Stolberg-Büsbach - Großeinsatz: Fachwerkhaus nach Feuer abgerissen

Großeinsatz: Fachwerkhaus nach Feuer abgerissen

Von: -jül-
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Feuer Fachwerkhaus
Das Fachwerkhaus musste am Abend abgerissen werden. Foto: Jürgen Lange
Feuer
In Stolberg-Büsbach hat am Dienstagmorgen ein Fachwerkhaus gebrannt. Foto: Ralf Roeger
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In voller Ausdehnung brannte das Dachgeschoss des Fachwerkhauses an der Konrad-Adenauer-Straße beim Eintreffen der Feuerwehr. Wegen Einsturzgefahr bekämpfte sie den Brand in erster Linie von zwei Drehleitern aus. Auch an der Rückseite verhinderten die Helfer ein Übergreifen der Flammen. Foto: Ralf Roeger
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Bereit zum Eingreifen: Bis zu 60 Feuerwehrleute gleichzeitig gingen gegen den Brand an der Konrad-Adenauer-Straße vor. Foto: Ralf Roeger
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Ein Hund kam in den Flammen um. Foto: Ralf Roeger
Feuer Stolberg
Der Dachstuhl brannte komplett aus. Foto: Jürgen Lange
Feuer Stolberg
Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr waren den ganzen Tag vor Ort. Foto: Jürgen Lange

Stolberg-Büsbach. „Man merkt den Kameraden die Belastung an“, sagt Andreas Dovern am Morgen. Zwei Bewohner des brennenden Fachwerkhauses an der Konrad-Adenauer-Straße werden noch vermisst, als die Einsatzkräfte der Stolberger Feuerwehr mit einem Großaufgebot gegen das Flammenmeer vorrücken. Kurz vor 4 Uhr am frühen Morgen erreichten die Wehr mehrere Hilferufe aus Büsbach.

Beim Eintreffen der alarmierten Kräfte der Hauptwache sowie der Löschgruppen Büsbach, Atsch, Donnerberg, Mitte und Münsterbusch stand der Eigentümer vor seinem Haus und unterrichtete die Helfer, dass von seinen beiden Mietern jede Spur fehle, berichtete Feuerwehrsprecher Michael Konrads. Doch die fortgeschrittene Brandentwicklung und der Zustand des Fachwerkhauses verhinderten, dass Rettungstrupps im Inneren des Gebäudes nach den Vermissten suchen konnten.

Hund nicht mehr zu retten

Ein Mieter der beiden Wohnungen in Dachgeschoss und Anbau traf am Morgen an der Einsatzstelle ein; er hatte die Nacht anderweitig verbracht. Aber seinen Hund hatte er in der Wohnung zurückgelassen. Er ist nach bisherigen Erkenntnissen wohl ein Opfer der Flammen geworden; der Mann wurde durch Notfallseelsorger betreut. Der zweite Mieter habe sich am späten Morgen telefonisch bei der Feuerwehr gemeldet. „Erst da konnten wir alle aufatmen, dass Menschen nicht zu Schaden gekommen sind“, sagt Dovern.

Gebäude abgerissen

Aber der Schaden an dem historischen Gebäude ist immens. Zwar hat die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf erstes Obergeschoss, Parterre, Anbauten und Nachbarbebauung (zeitweise wurden dort die Bewohner sicherheitshalber evakuiert) verhindern können, aber Rauch und Löschwasser haben das Gebäude ebenso unbewohnbar gemacht, wie die Statik nach einer ersten Untersuchung eines Bauingenieurs des THW nicht mehr gegeben ist. „Wir prüfen, wie der nun frei stehende Giebel des Hauses zu sichern ist“, sagt am Vormittag THW-Fachberater Thomas Johnen.

Am Abend stellte sich heraus, dass das Fachwerkhaus nicht mehr zu retten war. Es musste mithilfe von Baggern abgerissen werden.

In der Nacht hatte die Feuerwehr von zwei Drehleitern – die zweite kam aus Eschweiler – aus mit C-Rohren die Flammen bekämpft. Zusätzlich versuchten die Einsatzkräfte unter Führung von Amtsleiter Andreas Dovern, von einer rückwärtigen Stahltreppe aus gegen den Brandherd vorzudringen. Gleich nach ihrem Eintreffen hatte Dovern die Löschgruppen aus Mausbach, Vicht und Zweifall nachalarmieren lassen.

Mehr als 100 Einsatzkräfte

Bis zu 60 Feuerwehrleute waren zeitgleich im Einsatz gebunden. „Insgesamt waren mehr als 100 Kräfte vor Ort“, bilanziert Michael Konrads. Am Morgen lösten frische Kameraden aus Gressenich und Breinig die erschöpften Kollegen aus. Für Getränke und Speisen sorgte noch in der Nacht die aus Eschweiler eintreffende Versorgungseinheit. Aus Würselen rückte der städteregionale Container mit zusätzlicher Atemschutzausrüstung an. Der Leitende und weitere Notärzte waren vor Ort, zudem drei Notfallseelsorge. Kreisbrandmeister Bernd Hollands machte sich ebenso persönlich ein Bild von der Lage, wie Mitarbeiter des Ordnungs- und Bauordnungsamtes der Stadt.

Konrad-Adenauer-Straße gesperrt

Die Kriminalpolizei nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf und zog außerdem einen Sachverständigen hinzu. Nach ersten Erkenntnissen der Beamten, die auch Zeugen und Nachbarn befragten, gibt keinen Anhaltspunkt, der auf eine vorsätzliche Brandstiftung hindeutet. Das bestätigt im Laufe des Tages der Sachverständige der Polizei: „Brandursächlich war der unsachgemäße Umgang mit einem Wärmespeicherofen“.

Den Tag über blieb die Einsatzstelle in der Nähe der Büsbacher Kirche für den Verkehr komplett gesperrt. Betroffen davon sind auch drei Linien der Aseag, die den Abschnitt zwischen Markt und Kirche nicht bedienen konnten. Die 25 sparte den Büsbacher Ortskern aus und fuhr direkt weiter auf der Aachener Straße in Richtung Brand. Die Linie 42 und 62 verkehrten über Hostetstraße, Bauschenberg und Bischofstraße.

Am Dienstag ging die Aseag noch davon aus, dass Sperrung und Umleitung bis Mittwochmittag andauern werden.

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