Gregorianische Klänge auf hohem Niveau

Von: mlo
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Konzerterlebnis: Die Domsingknaben präsentieren anspruchsvolle Werke. Foto: Marie-Luise Otten

Stolberg. Eine feierliche Vesper mit Aussetzung des Allerheiligsten und sakramentalem Segen gab es am Ostermontag in der Büsbacher Pfarrkirche. Schon der feierliche Einzug mit Pfarrer Jürgen Urth, Pfarrer Dr. Gero Weishaupt aus Roermond und Pfarrer Dr. Guido Rotheudt (Herzogenrath) ließ Großes vermuten.

Am Altar angekommen, erklangen die Stimmen der Augsburger Domsingknaben unter Leitung von Domkapellmeister Reinhard Kammler, der diesen Chor 1976 neu gegründet hatte. Dank seiner intensiven Stimmschulung und seines Dirigates wurde diese bisweilen in Vergessenheit geratene Gottesdienstform zum Erlebnis.

Im Hymnus, einem Loblied auf die Erlösung des Herrn, zeigten die Knaben und jungen Männer sogleich ihr Können. Alles wurde auf lateinisch gesungen. Die weiteren Texte erinnerten an das Geschehen des jüdischen Paschafestes, den Auszug aus Ägypten und den Durchzug durchs Rote Meer, der zu einem Zug der Errettung und Befreiung geworden ist. In den Psalmen wechselten gregorianische mit polyphonen Sätzen.

Die Domsingknaben aus Augsburg zählen zu den führenden deutschen Knabenchören und können auf eine bis in 15. Jahrhundert zurückreichende Tradition verweisen. Ihre ständige liturgische Praxis an der Kathedrale mit Gregorianischem Choral und altklassischer Polyphonie sichern ihnen ein konstant hohes Niveau. Dies bewiesen sie auch in St. Hubertus, wo die Gläubigen zahlreich erschienen waren. Neben der regelmäßigen Gestaltung der gottesdienstlichen Liturgie bestreitet der Chor ständig Konzerte und Auslandsreisen, die ihn in diesem Jahr nach Stolberg und Herzogenrath, auch nach Dänemark führten.

Im vergangenen Dezember zeigte das Augsburger Vokalensemble sein Können in der Sixtinischen Kapelle des Vatikans vor Papst Benedikt XVI. und Bundespräsident Horst Köhler.

Die etwa 35 Mitglieder zählenden Domsingknaben präsentierten während des feierlichen Abendlobes in Stolberg extrem anspruchsvolle Werke alter Meister wie Ignaz Mittlerers „Haec Dies”, „Regina coeli” von Gregor Aichinger oder „O salutaris Hostia” von Michael Haller.

Mühelos verknüpften sie den gregorianischen Gesang mit dem Ideal des feierlich-getragenen, arhythmischen, vokalen Kirchenstils, souverän an der Orgel von dem Aachener Musikwissenschaftler Dr. Michael Tunger begleitet.

Für den Einzug mit „Christus Pastor Rex” von Rosalie Bonighton, Komponistin und Orgeldozentin an St. John in England, und den Auszug „Easter Alleluias” von Martin Setchell, Musikprofessor und Universitätsorganist in Neuseeland, sorgte Organist Franz Körfer, der diese wohlklingenden Melodien und Harmonien spielerisch elegant präsentierte.
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