrlich nicht beklagen. Vor allem die Themen Patientenverfügung und Rentenberatung stehen ganz hoch im Kurs. „Wichtig ist, dass die Betroffenen sich schon einmal mit der Angelegenheit beschäftigt haben, bevor sie zu mir kommen”, betont der Seniorenbeauftragte. In solchen Fällen kann eine kompetente Einzelberatung geboten oder bei zu spezifischen Fragen an die passenden Fachstellen verwiesen werden.

Es sind aber nicht immer die vermeintlichen großen Dinge im Leben, mit denen Menschen bei Paul Schäfermeier vorstellig werden. „Oft geht es um Kleinigkeiten, die für den Einzelnen aber durchaus von wesentlicher Bedeutung sind.” Wege, die in schlechtem Zustand und deshalb für Rollstuhlfahrer kaum zu nutzen sind, ungünstige Busverbindungen oder auch ganz einfach Alltagssorgen, die Senioren loswerden wollen, kommen in den neu gestalteten Räumen des früheren Einwohnermeldeamtes zur Sprache.

Ohnehin zählt das Sprechen zu den markanten Grundbedürfnissen vieler Kunden, denn die Vereinsamung ist ein auffälliges Phänomen in Zeiten, in denen die Großfamilie ein Auslaufmodell zu sein scheint und immer häufiger institutionelle Einrichtungen Aufgaben übernehmen müssen, die früher von den Angehörigen wahrgenommen wurden. Daran ändern offensichtlich auch der oft zitierte demographische Wandel und die Tatsache, dass mittlerweile rund ein Viertel der Stolberger 60 Jahre oder älter ist, nicht viel.

Deutliche Defizite hinsichtlich der Akzeptanz der Angebote stellt Paul Schäfermeier derweil bei den Veranstaltungen fest. „Bei dem Termin mit der Polizei zur Einbruchs- und Kriminalitätsprävention hatten wir nur einen Teilnehmer”, staunt der Seniorenbeauftragte. Zum eigentlich nicht minder wichtigen und aktuellen Thema „Ernährung im Alter” gab es mit nur zehn Seminaranmeldungen ebenfalls eine eher enttäuschende Resonanz. Das aber soll sich in Zukunft ändern - dank einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit.

Nicht nur die wird intensiviert: Auch die angekündigte Sozialraumanalyse, die in Anlehnung an den Jugendhilfeplan in ein stadtteilbezogenes Konzept für die Altenarbeit münden wird, genießt in den nächsten Monaten hohe Priorität. Gleiches gilt für die Notfall-Karte, die in Haushalten mit älteren Menschen eingeführt und den Rettungskräften bei einem Einsatz die Arbeit und Hilfe erleichtern soll.

„Wenn ich die demographische Entwicklung sehe und die strukturelle Arbeit, die neben der täglichen Beratung in Stolberg zu leisten ist, wird auf Dauer sicherlich auch über den Personalbedarf zu reden sein”, blickt Paul Schäfermeier nach vorne. Das passt durchaus ins Konzept der Verwaltung und des Bürgermeisters. Sie hatten schon weit vor den Kommunalwahlen unisono angekündigt, dass die Seniorenarbeit in Stolberg deutlich verstärkt werden soll.
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