Größere „Burg” für Stolbergs Zwerge

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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„Zwerge auf Bärenjagd”: Kei
„Zwerge auf Bärenjagd”: Kein Tag gleicht dem anderen in der Kindertagesstätte Zwergenburg. Langeweile ist hier ein Fremdwort. Davon konnten sich auch zahlreiche Besucher am 1. April, dem 20. Geburtstag der Einrichtung, überzeugen. Foto: Doris Kinkel-Schlachter

Stolberg. „Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steinen, aus großen und aus kleinen, eins, das lebendig ist!” Das Lied, das die Kinder und Erzieherinnen so lautstark sangen, passt gleich zweifach zur Zwergenburg.

Denn zum einen sind da die „lebendigen” bunten Steine, die 232 Kinder, die bis heute die Kindertagesstätte des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) durchlaufen haben.

Am 1. April 1992 öffnete die Zwergenburg ihre Türen, und genau 20 Jahre später, am vergangenen 1. April, feierten Kinder und Eltern, Tagesstätten-Team, Träger, Kooperationspartner, Freunde, Gönner und Vertreter der Stadt sowie der Parteien den runden Geburtstag und bewunderten auch gleich die neuen Räume.

Baumaßnahmen abgeschlossen

Und das ist der zweite Grund, warum das Lied so gut passt: Pünktlich zum Geburtstag sind nämlich alle Baumaßnahmen abgeschlossen, lediglich das Außengelände wird noch auf Vordermann gebracht. Seit anderthalb Jahren hat die Zwergenburg eine dritte Gruppe, und die gesamten Bau- und Umbauarbeiten liefen parallel zum gewohnten Tagesgeschehen, „was uns allen viel Kraft kostete, aber für unsere Kinder auch sehr interessant war”, blickte Claudia Breuer bei ihrer Ansprache zurück.

„Auch wenn das neue Kinderbildungsgesetz zunächst für drastische Änderungen in der Zwergenburg sorgte, erleichterte es aber auch die Erweiterung um zehn neue U3-Plätze und somit die Entstehung der neuen Gruppe”, sagte die Leiterin der Kindertagesstätte.

Segnung der Räume

Nach einer Familienmesse in der Pfarrkirche St. Mariä-Himmelfahrt und dem Empfang in der Zwergenburg segnete Pastor Hans-Rolf Funken die neuen Räumlichkeiten sowie das Außengelände und die Kreuze für die Räume ein.

In einem der Gruppenräume konnten sich Interessierte anhand einer Präsentation ansehen, wie ein Tag in der Zwergenburg aussieht, in der Turnhalle war ein Kinderbuffet aufgebaut, und in der liebevoll angelegten Fotoausstellung „20 Jahre Zwergenburg” wurde dem Betrachter schnell klar, dass sich eine Schlagzeile wie ein roter Faden durch die Geschichte der SkF-Kindertagesstätte zieht.

„Zwergenburg müsste größer werden”, heißt es immer wieder in den zahlreichen Zeitungsartikeln, die die Fotoausstellung ergänzen. Bis heute noch gibt es eine Warteliste und könnte theoretisch eine weitere Gruppe geöffnet werden, aber „für die Zukunft, gerade in Hinblick auf den Rechtsanspruch für U3-Kinder ab dem Jahr 2013, ist die Zwergenburg mit zur Zeit 20 U3-Plätzen und 20 Plätzen für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren gut aufgestellt”, freut sich Claudia Breuer.

Am 30. Juli 1989 sammelte der Ausschuss „Ehe und Familie” der Pfarrgemeinde St. Rochus in Zweifall Unterschriften, um in Briefen an den Caritasverband und an die Stadt Stolberg deutlich zum Ausdruck zu bringen, dass in Stolberg dringend eine Tageseinrichtung für Kleinkinder benötigt wurde.

Zum damaligen Zeitpunkt waren selbst die regulären Plätze für Kinder ab dem dritten Lebensjahr noch knapp bemessen, geschweige gab es ausreichend Tagesstätten-Plätze für unter dreijährige Kinder. Gleichzeitig war auch schon vor mehr als 20 Jahren eine gesellschaftliche Veränderung zu beobachten. Der Anteil an allein erziehenden Elternteilen wuchs stetig an und auch die Schwangerschaften von noch sehr jungen Frauen, die sich zum Teil noch in der Schul- beziehungsweise Berufsausbildung befanden, wurden mehr.

Nachdem das Anliegen an den Sozialdienst katholischer Frauen herangetragen worden war, nahm sich der Vorstand dieser Problematik sofort an. In den nächsten zwei Jahren mussten viele Hürden bewältigt werden und die damaligen Vorstandsdamen Dr. Anneliese Frick und Rosemarie Spix kämpften wie Löwinnen für die Gründung einer Tagesstätte für Kleinkinder.

Da die U3-Betreuung vor mehr als 20 Jahren noch nicht so selbstverständlich war wie heute, gab es auch kritische Stimmen gegenüber der neuen Kindertagesstätte. Nachdem die Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt dem SkF die bereits leerstehenden Räumlichkeiten des ehemaligen Sonderkindergartens überlassen hatte, konnte nach zweijährigen Verhandlungen schließlich mit den Bauarbeiten begonnen werden.

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