Großeinsatz nach „Kinderschrei”

Von: Heike Eisenmenger, Kolja Linden und Michael Grobusch
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Ein Großaufgebot von Feuerwehr und Polizei suchte am Donnerstagabend den alten Truppenübungsplatz Buschmühle nach einem Kind ab. Ein Spaziergänger hatte Hilfeschreie gehört.

Stolberg. Einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr hat Donnerstagabend der Anruf eines Mannes ausgelöst, der an der Buschmühle in Münsterbusch einen gellenden Schrei gehört hatte, den er einem Kind zuordnete.

Der Mann hatte seinen Hund auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ausgeführt, als er den vermeintlichen Schrei hörte, der nach Aussage des Zeugen durch Mark und Bein ging. Die Polizei nahm nach Angaben der Leitstelle den Hinweis des Zeugen sehr ernst und leitete daraufhin um kurz nach 20 Uhr eine groß angelegte Suchaktion ein.

Rund 70 Einsatzkräfte allein von der Stolberger Feuerwehr waren unter der Leitung von Karl Wenn in wenigen Minuten vor Ort, um die Suche aufzunehmen. Einsatzkräfte der Hauptwache sowie des zweiten Löschzuges waren die ersten, die das Terrain im Dunkeln mit Handscheinwerfern durchkämmten. Die Arbeit gestaltete sich aber nicht nur wegen der schlechten Sichtverhältnisse sehr schwierig. Anhaltender Regen, Matsch und dichtes Gestrüpp auf unwegsamem Gelände machten darüber hinaus den Einsatzkräften das Leben schwer.

Derweil liefen im mobilen Einsatzwagen der Wehr, der vor Ort als Leitstelle des Einsatzes fungierte, alle Fäden zusammen. Beteiligt an der Planung waren neben der Polizei auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Technische Hilfswerk (THW), das die Ausleuchtung des in Frage kommenden Bereiches sicherstellte.

Kurz vor 22 Uhr erreichten dann auch Suchhunde der Hundestaffel des DRK Aachen die Buschmühle. Ins Gelände wurden zunächst fünf Tiere geschickt, eine gute halbe Stunde später folgten zwei weitere, „frische” Suchhunde. „Sie sind darauf spezialisiert, lebende Menschen aufzuspüren”, erklärte Staffelleiter Gerd Ernst. Die Suche konzentrierte sich vor allem auf den Hang in Richtung Eilendorf, der auch wegen der Schützengräben auf dem früheren militärischen Übungsgelände schwer zugänglich ist.

Fündig wurden die Hunde allerdings nicht. Ein T-Shirt, auf das die Suchtrupps zwischenzeitlich gestoßen waren, erwies sich als nicht wesentlich, weil es offensichtlich Erwachsenengröße hatte. Keinerlei Hinweise gab es unterdessen bei der Polizei auf ein möglicherweise vermisstes Kind. „Es liegt uns bislang immer noch keine Vermisstenanzeige vor”, erklärte Peter Ulrich, Sprecher der Leitstelle in Aachen, um 23 Uhr auf Anfrage unserer Zeitung.

Auch wenn zu diesem Zeitpunkt einiges darauf hindeutete, dass es sich nicht um einen tragischen Fall handeln würde, wurde der Großeinsatz zunächst fortgesetzt. Trotz des erneuten Einsatzes der Hundestaffel ergaben sich jedoch keine neuen Erkenntnisse.

Um 23.20 Uhr verständigten sich die Einsatzleiter deshalb darauf, die Suche abzubrechen. Ob der Truppenübungsplatz bei Tageslicht noch einmal unter die Lupe genommen wird, gilt als eher unwahrscheinlich. „Wir sehen keine Verdachtsmomente, die darauf schließen lassen, dass sich ein Kind auf dem Gelände befindet”, erklärte ein Polizeisprecher. Es war das erleichternde Fazit nach einem aufreibenden Abend, den Stolberg in dieser Form lange nicht mehr erlebt hatte.
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