Stolberg - Gregorianik liegt in der Kupferstadt im Trend

Gregorianik liegt in der Kupferstadt im Trend

Von: Christoph Hahn
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Gelungene Mischung aus ernsthaftem Konzert und bunter Show: Zwischenzeitlich wurden die Sänger in der Finkenbergkirche in pinkes Licht getaucht. Foto: C. Hahn

Stolberg. Gregorianik liegt in der Kupferstadt schwer im Trend: Nachdem im Museum Zinkhütter Hof das Ensemble „Gregorianika“ gastiert hatte, traten in der Finkenbergkirche nun die Mitglieder des bulgarischen Ensembles „Gregorian Voices“ auf. Scharen von Musikfreunden sorgten schon lange vor Beginn dafür, dass es auf den Holzbänken der historischen reformierten Predigtstätte keinen Quadratzentimeter Platz mehr gab.

Obwohl ihr Ambiente eher karg wirkt, bildete die Kirche den idealen Schauplatz für das Gastspiel der „Voices“.

Die große Sehnsucht nach etwas historisch Gewachsenem in einer sich verändernden Welt fand in dem alten Gemäuer wie in der Gregorianik ihren Widerhall. Die ganz spezielle Art der Bulgaren, dieses Interesse zu bedienen, liegt an ihrem Mix aus ernsthaftem Konzert und Show. Letzteres Element erwies sich schon beim Einzug als effektvoll: Dirigent Ivan Uzunov und die Seinen trugen Kutten und hatten die Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, derweil der Raum in pinkes Kunstlicht getaucht wurde.

Farbenreiche Stimmen

Von der Stimmlage her ließen es die Ensemble-Mitglieder nicht an viel fehlen. Ihre Stimmen klangen farbenreich, was sich besonders im zweiten Teil des ersten Blocks bei einigen Werken der orthodoxen Kirchenmusik als eindrucksvoll erwies.

Bei der Gregorianik fehlte es indes mitunter an Textverständlichkeit, was der Zuhörer Bulgaren – Menschen aus einem Land, in dem gerade mal 0,8 Prozent der 7,4 Millionen Einwohner römisch-katholisch sind – nicht sonderlich übelnehmen dürfte. Insgesamt aber wirkte die Gregorianik à la „Voices“ vom Charakter des Gesanges her lange nicht so streng wie ihre in Klöstern gepflegte Spielart.

In der Finkenbergkirche stahl sie sich immer wieder in Richtung Oper fort. Das ist nicht unbedingt das Original, aber es gefiel auch in Stolberg – nachvollziehbar in einer Zeit, in der diese Tradition des Chorals auch Musikfreunden und Gläubigen fremd geworden ist.

Angereichert wurde das Programm um Werke von Komponisten vor allem der Renaissance, im zweiten Teil zudem um Rock- und Pop-Titel, denen das gregorianische Klangbild übergeworfen wurde wie einem Mönch die Kutte. Was hier letztlich zählte, war die Stimmkunst der Interpreten – zumal ihre suggestive Kraft, ihr Publikum in ein Land vor dieser Zeit zu entführen, davon unberührt blieb.

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